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NIEDERLAUSITZ aktuell

Die Alten haben die Welt versaut

10:00 Uhr | 28. August 2026
Die Schauspielerin Linn Reusse in der Rolle des Hamlet

Linn Reusse spielt Hamlet. Foto: Jeanne Degraa/Lausitz Festival

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Marcel Kohlers „Hamlet“ beim Lausitz Festival 2026 im ehemaligen Militärhangar Cottbus

Premiere war am Mittwochabend im Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz Cottbus. Bis Sonntag gibt es weitere Vorstellungen.

Linn Reusse als Hamlet
Linn Reusse spielt Hamlet. Foto: Jeanne Degraa/Lausitz Festival

Schon der Weg hinein macht etwas mit mir. Das hier ist kein Theater. Jedenfalls keines, das so tut, als wäre die Welt draußen und die Kunst drinnen. Vor mir liegt ein ehemaliger Militärflugplatz. Eine Flugzeughalle. Beton. Stahl. Höhe. Kälte. Geschichte. Vor dem Hangar stehen noch Kanonen. An den Fenstern prangt in großen roten Buchstaben: HELSINGØR.

Na dann. Willkommen in Dänemark.

Oder eben in Cottbus.

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Genau darin liegt der erste große Coup dieses Abends. Regisseur Marcel Kohler muss die Gegenwart gar nicht mühsam auf Shakespeare kleben. Sie ist schon da. Sie steckt im Gebäude. Wehrmacht, Rote Armee, NVA, Bundeswehr – verschiedene Systeme, dieselben militärischen Reflexe, dieselbe Architektur der Macht. Jetzt sitzt hier ein Theaterpublikum und wartet auf einen Prinzen, der nicht weiß, was er tun soll.

Das passt erschreckend gut.

Der Raum ist riesig und trotzdem beklemmend. Das ist erst einmal ein Widerspruch. Kohlers Inszenierung lebt davon. Über den Köpfen hängen schwere Metallkonstruktionen. Die Halle verschluckt Entfernungen. Menschen wirken klein. Stimmen müssen gegen Beton und Raum ankämpfen. Das Einlasspersonal trägt schusssichere Westen. Die großen Stahltore werden geschlossen. Es scheppert. Horatio spricht von einem plötzlichen politischen Umsturz.

Und draußen bleibt draußen.

Drinnen ist jetzt Helsingør.

Ein Friedhof mit Wasseranschluss

Torsten Köpfs Bühne versucht vernünftigerweise gar nicht erst, diesen Hangar zu dekorieren. Gegen diesen Raum würde jede Kulisse verlieren. Also benutzt sie ihn.

Da steht ein Sarg. Da stehen Bäume. Grabsteine. Kerzen. Blumen. Nebel zieht durch die Halle. Totenschädel tauchen auf. Ein Kühlschrank wird später zum ziemlich pragmatischen Aufbewahrungsort für menschliche Überreste. Farbeimer, Gemälde, rostige Leitern, ein militärischer Pick-up. Und dann ist da noch dieser Pool.

Natürlich ein Pool.

Über ihm erhebt sich eine Konstruktion mit großen Fenstern, halb Beobachtungsstation, halb Kontrollraum, halb schlechter Traum. Ja, das sind drei Hälften. Dieser Abend verträgt das.

Zeitweise stürzt Wasser von oben in das Becken. Menschen liegen darin, lieben sich daran, kämpfen daneben, sterben irgendwann überall. Die schöne Wasserfläche und der kalte Hangar passen nicht zusammen. Gerade deshalb passen sie perfekt.

Das Auge bekommt viel.

Sehr viel.

Manchmal zu viel.

Aber wenn Theater schon in eine ehemalige Jagdfliegergarage zieht, möchte ich dort auch keine schwarze Studiobühne hingestellt bekommen. Kohler nimmt den Ort ernst. Mehr noch: Er macht ihn zum eigentlichen politischen Untergrund seiner Inszenierung.

Denn Shakespeares Dänemark ist kein gemütlich dysfunktionaler Familienbetrieb. Es ist ein Staat nach einem Mord. Ein System, dessen neue Normalität auf einem Verbrechen beruht.

Und alle wissen irgendwie Bescheid.

Papa ist tot. Der Onkel ist König. Mama macht mit.

Die Geschichte ist bekannt, aber bei Kohler bekommt sie einen besonderen Dreh.

Der alte König Hamlet ist tot. Sein Bruder Claudius sitzt auf dem Thron und hat Gertrud geheiratet, die Witwe des Ermordeten. Der Geist des Vaters erscheint dem Sohn und behauptet: Claudius hat mich vergiftet. Räche mich.

Das ist schon im Original ein ziemlich mieses Erbe.

Kohler verschärft es.

