In Cottbus werden am 7. März vier weitere Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Damit steigt die Zahl der im Stadtgebiet verlegten Steine auf insgesamt 103. Der 100. Stolperstein wird um 11:30 Uhr in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13 für den Ingenieur Eugen Heilbrun gesetzt, der 1941 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurde und dort 1942 starb. Drei weitere Steine folgen um 11:40 Uhr in der Klosterstraße 25 für Mitglieder der Familie Kaczka, die deportiert und in Ghettos sowie im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurden. Die Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Kunstprojekts des Künstlers Gunter Demnig.
Vier neue Stolpersteine in Cottbus geplant
Seit dem Jahr 2006 sind Stolpersteine im Cottbuser Stadtbild zu finden. Am 7. März werden durch den Künstler Gunter Demnig vier weitere Steine verlegt. Der 100. Stolperstein wird um 11:30 Uhr vor dem Haus in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13 in das Straßenpflaster eingelassen.
Dieser Stolperstein erinnert an den Ingenieur Eugen Heilbrun. Er lebte seit 1902 in Cottbus und war mit der Protestantin Gertrud Koppe verheiratet. Nachdem er im Februar 1936 den Erhalt des vorläufigen Reichsbürgerrechts beantragt hatte, wurde seine Familiengeschichte überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass er nach nationalsozialistischen Vorstellungen als Jude galt. Im Oktober 1936 wurde er wegen der Beschäftigung einer „arischen“ Hausangestellten zu einer Gefängnis- und Geldstrafe verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde die Haftstrafe ausgesetzt, die Geldstrafe jedoch erhöht. Im November 1941 wurde Eugen Heilbrun in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, wo er am 12. März 1942 verstarb.
Weitere Verlegung für Familie Kaczka
Drei weitere Stolpersteine werden um 11:40 Uhr vor dem Haus in der Klosterstraße 25 für die Familie Kaczka verlegt. Die Familie lebte dort ab 1919 mit fünf Kindern. Der Vater Fischel Kaczka betrieb eine Rohproduktenhandlung. Ende Oktober 1938 wurden Fischel und Malka Ides Kaczka an die polnische Grenze nach Bentschen deportiert. Sie flohen zunächst nach Poznan und 1940 in das Ghetto Lodz, wo sie vermutlich ermordet wurden.
Der Sohn Gustav Kaczka befand sich bereits vor 1938 aufgrund von Depressionen in der Heilanstalt St. Joseph in Berlin. 1941 wurde er in das Jüdische Krankenhaus Berlin-Wedding verlegt. 1943 erfolgte seine Deportation nach Auschwitz, wo er ermordet wurde.
Erinnerungsprojekt seit 2006 im Stadtbild sichtbar
Die Stolpersteine sind eine Kunstaktion von Gunter Demnig. Mit den 10 x 10 Zentimeter großen Messingtafeln wird an Menschen erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus verhaftet, deportiert und ermordet wurden. Die Verlegung erfolgt jeweils vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Opfer.
Ermöglicht wird die Verlegung durch Spenden von Privatpersonen, Firmen, Vereinen und Organisationen. Ein Stolperstein kostet 120 Euro. Spenden sind an den Heimatverein Cottbus e.V. unter dem Stichwort „Stolpersteine“ möglich.
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Red. / Presseinformation






