Die LEAG zieht für das Jahr 2025 eine positive Bilanz im Geschäft mit Brennstoffen. Besonders bei Briketts und Pellets konnte das Unternehmen steigende Absätze verzeichnen. Gleichzeitig zeigte sich die schwache wirtschaftliche Lage im Industriebereich durch rückläufige Nachfrage nach Industriebrennstoffen. Parallel arbeitet das Unternehmen an der Transformation hin zu biogenen Energieträgern. Im Videointerview gibt Betriebsleiter Veredlung Stefan Weichert unter anderem Einblicke in die Entwicklung einer innovativen Holzbrikettpresse als Versuchsanlage in Schwarze Pumpe.
LEAG zieht positive Bilanz im Brennstoffgeschäft
Die LEAG hat bei einem Pressegespräch am Dienstagvormittag eine positive Bilanz für ihr Brennstoffgeschäft gezogen. Wie das Unternehmen mitteilte, legten die Absätze im Jahr 2025 sowohl bei Briketts als auch bei Pellets zu. Der Absatz von Briketts stieg demnach um 12 Prozent, bei Pellets lag das Wachstum bei 13 Prozent.
Rückläufig entwickelte sich dagegen der Industriebrennstoff LignoPlus. Nach Angaben des Unternehmens ging der Absatz hier um 11,4 Prozent zurück. Als Grund wurde die schwache wirtschaftliche Konjunktur genannt.
Heimische und speicherbare Brennstoffe würden nach Darstellung der LEAG weiterhin zur Versorgungssicherheit bei der Wärme beitragen. Gleichzeitig arbeite das Unternehmen daran, die Transformation von klassischen Braunkohleprodukten hin zu biogenen Energieträgern schrittweise voranzutreiben.
Transformation hin zu Biomasse-Brennstoffen
Im Videogespräch erklärte Stefan Weichert, Leiter Betrieb Veredlung bei der LEAG, dass das Unternehmen neben dem bestehenden Geschäft verstärkt auf nachhaltige Brennstoffe aus Biomasse setzen will. In Schwarze Pumpe soll dafür eine Biomassepresse aufgebaut werden. Geplant sei eine Produktion von bis zu 120.000 Tonnen Biomassebriketts pro Jahr.
Im Industriepark Schwarze Pumpe wird derzeit eine innovative Versuchsanlage entwickelt und getestet. Ziel ist es, regional verfügbare biogene Reststoffe wie Holzreste aus Sägewerken oder andere Biomassematerialien für die Herstellung nachhaltiger Brennstoffe zu nutzen. Die Anlage arbeitet mit flexibel einstellbaren Pressparametern und Pressdrücken von bis zu 300 bar. Nach Unternehmensangaben können damit unterschiedliche Biomassen verarbeitet werden. Die Produktion soll bis zu vier Tonnen Briketts pro Stunde erreichen. Die Versuchsanlage wurde aufgebaut und ist seit Oktober 2025 in Betrieb. Perspektivisch ist eine Skalierung auf eine Produktion von bis zu 120.000 Tonnen Briketts pro Jahr am Standort geplant. Eine mögliche Inbetriebnahme einer größeren Anlage wird derzeit für das dritte Quartal 2028 genannt. Nach derzeitigen Vorstellungen könnte eine Planung noch ab diesem Jahr erfolgen, ein Baubeginn wäre im Idealfall 2027 möglich und eine Inbetriebnahme 2028 denkbar.
Die Biomassebriketts sollen vollständig aus Holzresten bestehen, etwa aus Nebenprodukten von Sägewerken. Laut Weichert würde damit ein Brennstoff entstehen, der vollständig aus Biomasse besteht. Als Einzugsgebiet für das Ausgangsmaterial nannte er einen Radius von etwa 200 Kilometern, um regionale Wertschöpfung zu ermöglichen.

Übergang vom traditionellen Brennstoff zum neuen Produkt
Nach Angaben der LEAG soll der Übergang von klassischen Braunkohlenbriketts zu neuen Produkten aus Biomasse schrittweise erfolgen. Ziel sei es auch, möglichst viele Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Im Betrieb arbeiten laut Weichert derzeit rund 210 Beschäftigte sowie etwa 50 Mitarbeitende im Vertrieb.
Im Hausbrandbereich rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem stabilen Absatz. Insgesamt erwartet die LEAG für das Jahr einen Absatz von etwa 500.000 Tonnen Braunkohlenbriketts. Gleichzeitig geht das Unternehmen davon aus, dass sich mit einer anziehenden Baukonjunktur auch der Absatz im Bereich Braunkohlenstaub wieder verbessern könnte.
Biomasse wird von der LEAG als wichtiger Baustein für die Wärmewende gesehen. Nach Angaben des Unternehmens kann eine Pelletheizung bereits heute als vollständig erneuerbare Heizlösung eingesetzt werden, insbesondere im Gebäudebestand. Der Einbau werde derzeit mit 30 bis 70 Prozent gefördert.
Zugleich fordert das Unternehmen verlässliche politische Rahmenbedingungen. Nur langfristige und stabile Regelungen könnten nach Ansicht der LEAG die bestehende Verunsicherung bei Bürgern und Unternehmen reduzieren.
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Red. / Presseinformation





