Neurochirurgische Mission in Tansania gestartet
Ein Team der Klinik für Neurochirurgie der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) ist derzeit erneut im humanitären Einsatz in Tansania. Wie aus einer Pressemitteilung der Universität hervorgeht, führt das Team vom 9. bis 13. März mehrere komplexe neurochirurgische Eingriffe am Bugando Medical Centre (BMC) in der Stadt Mwanza durch.
Bereits am ersten Einsatztag konnten laut Angaben von Prof. Dr. med. Ehab Shiban, Chefarzt der Neurochirurgischen Klinik der MUL – CT, insgesamt fünf Operationen durchgeführt werden. Darunter befanden sich vier größere Hirntumoroperationen. Eine dieser Operationen betraf ein sechsjähriges Kind. Nach Angaben des Teams seien alle Patientinnen und Patienten wohlauf. Auch für die folgenden Tage waren weitere Eingriffe geplant. „Am zweiten Tag sind erneut fünf Operationen vorgesehen, darunter drei große Tumoren sowie zwei Wirbelsäuleneingriffe, die parallel in zwei Operationssälen durchgeführt werden“, erklärte Prof. Shiban laut Mitteilung.

Wissenstransfer als zentrales Ziel des Einsatzes
Der Einsatz knüpft an eine erste medizinische Mission an, die die MUL – CT bereits im Jahr 2025 am Bugando Medical Centre durchgeführt hatte. Damals standen nach Angaben der Universität besonders komplexe Eingriffe bei bösartigen oder außergewöhnlich großen Hirntumoren im Mittelpunkt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurde das Konzept der aktuellen Einsatzwoche weiterentwickelt. Diesmal liegt der Schwerpunkt laut Pressemitteilung vor allem auf gutartigen Hirntumoren, sogenannten Meningeomen. Gleichzeitig soll das Team vor Ort intensiv in die Behandlungsabläufe eingebunden werden.
Prof. Shiban betont, dass neben den Operationen vor allem der Wissenstransfer im Mittelpunkt steht. Ziel sei es, die Neurochirurginnen und Neurochirurgen in Mwanza so zu begleiten, dass sie ähnliche Eingriffe künftig eigenständig und auf hohem fachlichem Niveau durchführen können. Der fachliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort sei intensiv und erfolge auf Augenhöhe.
Team aus Cottbus arbeitet mit Klinik in Mwanza
Begleitet wird Prof. Shiban während der einwöchigen Mission von Thomas Marx, geschäftsführender leitender Oberarzt der Neurochirurgie, sowie von Dr. med. Maria Kipele, Assistenzärztin der Klinik. Für Dr. Kipele besitzt der Einsatz auch eine persönliche Bedeutung. Wie sie laut Pressemitteilung erklärte, sei es beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement die Kolleginnen und Kollegen in ihrem Heimatland arbeiten. Teil dieses Austauschs zu sein und konkret helfen zu können, sei für sie eine große Motivation.
Mit dem wiederholten Einsatz in Mwanza will die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem nach eigenen Angaben nicht nur einzelne Patientinnen und Patienten behandeln. Die Kooperation soll langfristig dazu beitragen, medizinische Strukturen vor Ort zu stärken und spezialisierte neurochirurgische Behandlungen dauerhaft verfügbar zu machen.

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Red. / Presseinformation
Bilder: MUL-CT






