Wer in Dahme-Spreewald eine Wohnung sucht, zahlt laut neuem Deutschlandatlas fast so viel wie in Berlin. Der Kreis wächst, hat die wenigsten Arbeitslosen in Brandenburg, aber auch die meisten Wohnungseinbrüche. Die wichtigsten Zahlen mit Vergleichen.
Angebotsmieten fast auf Berliner Niveau in Dahme-Spreewald
Inserierte Mietwohnungen kosteten 2025 im Schnitt 14,05 Euro je Quadratmeter nettokalt. Das ist der höchste Wert in Brandenburg und Platz 18 unter den 400 Kreisen und kreisfreien Städten. Berlin liegt mit 14,09 Euro praktisch gleichauf, Potsdam mit 12,02 Euro und die Nachbarkreise Teltow-Fläming (10,02) und Oder-Spree (9,64) deutlich darunter. Bundesweit sind es 11,11 Euro, in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern laut Atlas 14,00 Euro. Der Kreiswert ist ein Durchschnitt aus dem Berliner Umland und dem ländlichen Süden des Kreises.
Wie weit die Mieten zwischen Norden und Süden auseinanderliegen, kann der Landkreis nach eigenen Angaben nicht sagen. Er kenne die Angebotsmieten in den einzelnen Teilen des Kreises nicht, habe keinen direkten Einfluss auf das Mietniveau und besitze auch keine eigenen Mietwohnungen. Einen qualifizierten Mietspiegel gibt es in keiner Kommune, Pflicht ist er erst ab 50.000 Einwohnern. Das Land hat aber sieben Kommunen im Kreis als Orte mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft: Bestensee, Eichwalde, Königs Wusterhausen, Schönefeld, Schulzendorf, Wildau und Zeuthen. Dort gelten seit dem 1. Januar 2026 die Mietpreisbremse und die Kappungsgrenze. Bei neuen Verträgen darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, in bestehenden Verträgen darf sie in drei Jahren um höchstens 15 Prozent steigen.
Zuzug und wenig Arbeitslosigkeit in Dahme-Spreewald
Mit 4,0 Prozent hatte Dahme-Spreewald 2025 die niedrigste Arbeitslosenquote in Brandenburg, bundesweit waren es 6,3 Prozent. Beim Saldo der Umzüge innerhalb Deutschlands liegt der Kreis mit einem Plus von 110 Personen je 10.000 Einwohner (2024) auf Platz drei in Deutschland. Nach unserer Berechnung wuchs die Bevölkerung von 2019 bis 2024 um durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr, während Spree-Neiße und Elbe-Elster schrumpften. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem lag 2023 bei 101.780 Euro, Platz zwei in Brandenburg nach Spree-Neiße. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg von 2013 bis 2023 um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr.
Ob Schul- und Kitaplätze für den Zuzug reichen, beantwortet der Landkreis mit seinen Planungen. Der Kreistag hat am 7. Oktober die Schulentwicklungsplanung bis zum Schuljahr 2031/32 beschlossen. Bei den Oberschulen sollen neue Plätze in Bestensee und Friedersdorf reichen, eine vierzügige Gesamtschule ist in Schulzendorf geplant, und den Bedarf an Gymnasialplätzen sollen die erweiterten Gymnasien in Schönefeld decken. Für die Grundschulen sind die Kommunen zuständig. Bei den Kitas sei das Angebot nach der aktuellen Bedarfsplanung bis 2028/29 insgesamt ausreichend, im berlinnahen Norden könne Zuzug aber kurzfristig zu mehr Bedarf führen. Der Kreis will deshalb ein laufendes Monitoring einführen. Seit 2023 gehen zudem die Geburtenzahlen zurück, in den Krippen werden es weniger Kinder. Für die Versorgung mit Ärzten verweist der Landkreis auf die Kassenärztliche Vereinigung.