Götz Schubert spielt sowohl den ermordeten Vater als auch Claudius. Das ist kein kleiner Besetzungstrick. Plötzlich bekommt Hamlets Lage körperliche Evidenz. Der Vater, der Rache verlangt, und der Onkel, den Hamlet töten soll, tragen dasselbe Gesicht.

Entkomme dieser Generation mal.

Der eine sagt: Töte.

Der andere sagt: Gehorche.

Beide verlangen Handlung. Beide bestimmen die Regeln. Beide übergeben Hamlet eine Welt, die längst kaputt ist, und erwarten anschließend, dass der junge Mensch darin bitte moralisch einwandfrei funktioniert.

Das ist ungefähr so fair, wie jemandem ein brennendes Haus zu vererben und sich anschließend über die Heizkostenabrechnung zu beschweren.

Hier trifft Kohler einen Nerv.

Sein „Hamlet“ ist für mich vor allem ein Generationendrama. Die Jungen sollen aufräumen, was die Alten hinterlassen haben. Schulden. Gewalt. politische Verhärtung. ökologische Angst. Krieg. gesellschaftliche Erschöpfung. Zukunftsverlust. Und selbstverständlich sollen sie dabei leistungsfähig, vernünftig, belastbar und optimistisch bleiben.

Sonst heißt es: Generation Z.

Zu empfindlich.

Zu langsam.

Zu wenig belastbar.

Hamlet antwortet darauf zunächst mit der einzig plausiblen Methode.

Er macht nicht mit.

Linn Reusse zaudert nicht einfach. Sie verweigert sich.

Linn Reusse ist dabei ein Glücksfall.

Ihr Hamlet kommt nicht als philosophischer Großsprecher herein, der schon beim ersten Schritt weiß, dass er in vier Stunden Theatergeschichte schreiben wird. Dieser Hamlet wirkt zunächst beinahe zusammengeschoben. Schwarzer Oversize-Hoodie. Schwarze Kniestrümpfe. Schwarze Loafer. Lange Ärmel. Gebeugter Rücken. Ein junger Mensch, der möglichst wenig Angriffsfläche bieten möchte und trotzdem längst von allen Seiten angegriffen wird.

Auch die Geschlechtsidentität dieser Figur bleibt bewusst offen. Dass eine Schauspielerin Hamlet spielt, ist theaterhistorisch keineswegs neu. Hier ist es aber mehr als Tradition. Reusses Hamlet entzieht sich den Zuordnungen, die diese Welt so gern verteilt. Sohn. Erbe. Mann. Rächer. Nachfolger.

Nein danke.

Reusse macht aus dieser Verweigerung keinen gemütlichen Rückzug. Unter der Oberfläche arbeitet es. Ihr Körper kann schlaff sein und im nächsten Moment unter Strom stehen. Sie murmelt, singt, schreit. Sie haucht Coldplay ins Mikrofon. Sie versucht sich an grotesker Pantomime, fährt ein imaginäres Einrad, sucht nach Leichtigkeit und findet natürlich keine.

Das könnte peinlich sein.

Ist es aber nicht.

Denn Reusse besitzt etwas, das diesem riesigen Raum immer wieder fehlt: Nähe. Man schaut ihr beim Denken zu. Nicht beim Darstellen von Denken. Das ist ein Unterschied.

Ihr Hamlet probiert Haltungen an wie andere Leute Jacken.

Melancholie.

Ironie.

Kunst.

Wut.

Zynismus.

Radikalität.

Nichts sitzt richtig.

Dann stößt Hamlet auf Ayn Rand. Ausgerechnet.

Die Prophetin des radikalen Individualismus als Aufputschmittel für einen jungen Menschen, dem jedes Vertrauen in Gemeinschaft abhandengekommen ist – das ist eine ziemlich böse Idee. Hamlet liest, elektrisiert sich, richtet sich auf. Wo Solidarität nicht mehr glaubwürdig ist, wird eben das Ich zur letzten Festung.

Das ist politisch nicht besonders gesund.

Aber sehr gegenwärtig.

Ensemble der Hamlet-Inszenierung
Die Produktion ist in Cottbus zu sehen. Foto: Stadt Cottbus/Chóśebuz

Götz Schubert braucht keine Krone

Götz Schubert steht dagegen da, als hätte jemand das Wort Autorität in einen Körper gegossen.

Athletisch. Breit. präsent. Ein Mann, der keinen Thron braucht, um klarzumachen, wer hier gerade die Luft im Raum besitzt. Sein Claudius kann poltern, herrschen, brüllen. Patriarchal, ungehalten, schnell gereizt. Aber Schubert macht ihn nicht zum simplen Bösewicht.

Das wäre zu billig.

Gerade weil er auch den alten Hamlet spielt, entsteht eine unangenehme Kontinuität der Macht. Alter König, neuer König. Opfer, Täter. Vater, Onkel. Verschiedene Positionen, ähnliche Zumutung.

