Andrzej Wajda wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Das 36. FilmFestival Cottbus nimmt das zum Anlass und widmet dem polnischen Regisseur einen Schwerpunkt. Vier seiner Filme treffen dabei auf Arbeiten einer neuen Generation.
Vier Filme aus vier Jahrzehnten Arbeit
Das Festival läuft vom 3. bis 8. November. In der Sektion DON’T CALL ME VINTAGE! zeigt es ASCHE UND DIAMANT von 1958, DIE UNSCHULDIGEN ZAUBERER von 1960, LANDSCHAFT NACH DER SCHLACHT von 1970 und DAS GELOBTE LAND von 1975.
Die vier Filme stammen aus unterschiedlichen Phasen seines Schaffens. Sie erzählen vom Ringen um Polens politische Zukunft nach dem Zweiten Weltkrieg, von einer jungen Generation auf der Suche nach einem neuen Lebensgefühl, vom Weiterleben nach dem Holocaust und von den gesellschaftlichen Verwerfungen der Industrialisierung.
Ein Chronist der polnischen Geschichte
Andrzej Wajda wurde im Jahr 2000 mit dem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er setzte sich in seinen Filmen immer wieder mit den politischen und historischen Umbrüchen Polens auseinander. Sein Werk machte ihn zum Chronisten der polnischen Geschichte und prägte das europäische Kino weit über die Grenzen seines Landes hinaus.
Junge Regie antwortet auf sein Erbe
Das Festival belässt es nicht beim Blick zurück. Filme von Studierenden und Absolventen der Wajda School in Warschau und der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF treten in einen Dialog mit den älteren Werken.
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Die Fragen, die das Programm stellt, sind dieselben, die Andrzej Wajda umtrieben: Wie reagieren Filmschaffende auf politische und gesellschaftliche Konflikte? Wie erzählt man von Verantwortung und moralischen Entscheidungen? Und was ist vom „Kino der moralischen Unruhe“ geblieben?
Begleitet wird der Schwerpunkt von einem Studienprojekt im Studiengang World Heritage Studies.
Sechs Festivaltage im November in Cottbus
Das FilmFestival Cottbus findet in diesem Jahr zum 36. Mal statt und läuft über sechs Tage. Der Schwerpunkt zu Andrzej Wajda ist einer von mehreren Programmteilen; das vollständige Programm gibt das Festival üblicherweise im Herbst bekannt.
Die Wahl für den Jubiläumsschwerpunkt liegt für ein Festival nahe, das sich seit seiner Gründung dem Kino aus Mittel- und Osteuropa widmet: Kaum ein Regisseur steht so für das polnische Kino des 20. Jahrhunderts wie Wajda, der 2016 gestorben ist.
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Red. / Presseinformation
Foto: unbekannt / Wikimedia Commons, gemeinfrei





