Eigentumswohnungen in Cottbus wurden 2025 im Schnitt für 3.265 Euro je Quadratmeter angeboten, fast 47 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der zweitstärkste Anstieg in Deutschland. Der Postbank Wohnatlas 2026 nennt dafür einen Grund, und der Blick auf die echten Kaufpreise in Cottbus relativiert das Ergebnis.
Eigentumswohnungen in Cottbus mit dem zweitgrößten Sprung
2024 lag der durchschnittliche Angebotspreis für Bestandswohnungen in Cottbus noch bei 2.226 Euro je Quadratmeter. Ein Jahr später waren es 3.265 Euro, ein Plus von 46,7 Prozent, nach Abzug der Inflation von 43,5 Prozent. Stärker stiegen die Preise nur im sächsischen Erzgebirgskreis. Bundesweit lag der mittlere Anstieg aller Kreise bei 2,7 Prozent, in Berlin bei 0,9 Prozent.
Die Postbank erklärt den Sprung selbst: In Cottbus hätten einige besonders hochpreisige Angebote den Schnitt nach oben gezogen. Ausgewertet wurden 145 Angebote, 2024 waren es 113. Bei so wenigen Wohnungen können einzelne teure Objekte den Durchschnitt stark verschieben. Ähnlich ist es in der Region. In Oberspreewald-Lausitz stiegen die Preise um 23 Prozent, in Elbe-Elster fielen sie um 28 Prozent. Beide Kreise hatten jeweils weniger als 50 Angebote, die Postbank nimmt sie deshalb nicht in ihre bundesweite Rangliste auf.

Was Eigentumswohnungen in Cottbus wirklich kosten
Der Wohnatlas wertet Angebotspreise aus, nicht die tatsächlich gezahlten Preise. Die zeigt der Gutachterausschuss der Stadt, der alle Kaufverträge auswertet. Laut seinem Grundstücksmarktbericht 2025 wurden 161 Eigentumswohnungen verkauft. Wiederverkaufte Neubauwohnungen kosteten im Schnitt 2.392 Euro je Quadratmeter, sanierte Altbauwohnungen 2.749 Euro und Wohnungen in Plattenbauvierteln 1.274 Euro. Nur beim Erstbezug im Neubau lag der Preis mit 4.265 Euro deutlich höher, allerdings bei nur zehn Verkäufen. Die Details stehen in unserem Bericht zum Grundstücksmarkt Cottbus.
Kaufpreis in Cottbus entspricht 33,6 Jahresmieten
Die Mieten zogen in Cottbus weniger stark an. Die Nettokaltmiete lag 2025 im Schnitt bei 8,09 Euro je Quadratmeter, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Deshalb ist der sogenannte Vervielfältiger gestiegen. Er gibt an, wie viele Jahreskaltmieten man für eine vergleichbare Wohnung zahlen müsste. In Cottbus sind es 33,6 Jahresmieten, 2024 waren es 24,4. Unter den kreisfreien Städten in Deutschland ist das nach Potsdam und Hamburg der dritthöchste Wert, noch vor München und Berlin mit 31,0. Nirgends sonst ist der Wert 2025 so stark gestiegen. Der mittlere Wert aller Kreise liegt bei 23,8.
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Je höher der Vervielfältiger, desto geringer ist die Mietrendite für Käufer, die vermieten wollen. „Der Immobilienkauf in Regionen mit hohem Vervielfältiger sollte immer sorgfältig geprüft werden“, sagt Manuel Beermann von der Postbank. In Oberspreewald-Lausitz liegt der Wert bei 22,6, in Spree-Neiße bei 18,9 und in Elbe-Elster bei 14,7.
Für Käufer, die auf Wertsteigerung setzen, sieht die Postbank in der Lausitz vor allem Dahme-Spreewald vorn. Der Kreis zählt zu den 51 Regionen in Deutschland mit sehr guten Investitionschancen, also einem Kaufpreis unter 25 Jahresmieten und einer Prognose von mindestens 0,6 Prozent Plus im Jahr. Unter den zwölf Regionen dieser Gruppe mit dem günstigsten Verhältnis von Preis und Miete erwartet das HWWI für Dahme-Spreewald den stärksten Preisanstieg. Oder-Spree folgt knapp dahinter in der nächsten Gruppe, mit 25 Jahresmieten und einer Prognose von knapp 1 Prozent im Jahr.
Wie es mit den Preisen in Cottbus weitergeht
Für die Zukunft rechnet das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut für Cottbus mit stabilen Preisen. Bis 2035 sollen Eigentumswohnungen in Cottbus nach Abzug der Inflation um 0,2 Prozent zulegen. Die Bevölkerung soll im selben Zeitraum um knapp 6 Prozent schrumpfen. Wie sich die Preise in der ganzen Region entwickeln, zeigt Teil 1 der Serie. Im nächsten Teil geht es um die Frage, ob sich in der Lausitz Kaufen oder Mieten mehr lohnt.
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Red. / Presseinformation
























