Rund 60 Anwohner haben an einer Informationsveranstaltung zur geplanten EHS-Monodeponie bei Kostebrau teilgenommen. Dabei stellten sowohl die LMBV als auch eine Bürgerinitiative ihre Sichtweisen vor. Das teilte die LMBV mit.
Erstmals auch Bürgerinitiative mit Vortrag
Die Veranstaltung fand am 16. Januar in der Mehrzweckhalle Kostebrau statt. Eingeladen hatte der Ortsbeirat Kostebrau. Im Vorfeld hatten sich laut LMBV Vertreter des Bergbausanierers mit dem Ortsbeirat und der Bürgerinitiative über den Ablauf verständigt. Erstmals erhielten damit nicht nur die LMBV, sondern auch die Anwohner eine Bühne, um ihre Perspektive in einem eigenen Vortrag einzubringen.
Die Bürgerinitiative lehnt das Projekt ab. Ihr Referent Michael Kirbis erneuerte laut LMBV die Einwände der Anwohner. Kritisiert wurde unter anderem die Standortauswahl. Zudem wurde die Unbedenklichkeit des zu deponierenden Eisenhydroxidschlamms angezweifelt. Kirbis verwies darauf, dass Kostebrau bereits seit vielen Jahrzehnten durch den Bergbau vorbelastet sei.
LMBV stellt aktuellen Planungsstand vor
Für die LMBV stellte Sven Radigk als Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Planungsstand vor. Demnach wurden die Vorplanungen im Herbst 2025 abgeschlossen. Im Dezember wurde eine sogenannte Tischvorlage bei der Genehmigungsbehörde, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR), eingereicht.
Die geplante Deponie soll laut LMBV eine Basis- und eine Oberflächenabdichtung erhalten. Eine EHS-Aufbereitungsanlage nebst Betriebsgebäuden soll sich unmittelbar neben dem Deponiekörper befinden. Die Behandlungshallen, in denen der Eisenhydroxidschlamm durch Zusatzstoffe einbaufähig gemacht werden soll, sind überdacht. Damit geht die LMBV auch auf Einwände wegen möglicher Staubbelästigung ein.
Was ist Eisenhydroxidschlamm (EHS)?
Als Folge des jahrzehntelangen Braunkohleabbaus in der Lausitz verockern Fließgewässer – sie verfärben sich durch Eisenverbindungen braun. Um die Wasserqualität zu sichern, wird der Eisenhydroxidschlamm (EHS) aus Gewässern und Wasserbehandlungsanlagen entfernt. Die anfallenden Mengen übersteigen laut LMBV die Verwertungsmöglichkeiten, weshalb eine Monodeponie als langfristige Lösung geplant ist. Der Standort liegt auf einem LMBV-Betriebsgelände zwischen Kostebrau und Schipkau im Bereich des ehemaligen Baggerfeldes 116.
Überschaubares Transportaufkommen laut LMBV
Radigk wies laut LMBV eine Staubbelästigung durch die Deponie als unbegründet zurück, da das EHS mit hoher Feuchtigkeit angeliefert werde. Das Transportaufkommen sei im Vergleich zu anderen Maßnahmen in der Region überschaubar. Nach bisherigen Berechnungen sollen täglich rund zehn beladene Lkw zur Deponie fahren und leer zurückkehren. Die Anbindung soll über die L60 erfolgen.
Die Bürgerinitiative forderte unter anderem eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens, eine dauerhafte Überwachung der Deponie sowie Transparenz bei Finanzierungs- und Haftungsfragen. Fragen der Anwohner bezogen sich laut LMBV zudem auf den Grundwasserschutz und den Umgang mit dem Wasser, das dem EHS entzogen wird.
Genehmigungsantrag voraussichtlich 2027
Aktuell läuft laut LMBV die Vorbereitung des abfallrechtlichen Planfeststellungsverfahrens. Der Antrag soll voraussichtlich 2027 eingereicht werden. Bei erfolgter Genehmigung und nach Ausschreibung der Bauleistungen könnte die Deponie frühestens 2035 ihren Betrieb aufnehmen. Radigk stellte klar, dass die Entscheidung über den Bau letztlich bei der Genehmigungsbehörde liege.
Am Rande der Veranstaltung wurde ein zusätzlicher Fragenkatalog an die LMBV überreicht. Die LMBV bot Exkursionen zum Baggerfeld 116, zur Wasserbehandlungsanlage Plessa und zur Vorsperre Bühlow an. Knapp 20 Anwohner trugen sich in die Teilnehmerliste ein, wie die LMBV mitteilte.
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Red. / Presseinformation
Foto: LMBV