Hamlet steckt nicht zwischen Gut und Böse.

Hamlet steckt zwischen Alt und Alt.

Das ist besser.

Und gemeiner.

Und dann kommt Corinna Harfouch

Corinna Harfouch muss keinen großen Auftritt markieren. Sie ist da.

Das reicht.

Ihre Gertrud trägt Schwarz, aber nicht Trauerfolklore. Eleganz. Feiner Schmuck. Rote Lackschuhe. Ein kontrollierter Auftritt in einer Welt, die längst die Kontrolle verloren hat. Und zugleich hat diese Gertrud etwas fast verblüffend Lebenshungriges. Sie wirft sich Claudius nicht als graue Königswitwe an den Hals, sondern mit einer Verliebtheit, die beinahe jugendlich wirkt.

Das macht die Sache schlimmer.

Denn diese Gertrud ist nicht nur Opfer der Männer um sie herum. Kohler zieht sie tiefer in die Schuld hinein. Sie weiß mehr. Sie hat Anteil. Sie versucht zu überspielen. Knallerbsen fliegen auf den Boden. Es knallt klein, während um sie herum längst die große Katastrophe vorbereitet wird.

Harfouch kann solche Widersprüche spielen, ohne sie auszuerklären.

Besonders stark wird das während der „Mausefalle“, jenem Theaterstück im Theater, mit dem Hamlet die Schuld des Königspaares testen will. Ich sehe Gertrud zu. Und für einen Augenblick scheint in ihrem Gesicht alles zusammenzufallen. Erkenntnis. Schuld. vielleicht sogar Reue. Sie begreift, was sie getan hat. Sie begreift auch, was sie ihrem Kind damit angetan hat.

Dann löst sie sich davon.

Fast nichts verändert sich.

Und plötzlich lacht sie.

Das ist groß.

Weil Harfouch keinen Seelenzustand vorführt. Sie zeigt eine Entscheidung. Einen winzigen inneren Verrat. Gertrud könnte jetzt hinschauen. Sie tut es nicht.

So funktioniert Verdrängung.

Nicht mit Nebelmaschine.

Mit einem Lachen.

„Sein oder Nichtsein“ gehört plötzlich der Mutter

Zu den berührendsten Entscheidungen des Abends gehört für mich, dass der berühmteste Monolog des Stücks nicht einfach dort landet, wo ihn jeder erwartet.

Gertrud spricht „Sein oder Nichtsein“.

Harfouch spricht.

Hamlet liegt bei ihr.

Sie streichelt das Kind in den Schlaf.

Nach all dem Stahl, nach Geschrei, Staatskrise, Mordauftrag, Überwachung, Generationskampf und politischem Gerede entsteht plötzlich etwas Seltenes: Intimität.

Einfach so.

Gerade in dieser gigantischen Halle wirkt das beinahe unverschämt zart.

Die große Frage der Weltliteratur wird für einen Moment zu einer Frage zwischen Mutter und Kind. Leben oder nicht leben. Weitermachen oder verschwinden. Und plötzlich betrifft sie nicht mehr nur einen philosophierenden Prinzen. Sie betrifft beide Generationen.

Eine der besten Szenen des Abends.

Vielleicht gerade deshalb, weil sie nichts beweisen muss.

Shakespeare trifft Handke, Müller, Plath, Rand, K.I.Z. und Coldplay

Kohler vertraut Shakespeare.

Aber nicht ausschließlich.

Er und seine Fassung holen Fremdtexte herein, unter anderem Heiner Müller, Peter Handke, Sylvia Plath, Ayn Rand, Popmusik und sogar K.I.Z. Das kann schnell nach Dramaturgie-Supermarkt aussehen: Shakespeare? Haben wir. Kapitalismuskritik? Gang drei. Popreferenz? Hinten links.

Manches entgeht dieser Gefahr nicht ganz.

Aber die Grundidee funktioniert.

Denn dieser Hamlet sucht nach Sprache. Shakespeares Sprache reicht ihm nicht, weil keine einzelne Sprache reicht. Er greift nach Philosophie, Pop, Poesie, politischer Theorie. Er flirtet mit Handke. Er liest Rand. Er singt Coldplay. Er lässt Heiner Müller spielen.

Identität als Zitatensammlung.

Willkommen im 21. Jahrhundert.

Am schönsten wird das ausgerechnet dort, wo Kinder übernehmen.

Mailand? Nein. Cottbus.

Hamlets Schauspielertruppe besteht hier aus Kindern des Piccolo Theaters Cottbus.

Eine brillante Entscheidung.

Sie kommen mit einem Pick-up in diese militärisch aufgeladene Halle gefahren und bringen Heiner Müllers „Hamletmaschine“ mit. Plötzlich stehen die Jüngsten mitten in den Trümmern der Alten und sprechen einen Text über Geschichte, Gewalt und gescheiterte Revolution.

