In vielen Lagern hält sich noch immer der Mythos: „Je mehr Schaumstoff, desto sicherer“. Das ist ein teurer Irrtum. Zu harter Schaum wirkt beim Aufprall wie Beton und überträgt die Erschütterung auf empfindliche Elektronik, während zu weicher Schaum dem Produkt erlaubt, auf den Boden der Verpackung zu schlagen. Wie findet man also das „goldene Mittelmaß“ – ganz ohne Physikstudium?
Aus Sicht eines Lagerleiters und Einkäufers hat eine Schutzverpackung nur zwei wesentliche Aufgaben:
- das Produkt unbeschädigt zu liefern (ohne Reklamationen und Rücksendungen),
- so wenig wie möglich zu kosten (Material, Volumen, Transport).
In der Praxis führt die falsche Wahl von PE-Polyethylenschaum zu Verlusten – Beschädigungen, versteckten Mängeln sowie überhöhten Verpackungs- und Versandkosten.
Die häufigsten Fehler sind:
- Zu dünner oder zu weicher Verpackungsschaum – das Produkt stößt beim Aufprall auf den Boden des Kartons.
- Zu harter Schaum – dämpft nicht, sondern überträgt die Aufprallenergie direkt auf das Produkt (häufige Ursache für Schäden an Elektronik ohne äußere Spuren).
- Zu viel Schaum „vorsichtshalber“ – größere Kartons, höhere Palettierungs- und Transportkosten.
Wichtig: Das Gewicht eines Produkts sagt nicht immer etwas über seine Widerstandsfähigkeit aus. Leichte elektronische Komponenten können empfindlicher sein als schwere Maschinen – das muss bei der Auswahl des richtigen Verpackungsmaterials berücksichtigt werden.
Auswahl von PE-Schaum in wenigen Schritten
Wie wählt man also den richtigen PE-Schaum für Ihr Produkt aus, ohne zu viel zu bezahlen und gleichzeitig das Risiko von Beschädigungen zu vermeiden?
Schritt 1 – Bestimmen Sie die Empfindlichkeit des Produkts (G)
In der Schutzverpackungsbranche wird der sogenannte G-Wert verwendet, um zu bestimmen, welche Stoßbelastung ein Produkt unbeschadet übersteht.
Vereinfacht gesagt: G ist die Belastungsgrenze eines Produkts bei einem Aufprall. Je niedriger der G-Wert, desto besser muss die Dämpfung durch die Verpackung sein.

Muss man den genauen G-Wert kennen?
Nein. In der Praxis müssen weder Lagerleiter noch Einkäufer den genauen G-Wert eines Produkts kennen. Der G-Wert ist ein ingenieurtechnisches Werkzeug, aber im täglichen Logistikalltag reicht es aus, das Produkt richtig einer der Empfindlichkeitsgruppen zuzuordnen.
Stellen Sie sich dazu ein paar einfache Fragen:
- Enthält das Produkt Elektronik, Optik oder Präzisionselemente?
- Kann es bei einem Sturz zu inneren, von außen nicht sichtbaren Schäden kommen?
- Gab es bereits Reklamationen, obwohl der Karton unbeschädigt war?
Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie das Produkt als empfindlich oder sehr empfindlich einstufen.
Praktische Klassifizierung für Laien (ohne Physik)
Sie können sich an einer einfachen Regel orientieren:
- Sehr empfindlich
Das Produkt funktioniert nach einem Aufprall nicht mehr, auch wenn das Gehäuse unbeschädigt bleibt (Sensoren, Elektronik, Optik). - Empfindlich
Das Produkt kann beim Herunterfallen beschädigt werden, meist sind äußere Spuren sichtbar (Monitore, Drucker, Glas). - Mittelmäßig robust
Das Produkt hält den typischen Kuriertransport aus (Unterhaltungselektronik, kleine Haushaltsgeräte, Laptops in Hülle). - Robust
Das Produkt hält Stöße und Vibrationen aus (Möbel, Maschinen, Werkzeuge).
Diese Einteilung reicht vollkommen aus, um die passende Stärke und Stützform von PE-Schaum auszuwählen.
Praxistipp aus dem Lager
Wenn Sie keine technischen Daten vom Hersteller haben, gilt immer:
- Gehen Sie vom empfindlicheren Produkttyp aus,
- Optimieren Sie die Kosten über die Art der Abstützung – nicht über die Menge des Schaums.
Das ist günstiger und sicherer als „Verpacken nach Gefühl“.
Schritt 2 – Bestimmen Sie die reale Fallhöhe
Dies ist ein wichtiger Lagerparameter, der jedoch häufig übersehen wird.

Praktische Schlussfolgerung:
Ein leichter Router (3 kg) muss einen Sturz aus 1 m Höhe überstehen.
Ein schwerer Server (50 kg) hingegen – in der Regel nur aus 45 cm.
Schritt 3 – Wählen Sie die Stärke des PE-Schaums
Für die meisten elektronischen Geräte bis 20 kg sind 5 cm PE-Schaum ein sicherer Ausgangspunkt.
Für Produkte, die:
- schwerer sind,
- sehr empfindlich sind,
- einen hohen Schwerpunkt haben,
→ ist eine größere Schaumstärke oder eine geänderte Art der Abstützung erforderlich.
Schritt 4 – Legen Sie den Karton nicht vollständig mit PE-Schaum aus
Wenn Sie keine passgenauen Schaumformteile verwenden, vermeiden Sie es, den gesamten Boden des Kartons mit PE-Schaum auszukleiden – das ist ein häufiger Fehler im Lager.
PE-Schaum dämpft nur dann wirksam, wenn er ausreichend belastet wird. Eine große, flache Schaumplatte bedeutet geringen Druck pro cm² – der Schaum gibt nicht nach und absorbiert keine Stöße.
Wie geht es besser und günstiger?
Konzentrieren Sie die Belastung auf bestimmte Punkte:
- Ecken,
- Standfüße,
- Schaumprofile.
So kann der Schaum bei Erschütterungen tatsächlich arbeiten.
Beispiel aus dem Lager
Produkt: 20 kg
- Fehler: Schaumplatte 50 × 50 cm (2500 cm²) → keine Dämpfung
- Lösung: 4 Eckpolster (200 cm² Kontaktfläche) → der Schaum gibt nach und schützt
Ergebnis:
- bis zu 80 % weniger Schaum,
- geringere Verpackungskosten,
- besserer Transportschutz,
- weniger Reklamationen.
Fazit
Polyethylenschaum (PE-Schaum) schützt nur dann wirksam, wenn er passend zum Gewicht und zur Empfindlichkeit des Produkts gewählt wird, die tatsächliche Fallhöhe berücksichtigt und unter Last arbeitet – nicht wenn er einfach nur „der Optik halber“ den Karton ausfüllt. Gutes Verpacken bedeutet: weniger Material, weniger Luft, weniger Probleme nach der Lieferung. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Form und Stärke des PE-Schaums den besten Schutz für Ihre Produkte bietet – wenden Sie sich an einen erfahrenen Anbieter wie Verpackes.com.








