An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg wird an Forschung gearbeitet, die später im Weltall zum Einsatz kommen könnte. In einem neuen, vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt geförderten Projekt untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sich Wärme ohne Schwerkraft steuern und transportieren lässt. Die Experimente werden in Cottbus entwickelt, finden aber unter Bedingungen statt, wie sie sonst nur im All vorkommen.
BTU-Forschungsprojekt untersucht Wärmetransport ohne Schwerkraft
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg arbeitet an einem neuen Raumfahrtforschungsprojekt mit dem Titel „Dielektrophoretisch Induzierte Konvektion (DEPIK II)“. Gefördert wird das Vorhaben vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ziel des Projekts ist es, zu erforschen, wie sich Wärme auch unter Bedingungen der Schwerelosigkeit effizient transportieren lässt.
Die Experimente entstehen an der BTU in Cottbus, werden jedoch unter besonderen Bedingungen durchgeführt. Lehrstuhlleiter Prof. Dr.-Ing. Christoph Egbers erklärt dazu, dass die Untersuchungen unter Umständen stattfinden, wie sie sonst nur im Weltall vorkommen. Damit verbindet das Projekt Forschung aus der Lausitz mit Anwendungen in der Raumfahrt.
Parabelflüge und elektrische Felder im Fokus der Experimente
Ab März 2026 untersuchen die Forschenden die Bewegung spezieller Flüssigkeiten, die allein durch elektrische Felder in Strömung versetzt werden. Unter Schwerelosigkeit, wie sie beispielsweise bei Parabelflügen herrscht, entfällt der natürliche Auftrieb. Stattdessen wirkt eine sogenannte dielektrophoretische Kraft, mit der sich die Strömung gezielt steuern sowie ein- und ausschalten lässt.
Diese Technologie gilt laut Projektbeschreibung als vielversprechend für neue Kühl- und Wärmetauschersysteme in Satelliten, Raumsonden und zukünftigen Raumstationen. Getestet wird mit zwei speziell an der BTU entwickelten Versuchszellen. Dabei handelt es sich um eine zylindrische sowie eine plattenförmige Geometrie.
Die Versuchszellen kommen in den Jahren 2026 bis 2028 bei mehreren Parabelflugkampagnen zum Einsatz. Mithilfe moderner Messtechnik wird sichtbar gemacht, wie sich die Flüssigkeiten bewegen und wie effizient der Wärmetransport erfolgt.
Projekt stärkt Forschung und Ausbildung in der Lausitz
Nach Angaben der Universität trägt das Projekt dazu bei, die internationale Sichtbarkeit der BTU zu stärken. Gleichzeitig wird die wissenschaftliche und technologische Kompetenz der Lausitz weiter ausgebaut. Studierende und Nachwuchswissenschaftler aus der Region sind direkt an den Experimenten beteiligt und sammeln Erfahrungen in der Raumfahrtforschung.
Für das Projekt DEPIK II stellt der DLR-Raumfahrtprojektträger Fördermittel in Höhe von 665.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren bereit. Langfristig könnten die Forschungsergebnisse nicht nur für Anwendungen im Weltall, sondern auch auf der Erde genutzt werden, etwa im Bereich energieeffizienter Kühltechnik in Industrie und Maschinenbau.
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Red. / Presseinformation