Das könnte sehr bemüht wirken.

Tut es erstaunlicherweise nicht.

Im Gegenteil. Der Abend wird frecher. Unmittelbarer. Das schwere Shakespeare-Gerät bekommt Luft. Wo zuvor manches ehrfürchtig vor sich hinrollt, kommt plötzlich Widerstand hinein.

„BLABLA“.

Mehr braucht es manchmal nicht.

Die Kinder sind dabei nicht bloß ein niedlicher Regieeinfall. Sie bilden die äußerste Konsequenz des Generationenthemas. Hamlet, Ophelia, Laertes und Horatio sind bereits die Kinder einer schuldigen Ordnung. Hinter ihnen wartet aber schon die nächste Generation.

Und was bekommt die?

Einen Hangar. Ein paar Schädel. Schulden. Krieg. Und einen kaputten Staat.

Viel Spaß damit.

Die Musik will manchmal mehr, als die Szene braucht

Fast ununterbrochen liegt Musik unter dem Abend.

Christoph Bernewitz lässt die E-Gitarre große, flirrende Flächen in die Halle setzen. Manchmal denke ich an Pink Floyd. Jonas Nordberg antwortet darauf mit historischen Lautenklängen, mit einer Musik, die Jahrhunderte zurückgreift und trotzdem seltsam gegenwärtig durch den Beton zieht.

Das ist atmosphärisch stark.

Manchmal zu stark.

Denn eine Inszenierung, die über einen derart mächtigen Raum, Shakespeare, Corinna Harfouch, Götz Schubert, Linn Reusse, Wasserfall, Nebel, Schädel, Blut, Kinder, Militärfahrzeug und Heiner Müller verfügt, muss nicht jede Sekunde zusätzlich darauf hinweisen, dass gerade Bedeutung stattfindet.

Wir haben es verstanden.

Wirklich.

Die Halle bringt zudem ein handfestes Problem mit. Sie hallt. Stimmen müssen mikrofoniert werden. Die Technik schafft Verständlichkeit und produziert gleichzeitig Distanz. Das ist der Preis dieses spektakulären Ortes.

Die Architektur gewinnt.

Nicht immer das Schauspiel.

Nach der Pause zerfällt die Welt

Nach der Pause verändert Kohler die Spielordnung.

Das Publikum wird geteilt und an unterschiedliche Orte innerhalb des Hangars geführt. Szenen laufen parallel. Wir bekommen Fragmente. Perspektiven. Räume. Wir sehen nicht alles gleichzeitig. Können wir auch nicht.

Das ist zunächst faszinierend.

Plötzlich wandere ich durch diese morbide Militärarchitektur und werde selbst zum Suchenden. Friedhof. Kerzen. Blumen. Bilder. Farbe. Leiter. Schädel im Kühlschrank. Menschen verschwinden. Andere tauchen auf. Eine Szene passiert dort, während anderswo bereits die nächste läuft.

Kein richtiger Blickwinkel. Keine allwissende Position. Kein bequemes Außen.

Als Gedanke ist das stark. Kohler übersetzt Hamlets Überforderung in die Wahrnehmung des Publikums. Wir sollen eine Welt beurteilen, die wir gar nicht vollständig sehen können.

Kenn ich irgendwoher.

Theater heißt hier Montage. Jeder setzt sich seinen eigenen Untergang zusammen.

Allerdings bezahlt der Abend dafür einen Preis.

Die Auffächerung erzeugt Bewegung, aber nicht automatisch Intensität. Einzelne Szenen verlieren sich akustisch. Andere wirken trotz des enormen installativen Aufwandes plötzlich kleiner, als sie sein müssten. Polonius stirbt splatterhaft. Ophelia balanciert auf einer rostigen Leiter und greift erneut nach Heiner Müller.

Ich sehe viel. Ich fühle weniger. Das ist schade.

Gerade hier hätte ich den Figuren gern länger zugehört. Nicht noch mehr Bild. Mehr Mensch. Nicht noch einen Effekt. Mehr Nähe.

Der Hangar ist ein großartiger Schauspieler.

Manchmal spielt er die anderen an die Wand.

Ophelia, Laertes, Horatio: Auch die anderen Jungen suchen den Ausgang

Dabei ist Kohlers Generationenmodell größer als Hamlet allein.

Laertes will weg. Hamlet eigentlich auch. Studium, Ausland, Entfernung. Horatio hat sich vom faulen Staatskörper innerlich verabschiedet. Ophelia träumt von einer anderen Existenz. Jeder sucht eine Tür.

Dummerweise sind die Türen dieses Hangars ziemlich groß.

Und trotzdem kommt keiner raus.

Leonard Burkhardts Laertes besitzt eine schöne körperliche Tollkühnheit. Er kann noch an Handlung glauben. Das unterscheidet ihn zunächst von Hamlet. Doch am Ende führt gerade dieses Handeln nicht aus der Gewalt heraus, sondern mitten hinein.

