Transportroboter in Fabriken sollen bei einer Störung künftig selbst einen neuen Weg finden, ähnlich wie ein Navi bei einer Umleitung. Das haben Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg mit der OTH Regensburg entwickelt, teilte die Universität mit. Getestet werden soll das Konzept in Cottbus.
Transportroboter planen ihre Route selbst neu
In vielen Fabriken fahren führerlose Transportwagen Bauteile von Station zu Station. Fällt eine Station aus, muss bisher meist ein Techniker den Roboter von Hand neu programmieren. Das Programm der Forschenden liest stattdessen den digitalen Bauplan des Gebäudes wie eine Landkarte und macht daraus automatisch eine Wegbeschreibung für die Transportroboter.
Ein zweites System beobachtet per Kamera die Arbeitsstationen und unterstützt die Beschäftigten über eine Datenbrille oder ein Tablet. Neu ist, dass beide Teile verbunden sind. Meldet das Kamerasystem ein Problem, fragt es sofort nach einem neuen Weg, und die Transportroboter fahren von selbst eine andere Route. Getestet wurde das an einer Fertigungslinie für elektrische Antriebe von Flugzeugen.
Digitaler Zwilling warnt bei falschen Handgriffen
Das Kamerasystem wurde an der BTU entwickelt. Kern ist ein digitaler Zwilling der Werkbank: Jedes Bauteil und jeder Montageschritt existiert im Computer noch einmal in 3D und bewegt sich in Echtzeit mit. Eine künstliche Intelligenz wertet die Kamerabilder aus und erkennt, welches Teil gerade gegriffen wird. Wird etwas in der falschen Reihenfolge oder an der falschen Stelle montiert, meldet sich das System.
Neue Beschäftigte können schwierige Montageschritte außerdem erst virtuell üben, bevor sie am echten Bauteil arbeiten. Wird eine Halle umgebaut, soll es reichen, den digitalen Bauplan zu aktualisieren.
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Nächster Test in der Forschungsfabrik in Cottbus
Entwickelt haben die Idee Annamária Arnouk und Martin Behm vom Fachgebiet Kommunikationstechnik sowie Christian Borck vom Fachgebiet KI-gestützte Automatisierungstechnik der BTU, gemeinsam mit einem Team der OTH Regensburg. Die Arbeit erschien im Juni in der Fachzeitschrift „Sensors & Transducers“. Bisher ist sie ein Konzept. Als Nächstes wollen die Forschenden sie in der chesco Forschungsfabrik an der BTU in Cottbus in der Praxis testen. Die Mitteilung der BTU ist online.
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Red. / Presseinformation



