Die meisten Wohnungseinbrüche in Brandenburg
Die Polizei registrierte 2024 in Dahme-Spreewald 163 Wohnungseinbrüche je 100.000 Einwohner. Das ist der höchste Wert in Brandenburg und Platz 27 bundesweit. In Berlin waren es 231, in Potsdam 80, im mittleren Kreis in Deutschland 59. In der vorigen Atlas-Ausgabe lag der Kreis bei 179. Insgesamt zählte die Polizei 10.664 Straftaten je 100.000 Einwohner. Das ist weit mehr als der Bundesdurchschnitt von 6.900 und entspricht eher dem Wert kreisfreier Städte, für die der Atlas rund 10.500 nennt.
Die Polizeidirektion Süd führt die vielen Einbrüche vor allem auf die Lage im Berliner Umland zurück, teils zögen Täter bandenmäßig aus Berlin durch die Gemeinden. Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen sinke aber, 2023 waren es 354, 2024 noch 331 und 2025 271. Die Polizei bietet kostenlose Beratung an, bei der ein Fachberater Haus oder Wohnung auf Schwachstellen prüft und Tipps zum Einbruchschutz gibt.
Einen großen Teil der Straftaten machen Verstöße gegen das Ausländer- und Asylrecht aus. Ohne sie zählte die Polizei in Dahme-Spreewald 15.259 Straftaten im Jahr 2023, 13.265 im Jahr 2024 und 11.925 im Jahr 2025. Je 100.000 Einwohner wären das 2024 nach Berechnung von NIEDERLAUSITZ aktuell rund 7.360, immer noch mehr als im Landes- und Bundesschnitt. Die Polizei verweist dabei auf den Flughafen BER und die Lage am Berliner Rand.
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7,2 Prozent der Schulabgänger hatten 2024 keinen Hauptschulabschluss, im Bundesschnitt 7,5 Prozent. In der vorigen Atlas-Ausgabe waren es im Kreis noch 4,7 Prozent, das ist der stärkste Anstieg in der Region. Eine Erklärung dafür hat der Landkreis nicht, er verweist auf das Staatliche Schulamt in Cottbus. Das Bildungsministerium weist allerdings darauf hin, dass die Werte im Deutschlandatlas nicht mit den Zahlen des Ministeriums und des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg übereinstimmen. Woher die Abweichung kommt, sei nicht nachvollziehbar. Nach den Landeszahlen stieg der Anteil der Abgänge ohne Berufsbildungsreife in Brandenburg im Schuljahr 2023/24 von 7,3 auf 7,7 Prozent, bundesweit von 7,1 auf 7,8 Prozent. Als mögliche Gründe nennt das Ministerium mehr Schulschwänzen seit der Pandemie, Jugendliche in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe mit teils erheblichen schulischen Problemen sowie zugewanderte Schülerinnen und Schüler, die erst kurz in Deutschland zur Schule gehen und wenig Deutsch sprechen. Viele Jugendliche ohne Abschluss wechseln nach zehn Schuljahren an eine Berufsfachschule am Oberstufenzentrum, um ihn dort nachzuholen.
Auf 100.000 Einwohner kamen 2022 57,6 Hausärzte, im Durchschnitt der Bundesländer sind es 60 bis 63. Bei Windkraft an Land, Freiflächen-Photovoltaik und Biomasse gehört Dahme-Spreewald jeweils zu den oberen 20 Prozent aller Kreise.
Quelle aller Zahlen ist der Deutschlandatlas, Hauptaktualisierung vom 8. Oktober 2026. Je nach Thema stammen die Daten aus den Jahren 2022 bis 2025. Gerade bei den älteren Werten kann sich die Lage seither verändert haben. Die Werte für Bus und Bahn sowie für Gigabit-Internet hat NIEDERLAUSITZ aktuell aus den Gemeindedaten des Atlas für die Kreise hochgerechnet. Die Einschätzungen des Landkreises hat seine Pressestelle auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell geschickt.
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