Das ist eine der bittersten Ideen des Stücks und der Inszenierung.

Die einen zaudern. Die anderen handeln. Am Ende sind fast alle tot.

Shakespeare ist da wenig motivierend.

Hamlet und die unmögliche Aufgabe

Der Abend interessiert sich deshalb nicht nur für die berühmte Handlungshemmung dieses Prinzen. Er stellt eine viel unangenehmere Frage:

Was wäre denn die richtige Handlung?

Der Vater verlangt Rache. Aber Hamlet soll sich dabei möglichst nicht selbst beschmutzen.

Sehr praktisch.

Man könnte den Auftrag auch so formulieren: Repariere unsere kaputte Ordnung. Aber benutze bitte keine kaputten Mittel.

Oder: Räume unseren Dreck weg. Aber mach dich nicht dreckig.

Genau darin liegt die politische Aktualität dieser Inszenierung.

Hamlet ist nicht einfach ein junger Mensch, der sich nicht entscheiden kann. Er bekommt Entscheidungen angeboten, die allesamt falsch sind. Die alte Ordnung wiederherstellen? Falsch. Claudius akzeptieren? Falsch. Rache? Falsch. Nicht handeln? Ebenfalls falsch.

Das Stück wird damit zum Drama eines Epochenbruchs.

Das war es schon um 1600.

Es ist es wieder.

Ein vierhundert Jahre alter Schwamm

Shakespeares Stück entstand um die Wende zum 17. Jahrhundert, auf der Grundlage älterer Hamlet-Erzählungen. Die Rachetragödie brachte schon damals ihr Arsenal mit: Geist, Mordauftrag, Verstellung, Wahnsinn, Überwachung, Theater im Theater, private Rache und die Frage, wer eigentlich Gewalt ausüben darf.

Aber Shakespeare machte daraus mehr.

Deshalb hält dieser Text seit über vierhundert Jahren so viel aus.

Goethe sah den Menschen, dem eine Aufgabe auferlegt wird, für die seine Kräfte nicht reichen. Die Romantik liebte den Melancholiker. Der Vormärz erkannte den politischen Zauderer. Nietzsche den Menschen, dessen Erkenntnis ihm den Appetit aufs Handeln verdirbt. Psychoanalytiker fanden Familienabgründe. Heiner Müller fand darin den Intellektuellen zwischen Macht, Geschichte und Revolte.

Disney fand einen Löwen.

Auch nicht schlecht.

Kohler findet nun einen jungen Menschen in einer Gesellschaft, die ununterbrochen Handlung verlangt und gleichzeitig fast alle Handlungsmöglichkeiten verbaut.

Das überzeugt mich.

Cottbus braucht eigentlich keinen zweiten Hamlet

Dabei ist ausgerechnet Cottbus ein riskanter Ort für einen neuen „Hamlet“.

Erst gut ein Jahr zuvor hatte Armin Petras am Staatstheater Cottbus das Stück benutzt, um sehr konkret von dieser Stadt und vom Osten zu erzählen: Wende, Deindustrialisierung, Bevölkerungsschwund, Alterung, Systemwechsel, Ohnmacht und die Frage, was mit Menschen passiert, wenn historische Prozesse über sie hinweggehen.

Und jetzt schon wieder Hamlet?

Ernsthaft?

Offenbar ja.

Man könnte das für Einfallslosigkeit halten. Ich halte es nach diesem Abend eher für einen unfreiwilligen Beweis der Unverwüstlichkeit des Stücks. Petras blickte stärker auf die dritte Generation Ost und die konkreten Folgen des Systemumbruchs. Kohler verschiebt den Fokus. Seine Bruchlinie verläuft zwischen den Generationen. Zwischen denen, die eine beschädigte Welt hinterlassen, und denen, die darin leben sollen.

Dass beides in Cottbus funktioniert, sagt einiges über Shakespeare.

Und einiges über Cottbus.

Auch das Lausitz Festival steht mit auf der Bühne

Man kann diesen Abend ohnehin nicht ganz vom Lausitz Festival trennen.

Seit 2020 begleitet das Festival den Strukturwandel in Brandenburg und Sachsen kulturell. Mit öffentlichem Geld. Mit dem Anspruch, internationale Aufmerksamkeit in eine Region zu holen, die sonst oft vor allem dann überregional vorkommt, wenn von Kohleausstieg, Schrumpfung oder Strukturproblemen die Rede ist.

Das sorgte anfangs für Ärger.

Zu elitär, hieß es. Zu sehr für angereiste Kulturreisende. Zu wenig für die Region.

Der Konflikt ist interessant, weil er ausgerechnet in diesem „Hamlet“ wiederkehrt: Wer entscheidet eigentlich über Zukunft? Wer gestaltet? Wer wird mitgenommen? Wer soll am Ende das schöne neue Selbstbewusstsein haben?

