Der Anschlag auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack (Landkreis Spree-Neiße) steht offenbar im Zusammenhang mit einer länderübergreifenden Sabotage-Serie gegen die Stromversorgung. Wie das Polizeipräsidium Land Brandenburg, das Polizeipräsidium Köln und die Staatsanwaltschaft Cottbus gemeinsam mitteilten, laufen unter Führung der Polizei Köln aktuell Einsätze in Nordrhein-Westfalen. Im Zentrum steht eine Durchsuchung: In einem Wohnhaus im westfälischen Gevelsberg soll der mutmaßliche Verfasser von Bekennerschreiben (->> wie berichtet) gemeldet sein. Dort durchsuchen Polizeikräfte aus Köln und Brandenburg das Objekt.
Was in Turnow-Preilack geschah
Nach Angaben der Behörden stehen die Sabotageakte an mehreren Umspannwerken in Verbindung – neben Brandenburg sind das die Standorte Rheidt, Dormagen und Weisweiler in Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich sind Einsatzkräfte an weiteren Einrichtungen der kritischen Infrastruktur im Einsatz, die in dem Bekennerschreiben aufgeführt sind.
Der Fall in Südbrandenburg hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Am Morgen des 1. September war der Polizei zunächst eine mutmaßliche Beschädigung an einer Oberleitung des Umspannwerks Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde gemeldet worden. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte mehrere sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen – einige davon nicht ausgelöst. Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Mutmaßliches Ziel war es, die Stromversorgung im Bereich des Kraftwerks Jänschwalde zu beeinträchtigen – zu einem größeren Stromausfall kam es jedoch nicht, die Versorgung war zu keiner Zeit gefährdet.
Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen, die unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) geführt werden. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte von einer versuchten Sabotage gesprochen und den Vorfall als „sehr, sehr ernst“ bezeichnet; auf dem Gelände wurde eine zweistellige Zahl an Vorrichtungen gefunden. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass ein Bekennerschreiben aufgetaucht ist – dessen Echtheit die Polizei zunächst weder bestätigen noch verneinen konnte. Die nun laufenden Einsätze in NRW deuten darauf hin, dass die Ermittler dem Verfasser inzwischen auf der Spur sind.
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Polizei bittet um Hinweise
Für die weiteren Ermittlungen setzt die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung und hat das Hinweisportal NRW aktiviert. Dort können Bürgerinnen und Bürger Informationen und Dateien, die mit den Sabotageakten zusammenhängen, direkt und sicher übermitteln. Von besonderem Interesse sind Beobachtungen im Umfeld von Umspannwerken – etwa auffällige Personen oder Fahrzeuge – sowie mögliches Bild- und Videomaterial.
Ausdrücklich warnt die Polizei davor, bei verdächtigen Gegenständen selbst tätig zu werden: „Bitte verständigen Sie die Polizei und wählen Sie den Notruf.“ Hinweise nimmt zudem ein rund um die Uhr erreichbares Hinweistelefon unter der Rufnummer 0331 505950 entgegen; das Hinweisportal ist unter nrw.hinweisportal.de erreichbar.
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Red / Presseinformation




