In Cottbus soll in der vergangenen Nacht eine Rauchbombe im alternativen Wohnhaus „WK51“ gezündet worden sein. Das teilte die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg mit und sieht eine politisch motivierte Tat. Bewohner berichten demnach von starker Rauchentwicklung und Angst in der Nacht. Bereits zuvor gab es mehrere Angriffe auf das Haus (->> wie berichtet). Die Initiative fordert nun mehr Schutz für die Bewohner. Am Montagmittag bestätigte die Polizei, dass Unbekannte kurz vor Mitternacht vermutlich eine Leuchtfackel in den Hausflur geworfen haben. Der Fußboden wurde durch das Feuer demnach leicht beschädigt, der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Rauchbombe in Cottbus: Initiative sieht politisches Motiv
In der Nacht von Sonntag auf Montag ist im Wohnhaus „WK51“ in Cottbus eine Rauchbombe gezündet worden. Das geht aus einer Mitteilung der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg hervor. Nach Angaben der Initiative soll es sich aufgrund mehrerer vorangegangener Vorfälle um eine politisch motivierte Tat handeln.
Demnach leben in dem Haus zahlreiche kulturell und politisch engagierte Menschen. „Wieder trifft ein rechter Angriff private Wohnungen und die Menschen, die dort leben“, erklärt Lukas Pellio, Sprecher der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, laut Mitteilung. Der Vorfall stelle aus Sicht der Initiative eine weitere Eskalation rechter Gewalt dar.
Die Polizei teilte am Montagmittag mit: „Feuerwehr und Polizei wurden am Sonntag kurz nach 23:50 Uhr in die Wilhelm-Külz-Straße gerufen. Nach ersten Erkenntnissen hatten Unbekannte dort ein Leuchtfackel in den Hausflur geworfen, was zu einer starken Rauchentwicklung im Haus führte. Sämtliche Bewohner mussten deshalb kurzzeitig das Gebäude verlassen, verletzt wurde niemand. Der Fußboden wurde durch das Feuer leicht beschädigt. Die Polizei sicherte die Pyrotechnik und noch in der Nacht wurden Zeugen befragt und Kriminaltechniker kamen zum Einsatz. Da sich im Gebäude ein alternativer Begegnungsort befindet, hat der polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen.“
Bewohner schildern Angriff und fordern Schutz
Eine Bewohnerin beschreibt die Situation in der Nacht als bedrohlich. Dichter Rauch, so die Mitteilung, habe sich in den Wohnungen ausgebreitet, sodass zunächst von einem Brand ausgegangen worden sei. In dem Haus leben unterschiedliche Menschen, darunter internationale Studierende, Handwerker sowie zivilgesellschaftlich und kulturell engagierte Personen.
Die Bewohner erwarten nach eigenen Angaben nun Maßnahmen zum Schutz. Diese sollen sich an Polizei, politische Verantwortliche sowie die Eigentümer des Hauses richten. Ziel sei es, die Sicherheit der Bewohner künftig besser zu gewährleisten.
Mehrere Vorfälle am selben Ort gemeldet
Die Initiative verweist in ihrer Mitteilung auf weitere Vorfälle in der Vergangenheit. So soll es bereits in der Silvesternacht 2024/25 einen Sprengstoffanschlag auf das Gebäude gegeben haben. Zudem seien regelmäßig rechte Aufkleber angebracht worden. Auch Markierungen mit Fadenkreuzen sowie beschädigte Fensterscheiben im Erdgeschoss werden genannt.
Darüber hinaus sei auch das Nachbarschaftsprojekt „Rosa“, das sich im selben Gebäude befindet, mehrfach Ziel von Angriffen gewesen. ->> wie berichtet
Einordnung durch Initiativen und Behörden
Die Opferperspektive Brandenburg habe zuletzt einen Höchststand rechter Gewalt in Cottbus und im Land festgestellt, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Verfassungsschutz Brandenburg beschreibt die Stadt demnach als „Hochburg des Rechtsextremismus“. Zudem wird auf Verflechtungen zwischen verschiedenen extrem rechten Strukturen hingewiesen.
Vor diesem Hintergrund habe sich die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg gegründet. Sie versteht sich als Zusammenschluss von Jugendclubs, Hausprojekten sowie sozialpolitischen Einrichtungen in der Region. Ziel sei es, sich gemeinsam gegen Angriffe zu positionieren und betroffene Orte zu unterstützen. Weitere Informationen sowie Spendenmöglichkeiten stellt die Initiative unter https://www.losmachen.jetzt/spenden bereit.
Weitere Polizeimeldungen aus Cottbus:
Cottbus: Im Rahmen ihrer unregelmäßigen Bestreifung der Synagoge in der Spremberger Straße stellten Polizeibeamte am Montag kurz nach 03:30 Uhr ein Hakenkreuz an der Fassade fest. Dieses hatte eine Größe von etwa 150 cm mal 200 cm. Da es nach der Dokumentation auch mit Hilfe der Feuerwehr nicht entfernt werden konnte, wurde es abgeklebt und die Entfernung im Laufe des Montags veranlasst. Die Polizisten suchten natürlich umgehend im Umfeld nach Tatverdächtigen, was ergebnislos blieb. Der Staatsschutz hat die weiterführenden Ermittlungen übernommen.
Im Zusammenhang mit den beiden benannten Sachverhalten bittet die Polizei um Zeugenhinweise und fragt:
- Wer hat eine der Taten beobachtet?
- Wer hat im örtlichen und zeitlichen Umfeld verdächtige Personen festgestellt?
- Wer kann Angaben zur Identität der Tatverdächtigen geben?
Mit Ihren sachdienlichen Hinweisen wenden Sie sich bitte an die Polizeidirektion Cottbus/Spree-Neiße in Cottbus unter der Telefonnummer 0355-4937-1227 oder an jede andere Polizeidienststelle. Nutzen Sie auch gerne die Möglichkeit, online Ihren Hinweis abzugeben.
Cottbus: Ein Sachschaden von mehreren tausend Euro ist das Resultat eines Unfalls mit zwei FORD am Sonntagabend in der Karl-Marx-Straße. Gegen 20:00 Uhr waren der „Fiesta“ und der „Focus“ zusammengestoßen. Verletzt wurde dabei niemand.
Cottbus: Mit gleich zwei Fahrrädern ist am Montag gegen 06:30 Uhr ein PKW VW in der Dissenchener Straße zusammengestoßen. Die beiden Radler werden sich bei Bedarf selbst zum Arzt begeben, um ihre Verletzungen abzuklären, alle Unfallbeteiligten konnten nach der Aufnahme ihre Fahrt fortsetzen.
Cottbus: Unbekannte sind übers Wochenende in ein Lager in der Vetschauer Straße eingebrochen. Sie verschafften sich Zugang zu mehreren Containern sowie einer Werkstatt und stahlen hochwertiges Werkzeug, so dass sich der Schaden auf einige tausend Euro summiert. Mit den gesicherten Spuren befasst sich nun die Kriminalpolizei.
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Red. / Presseinformation