Die Besucherzahlen des Festivals sind jedenfalls deutlich gestiegen: von rund 7300 im Jahr 2023 über mehr als 10.000 im Jahr 2024 auf etwa 15.000 im Jahr 2025. Gleichzeitig sank der Etat zuletzt von vier auf drei Millionen Euro.

Jetzt könnte man Subvention pro Kopf rechnen.

Kann man machen.

Man kann aber auch ins Theater gehen.

Denn kulturelle Wirkung lässt sich nicht sauber durch Besucherzahlen teilen. Was ein Festival mit Orten, Wahrnehmung, regionalem Selbstbild oder kultureller Infrastruktur macht, passt schlecht in eine Excel-Zelle.

Dieser „Hamlet“ liefert dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Er nimmt einen Ort, der für militärische Nutzung gebaut wurde, und macht ihn für einige Stunden zum öffentlichen Denkraum.

Das ist Strukturwandel, den man betreten kann.

Und plötzlich heißt Helsingør fast Helsing

Besonders unheimlich wird die Sache, wenn die Inszenierung ihre militärische Umgebung nicht nur historisch liest.

Helsingør.

Helsing.

Der Gleichklang mit dem Namen eines heutigen Rüstungsunternehmens, das sich mit KI und Drohnentechnologie beschäftigt, ist Zufall. Ein ziemlich guter Zufall.

Denn Kohlers „Hamlet“ erzählt auch von Militarisierung.

Fortinbras steht für eine junge Generation, die dort, wo Hamlet zunächst nicht handeln kann, sehr genau weiß, was sie will: Macht. Armee. Stärke. Vorwärts.

Und Hamlet schaut darauf nicht nur erschrocken.

Er ist fasziniert.

Das ist wichtig.

Denn Kohler macht aus den Jungen keine moralisch überlegenen Opfergeneration. Sie erben eine kaputte Welt, ja. Aber daraus folgt nicht automatisch eine bessere. Aus Ohnmacht kann Wut werden. Aus Wut Härte. Aus Härte Lust an Radikalität. Und aus dem Wunsch, endlich handlungsfähig zu sein, kann die Bereitschaft entstehen, Gewalt wieder für eine Lösung zu halten.

Das ist die dunkle Rückseite dieses Generationenporträts.

Die Alten haben es vermasselt.

Die Jungen können es trotzdem noch schlimmer machen.

Am Ende wird gehandelt

Irgendwann ist Schluss mit Zaudern.

Dann handeln sie.

Hamlet handelt. Laertes handelt. Claudius handelt. Gertrud wird eingeholt. Ophelia ist bereits tot. Der Hof verwandelt sich in ein Schlachthaus.

Blut.

Viel Blut.

Kohler meint das Blutbad erfreulich wörtlich.

Nach all den philosophischen Fragen, den Textschichten, Generationendebatten, Fremdzitaten und ästhetischen Versuchsanordnungen besitzt dieses Ende eine fast primitive Konsequenz: Ihr wolltet Handlung?

Bitte.

Hier ist sie.

Alle tot.

Problem gelöst.

Nicht ganz.

Denn Fortinbras kommt.

Das ist Shakespeares letzter schlechter Witz. Die private Katastrophe räumt lediglich die Bühne für die nächste Macht frei.

Und die Kinder bleiben

Entscheidend ist deshalb für mich das Schlussbild mit den Kindern.

Sie singen „Fragile“.

Natürlich könnte man jetzt sagen: Sting. Kinder. Ruinen. Zerbrechlichkeit. Ein bisschen dick aufgetragen.

Stimmt.

Es funktioniert trotzdem.

Weil diese Kinder längst mehr sind als ein Chor. Sie stehen für diejenigen, die nach dem Gemetzel übrig bleiben. Nicht unbedingt biologisch. Politisch.

Sie sollen übernehmen.

Was eigentlich?

Die Ruinen?

Die Schulden?

Die Waffen?

Die Geschichten der Eltern?

Den Auftrag, alles besser zu machen?

Kohlers Inszenierung gibt darauf keine beruhigende Antwort. Zum Glück.

Denn genau da liegt für mich ihre Stärke. Sie zeigt junge Menschen nicht als Erlöser. Hamlet kann die Welt nicht reparieren. Ophelia kann es nicht. Laertes nicht. Horatio nicht. Die Kinder wahrscheinlich auch nicht.

Vielleicht ist schon die Erwartung das Problem.

Ein großartiger Abend, der nicht immer großartig sein muss

Nicht alles geht auf.

Die zweite Hälfte zerfasert stellenweise. Die Aufteilung des Publikums ist konzeptionell klug, aber emotional nicht überall ergiebig. Manche Bilder sind stärker als die Szenen, die in ihnen stattfinden. Die Dauerbeschallung kann Pathos produzieren, wo ein bisschen Stille gefährlicher wäre. Einige Fremdtexte öffnen Shakespeare, andere hängen ihm eher wie zusätzliche Aufkleber am Koffer.

