Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt vor den Folgen einer möglichen Aufweichung des 8-Stunden-Tages für Familien in der Region. Zum Hintergrund verweist die Gewerkschaft auf die Kinderbetreuung: In Cottbus gibt es demnach für rund 1.150 Kinder unter drei Jahren einen Kitaplatz (Betreuungsquote gut 58 Prozent), im Landkreis Spree-Neiße für rund 1.180 Kinder (knapp 65 Prozent). Es handelt sich um eine politische Positionierung der Gewerkschaft, die sich gegen Pläne der Bundesregierung richtet.
NGG: Betreuungsquote reicht nicht aus
„Das ist zu wenig. Vor allem wenn Eltern arbeiten, müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder betreut werden“, sagt Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG Berlin-Brandenburg. Der landesweite Bedarf liege laut einer von der NGG zitierten Studie des Deutschen Jugendinstituts bei 65 Prozent. Gerade für berufstätige Eltern seien Kita- und Arbeitszeiten schon jetzt „auf Kante genäht“.
Streit um die Arbeitszeit
Hintergrund der Warnung sind Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern und statt des täglichen 8-Stunden-Tages eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einzuführen. „Wenn der Chef demnächst aus einem 8-Stunden-Tag einen Arbeitstag mit 10 oder 12 Stunden am Stück machen kann, wird es für Familien nahezu unmöglich, ihren Alltag verlässlich zu planen“, so Riesner. Betroffen seien vor allem Frauen, die häufiger Angehörige betreuten. Auch für die häusliche Pflege und aus Gründen des Gesundheitsschutzes sei eine Ausweitung der Arbeitszeit problematisch, argumentiert die Gewerkschaft.
Die Bundesregierung begründet die geplante Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit unter anderem mit mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte. Eine gesetzliche Neuregelung ist bislang nicht beschlossen.
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Symbolfoto: Archiv
Red. / Presseinformation




