Im Industriepark Schwarze Pumpe ist ein für den Lausitzer Strukturwandel wichtiges Projekt an den Start gegangen: Das LEAG-Tochterunternehmen MCR Lausitz hat eine neue, hochautomatisierte Anlage zur Instandhaltung von Radsätzen für Schienenfahrzeuge in Betrieb genommen – nach Unternehmensangaben das modernste Radsatz-Service-Center Europas. In Betrieb genommen wurde die Anlage am heutigen Dienstag im Beisein von Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer und LEAG-Vorstandschef Adi Roesch. Die Investition beläuft sich auf insgesamt elf Millionen Euro. Davon kommen 2,75 Millionen Euro als Förderung über die Investitionsbank des Landes Brandenburg aus Bundes- und Landesmitteln.
Alle 20 Minuten ein fertiger Radsatz
Für die neue Fließstrecke wurde in den MCR-Werkstätten ein Hallenteil von rund 3.000 Quadratmetern umgebaut, dazu kamen neue Lagerflächen im Außenbereich. Künftig können dort bis zu 6.000 Radsätze pro Jahr instand gesetzt werden. Der Ablauf ist durchgetaktet: Alle 20 Minuten rollt ein fertiger Radsatz vom Band – nachdem er den kompletten Prozess von der Reinigung bis zum neuen Korrosionsschutz durchlaufen hat. An der Anlage arbeiten bis zu 25 hochqualifizierte Beschäftigte.
„Unsere neue Radsatzinstandhaltung wird vom ersten Knopfdruck an gut ausgelastet sein“, sagte MCR-Geschäftsführer Stefan Hotz. Man habe sich mit moderner Technik und spezialisierten Mitarbeitern auf den wachsenden Bedarf im Schienenfahrzeugbereich eingestellt. Zu den Kunden zählten auch Betreiber großer Fahrzeugflotten im In- und Ausland.

Vom Bergbau-Betrieb zum Schienen-Spezialisten
Die Anlage steht sinnbildlich für den Wandel des Unternehmens. MCR Lausitz ging 2022 aus der ehemaligen Hauptwerkstatt des Bergbaubetriebs hervor und hat sich seither zu einem der größten Instandsetzungsbetriebe für hochwertige Schienenfahrzeuge in Ostdeutschland entwickelt – mit Kunden in ganz Deutschland sowie in Tschechien, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern.
„Mit Mut, Motivation und Innovation setzt das MCR-Team einen für die Lausitz beispielhaften Transformationsprozess erfolgreich um“, sagte LEAG-Chef Adi Roesch. Die Inbetriebnahme der neuen Strecke sei „ein weiterer entscheidender Schritt auf diesem Weg“.
Am Standort Schwarze Pumpe arbeiten derzeit rund 250 Mitarbeiter. Sie werden über die klassischen Bergbau-Aufgaben – etwa an Baggereimern, Bodenplatten und Kohlezügen – hinaus für neue Geschäftsfelder qualifiziert. Dazu zählt auch das selbst entwickelte MCR-Metall-Print-Verfahren, mit dem sich komplexe und große Maschinenbauteile per 3D-Laserdruck instand setzen lassen. Das Verfahren wird inzwischen weltweit nachgefragt und wurde 2022 mit dem „Innovationspreis Metall“ des Landes Brandenburg ausgezeichnet.
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