Und ja: Manchmal will dieser Abend gleichzeitig Shakespeare-Tragödie, Generationenanalyse, Installation, Politessay, Popkonzert, Militärparabel und Heiner-Müller-Kommentar sein.

Das ist viel Gepäck.

Hamlet hätte vermutlich gezögert.

Kohler nimmt alles mit.

Trotzdem trägt der Abend.

Vor allem tragen ihn seine Schauspieler.

Linn Reusse gibt ihm Nervosität, Verletzlichkeit, Trotz und eine explosive Unberechenbarkeit. Sie macht Hamlet jung, ohne Jugend zu imitieren. Corinna Harfouch gibt ihm jene schauspielerische Genauigkeit, bei der ein Blick mehr erzählt als manche fünfminütige Regieidee. Ihre Gertrud ist elegant, schuldig, begehrend, verdrängend, mütterlich und grausam, manchmal fast alles gleichzeitig. Götz Schubert bringt die physische Selbstverständlichkeit einer Machtfigur mit und macht durch seine Doppelrolle zugleich sichtbar, dass Hamlet gar nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart wählen kann: Beide sehen gleich aus.

Die gestandenen Schauspieler tragen das junge Ensemble.

Aber sie erdrücken es nicht.

Das ist entscheidend.

Und wenn dieser Abend ganz bei seinen Schauspielern ist, wenn Harfouch nur schaut, Schubert den Raum mit seinem Körper besetzt, Reusse zwischen Zusammenbruch und Angriff umschaltet, wenn plötzlich ein intimer Moment in dieser riesigen kalten Halle entsteht, dann findet Kohlers Inszenierung etwas, das keine Drohne, kein Wasserfall und kein Totenschädel herstellen kann.

Menschen.

Da wird sie richtig gut.

Was tun?

Am Ende kreist alles um eine sehr alte und gerade deshalb unangenehm aktuelle Frage.

Wie handelt man richtig, wenn die Verhältnisse falsch sind?

Hamlet weiß es nicht.

Wir offenbar auch nicht.

Wir kennen Klimakrise, Kriege, gesellschaftliche Verhärtung, demografische Konflikte, Aufrüstung, politische Radikalisierung. Wir haben Informationen ohne Ende. Wir haben Statistiken, Analysen, Pushmeldungen, Podcasts, Talkshows und Expertenrunden. An Erkenntnis mangelt es selten.

Und dann?

Hamlet hängt im Hoodie herum.

Gar nicht so fremd.

Kohlers Inszenierung ist besonders stark, wenn sie diesen Hamlet nicht verspottet. Sein Zaudern ist nicht einfach Schwäche. Es ist die Reaktion eines Menschen, der erkennt, dass jede angebotene Lösung bereits Teil des Problems ist.

Nur bleibt Verweigerung eben auch nicht unschuldig.

Irgendwann kippt sie.

Dann wird aus Ohnmacht Radikalität.

Aus dem Jungen, der nicht handeln kann, wird einer, der zerstört.

Und über allem schwebt schließlich die Drohne.

Das ist ein starkes Bild. Vielleicht ein bisschen zu stark gewollt. Aber in diesem Hangar darf eine Drohne fliegen, ohne dass jemand lange erklären muss, was sie bedeutet. Vergangenheit und Gegenwart liegen hier ohnehin übereinander. Militärgeschichte wird nicht ausgestellt. Sie wird reaktiviert. Als Erinnerung. Als Warnung. Als Möglichkeit.

Der Rest ist Drohnenflug.

Ich bin mal ganz forsch

Und verlasse diesen Hangar nicht mit dem Gefühl, einen perfekten „Hamlet“ gesehen zu haben.

Zum Glück. Perfektion wäre hier verdächtig.

Ich habe einen übervollen, bildmächtigen, manchmal überladenen, stellenweise zerfasernden, häufig berührenden und in seinen besten Momenten grandios gespielten Abend gesehen. Einen „Hamlet“, der Shakespeare nicht ehrfürchtig konserviert, sondern ihn in einen Ort schleudert, der selbst schon Geschichte gespeichert hat.

Kohler hat dafür den richtigen Raum gefunden.

Und die richtigen Schauspieler.

Vor allem Linn Reusse, Corinna Harfouch und Götz Schubert geben den großen politischen Behauptungen Körper. Das ist wichtig. Denn Theater kann sehr schnell anfangen, über „die Generationen“, „die Gesellschaft“, „die Krise“ und „die Gegenwart“ zu sprechen, bis vor lauter Gegenwart kein Mensch mehr zu sehen ist.

Hier sind Menschen zu sehen.

