In der Alten Segeltuchfabrik Cottbus eröffnet am 11. September die Ausstellung „Zwischen Zeiten – Architektur und Alltag in der Lausitz“. Rund 500 Fotografien von Erich Schutt und Martin Maleschka treffen dort aufeinander und zeigen zwei unterschiedliche Phasen der Lausitzer Geschichte. Während Schutt über Jahrzehnte Alltag, Architektur und gesellschaftliche Entwicklungen in der Region dokumentierte, richtet Maleschka den Blick auf heutige Orte des Strukturwandels. Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen aus Cottbus, dem Spreewald, aus Kraftwerken, Tagebauen und dem Chemiefaserwerk Guben. Die Ausstellung läuft bis zum 9. November und wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.
Zwei Fotografen zeigen den Wandel der Lausitz
Die Ausstellung bringt zwei Bildwelten zusammen, zwischen denen rund ein halbes Jahrhundert liegt. Erich Schutt dokumentierte über Jahrzehnte das Leben in der Lausitz, während Martin Maleschka viele Orte der Region in einer neuen Phase des Strukturwandels festhält. Gemeinsam zeigen ihre Arbeiten, wie sich Architektur, Industrie und Alltag verändert haben. Schutt arbeitete mehr als vier Jahrzehnte als Pressefotograf für die Lausitzer Rundschau. Seine Aufnahmen zeigen unter anderem große Baustellen, Arbeitswelten, sorbisch-wendisches Leben und den Spreewald. Auch die Cottbuser Stadtpromenade gehörte zu den Orten, die er über viele Jahre hinweg immer wieder fotografierte.
Kraftwerke, Tagebaue und Orte im Umbruch
Martin Maleschka richtet seinen Blick dagegen auf viele Orte, die heute unmittelbar mit dem Strukturwandel der Lausitz verbunden sind. Für die Ausstellung fotografierte er unter anderem in den Kraftwerken Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe. Die Aufnahmen entstanden mit eigens gewährtem Zugang zu Bereichen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Weitere Motive stammen aus Tagebauen sowie aus dem Chemiefaserwerk Guben. Damit treffen in der Ausstellung historische Aufnahmen auf aktuelle Bilder von Industrieanlagen und Landschaften, deren Nutzung und Zukunft sich verändern. Für das Projekt entstanden außerdem neue Fotografien und digitale Überblendungen. Historische und aktuelle Perspektiven werden dabei miteinander kombiniert und auf größeren Bildträgern gegenübergestellt.
Rund 500 Fotografien in der Alten Segeltuchfabrik
Insgesamt umfasst „Zwischen Zeiten – Architektur und Alltag in der Lausitz“ rund 500 Fotografien. Die Alte Segeltuchfabrik in der Wilhelm-Külz-Straße 15 bietet dafür mehr als 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit 13 Räumen und drei Fluren. Martin Maleschka übernimmt zugleich die kuratorische Leitung. Dafür konnte er den umfangreichen fotografischen Nachlass von Erich Schutt sichten. Anneliese Schutt unterstützt ihn bei der Sichtung und arbeitet als Projektassistentin mit.
Lesungen, Workshops und Gespräche begleiten die Ausstellung
Neben den Fotografien ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant. Dazu gehören mehrere Gesprächsformate, die sich unter anderem mit Erinnerung in der Kunst, sorbischer Kultur und Identität, Erich Schutts fotografischem Werk sowie dem Strukturwandel beschäftigen. Drei Workshops richten sich an Kinder und Jugendliche. Geplant sind Angebote zur analogen Fotografie, zum Siebdruck sowie zum Zeichnen. Die dabei entstehenden Arbeiten sollen teilweise auch innerhalb und außerhalb der Ausstellung weiterverwendet werden. Literarisch wird das Programm durch geplante Lesungen mit Grit Lemke, Lukas Rietzschel und Ina Brink ergänzt. Auch die Spoken Word Akademie und die Lesebühne Cottbus sollen eigene Abende gestalten. Ein Teil dieser Veranstaltungen soll bewusst außerhalb klassischer Ausstellungsräume stattfinden.
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Podcast, Filmabend und zweisprachiger Katalog
Ein weiterer Programmpunkt ist eine neue Folge des Podcasts „Cottbuser KulturKLATTsch“. Thomas Klatt und Martin Maleschka wollen darin vor Live-Publikum über das fotografische Erbe Erich Schutts, den Wandel der Lausitz und die Entstehung der Ausstellung sprechen. Hinzu kommt ein Filmabend mit Werken Lausitzer Filmschaffender, darunter Arbeiten von Donald Saischowa. Außerdem erscheint ein 144-seitiger Katalog in deutscher und niedersorbischer Sprache. Er enthält neben den Fotografien fünf Fachbeiträge und beschäftigt sich unter anderem mit Strukturwandel, Erinnerungskultur und fotografischer Dokumentation. Die Ausstellung wird zudem durch zwölf Audiostationen ergänzt. Dort kommen unter anderem Zeitzeugen, Wegbegleiter von Erich Schutt, Martin Maleschka sowie Stimmen aus Politik, Kultur und Gesellschaft zu Wort. Die Beiträge stehen auf Deutsch und Niedersorbisch zur Verfügung.
Ausstellung soll später durch die Lausitz wandern
Nach dem Auftakt in Cottbus soll „Zwischen Zeiten“ als Wanderausstellung an weiteren Orten gezeigt werden. Genannt werden unter anderem das Rathaus Senftenberg, Filialen der Volksbank Spree-Neiße, das Gemeindezentrum Lieske, Schloss Lübben und Schloss Hoyerswerda. Weitere Stationen befinden sich demnach in Planung. Die Ausstellung in Cottbus beginnt am 11. September und läuft bis zum 9. November 2026. Geöffnet ist donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.
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Red. / Presseinformation
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