Verletzte. Schuldige. Komische. Eitle.Verliebte. Wütende. Überforderte. Gefährliche.

Das Ensemble leistet dabei enorme Text- und Körperarbeit. Es behauptet sich gegen einen Raum, der jeden verschlucken könnte. Gerade Harfouch und Schubert bringen eine Souveränität mit, an der sich die Jüngeren reiben können. Reusse wiederum braucht diesen Schutz irgendwann gar nicht mehr. Ihr Hamlet wächst nicht in die Rolle des Helden hinein. Er wächst in seine Gefährlichkeit.

Das ist klüger.

Der Abend behauptet nicht, dass die Jugend die bessere Welt bereits in der Tasche trägt. Er zeigt vielmehr eine Generation, der die Zukunft als Reparaturauftrag überreicht wird. Bitte einmal Klima, Demokratie, Rente, Krieg, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt richten.

Bis Montag.

Hamlet verweigert sich. Dann radikalisiert er sich. Dann ist fast jeder tot. Und danach stehen die Kinder da.

Vielleicht liegt genau in diesem Bild die eigentliche Brutalität von Kohlers Inszenierung. Die Jüngsten bekommen nicht die neue Welt. Sie bekommen die Reste der alten.

Sie sollen daraus etwas machen. Wieder einmal.

Draußen wartet Cottbus. Eine Stadt mitten im Strukturwandel. Drinnen steht der ehemalige Militärhangar. Ein Gebäude, das mehrere deutsche Systeme überlebt hat. Auf seinen Fenstern heißt es für einen Abend Helsingør. Darüber kreist die Vorstellung von Drohnen, Aufrüstung und dem nächsten Krieg. Unten liegen die Toten Shakespeares.

Vierhundert Jahre „Hamlet“.

Und wir sind immer noch nicht fertig damit.

Vielleicht wird es langsam Zeit, nicht mehr zu fragen, warum dieses Stück schon wieder gespielt wird.

Die unangenehmere Frage lautet:

Warum passt es schon wieder so gut?

Was die Politik dazu sagt

Vor der Premiere interpretierte der Philosoph Christoph Menke das diesjährige Festivalmotto „geschöpferisch“. Anschließend sprach Kulturstaatssekretär Tobias Dünow ein Grußwort. „Sein oder Nichtsein ist keine Frage mehr: Das Lausitz Festival ist mittlerweile selbstverständlicher Teil der Brandenburger Kulturlandschaft – und das mit großem Erfolg“, sagte er. Fünf ausverkaufte Vorstellungen des Shakespeare-Klassikers zeigten, „wie groß das Interesse an anspruchsvoller und außergewöhnlicher Kultur auch jenseits der großen Metropolen ist“.

Die Lausitz sei ein Ort, an dem große Kunst auf ein neugieriges Publikum treffe. Dünow dankte dem Festival dafür, dass es Künstlerinnen und Künstler, Publikum und Kulturorte über Ländergrenzen hinweg zusammenbringe.

Die siebte Ausgabe des länder- und spartenübergreifenden Festivals läuft noch bis zum 13. September an 14 Orten in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz. Auf dem Programm stehen neben Theaterproduktionen Konzertabende, eine auf drei Städte verteilte Kunstausstellung sowie Formate aus Literatur und Philosophie. Das Land Brandenburg fördert das Festival in diesem Jahr mit 500.000 Euro.

Festival-Geschäftsführerin Maria Schulz wurde in diesem Jahr mit der Europaurkunde des Landes Brandenburg ausgezeichnet – für ihren Einsatz für den kulturellen Austausch über Ländergrenzen hinweg.

Noch bis Sonntag in Cottbus

Nach der Premiere am 26. August und einer kurzfristig eingeschobenen Zusatzvorstellung am 27. August stehen weitere Aufführungen am 28., 29. und 30. August an – jeweils im Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz, Burger Chaussee 1. Beginn ist um 19:00 Uhr, ab 18:30 Uhr gibt es eine Einführung mit dem Leitenden Dramaturgen Michael Höppner, ab 18:40 Uhr Einlass zu einem inszenierten Vorspiel.

Auf der Bühne stehen Corinna Harfouch, Sina Kießling, Dagna Litzenberger Vinet, Linn Reusse, Leonard Burkhardt, Tom Gramenz und Götz Schubert sowie Kinder aus Cottbus. Textfassung und Regie: Marcel Kohler, Bühne: Torsten Köpf, Musik: Christoph Bernewitz.

Dasselbe Team hatte 2024 mit „Othello / Die Fremden“ auf dem Telux-Gelände in Weißwasser einen der größten Erfolge des Festivals gelandet; neu dazugestoßen ist in diesem Jahr Corinna Harfouch.

Text: Sven Krüger

Titelbild: © Jeanne Degraa / Lausitz Festival | Foto Ensemble: © Stadt Cottbus/Chóśebuz

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