Im dritten Aufruf des Teilhabefonds Brandenburg sind am gestrigen Donnerstag in der Neuen Bühne Senftenberg 40 Projektideen aus der Lausitzer Zivilgesellschaft ausgezeichnet worden. Die Prämierung würdigt Vorhaben, die den Strukturwandel in der Region begleiten und Beteiligung vor Ort stärken sollen.
40 Projekte ausgewählt
Bei der Veranstaltung überreichte Kathrin Schneider, Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, die Urkunden an die Projektträgerinnen und Projektträger. Sie verwies darauf, dass erneut zahlreiche Bewerbungen eingegangen seien und 40 Projekte ausgewählt werden konnten. Dies zeige, dass sich Bürgerinnen und Bürger aktiv am Strukturwandel beteiligen. Neben großen Investitionen komme der Förderung lokaler Initiativen eine ergänzende Rolle zu, insbesondere durch Projekte von Kindern und Jugendlichen, Vereinen und Dorfgemeinschaften. Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, betonte die Bedeutung des Teilhabefonds für das Engagement der Zivilgesellschaft. Die ausgezeichneten Projekte machten sichtbar, dass sich zahlreiche Akteure mit eigenen Ideen in die Entwicklung der Region einbringen und den Strukturwandel mitgestalten.
Die prämierten Vorhaben decken ein breites Themenspektrum ab. Dazu gehören Projekte zur Vermittlung regionaler Geschichte, mobile Kunst- und Dialogformate sowie Initiativen, die sich mit dem Wandel im ländlichen Raum und in der Landwirtschaft befassen. Ziel ist es unter anderem, unterschiedliche Generationen einzubeziehen und Austausch sowie Beteiligung zu ermöglichen. Ausgewählt wurden die Projekte aus mehr als 64 eingereichten Projektideen. Die Entscheidung traf eine 15-köpfige Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landkreisen und Kommunen, der Landes- und Bundesebene, Kammern sowie Kinder- und Jugendorganisationen. Die Prämierungsveranstaltung nutzte zwei Bühnen des Senftenberger Theaters, um bereits umgesetzte Projekte vorzustellen und über die Arbeit des Teilhabefonds zu informieren.
Der Teilhabefonds Brandenburg wird im Rahmen des STARK-Förderprogramms bis Ende 2027 jährlich ausgeschrieben. Pro Aufruf stehen dafür jeweils eine Million Euro vom Bund und vom Land Brandenburg zur Verfügung, um Projekte in den Landkreisen und Kommunen der Lausitz zu fördern.
Eine Auswahl der ausgezeichneten Projekte:
- Lebendige Zeitenreise durch 625 Jahre Hosena– Zwischen Mieps, Most und Metall des Fördervereins für die Linden-Grundschule Hosena e.V.: Zum Fest des Ortsbestehens entsteht ein interaktives Schaubild des Dorfes, um die regionale Wirtschafts-, Kultur- und Sportgeschichte im Wandel der Zeiten für Kinder und Jugendliche zu erzählen. Die Umwandlung der Bergbaufolgelandschaften in eine vielfältige Kultur- und Erholungslandschaft bietet auch der jungen Generation eine lebenswerte Zukunftsperspektive in der Lausitz im Strukturwandel. Das Projekt macht jungen Menschen Angebote, die eine aktive Beteiligung junger Menschen an Entscheidungsprozessen ermöglicht. Es schafft Raum für Begegnungen, gemeinschaftliches Erleben und Lernen bei Ausstellungen, Kulturevents und Sportaktivitäten.
- Tiny Holy Flow: Mobile Kunst- und Dialogplattform für die brandenburgische Lausitz – Evangelische Gesamtkirchengemeinde Region Forst (Lausitz): Als mobile Kunst- und Dialogplattform reist ein Tiny House durch die brandenburgische Lausitz. Mit Musik-, Tanz-, Malerei- und Poesieworkshops verbindet es Städte und ländlichen Räume. Höhepunkt ist ein interreligiöses Festival in Forst, das Vielfalt und Zusammenhalt im Strukturwandel stärt. Das baut Vorurteile ab und macht deutlich, dass Strukturwandel mehr ist als wirtschaftliche Erneuerung: Er braucht kulturelle Vielfalt, Begegnung und gemeinsame Zukunftsbilder. Angesichts neuer Fachkräfte aus unterschiedlichen Ländern und Religionen lädt es Glaubensrichtungen und Weltanschauungen ein, sich einzubringen und Zukunft mitzugestalten.
- Tradition trifft Moderne – Strukturwandel in der Landwirtschaft des Dorfclubs Groß Drewitz e.V.: Das Projekt möchte junge und sich in der Region ansiedelnde Personen an die Traditionen im ländlichen Kontext heranführen und für das Engagement in der Dorfgemeinschaft begeistern. Zudem wird für die älter werdende Generation auf dem Land der technologische und strukturelle Wandel in der Landwirtschaft nähergebracht.
Klettwitz: Rund 50.000 Euro für Beteiligungsprojekt am FamilienCampus
Der FamilienCampus Lausitz erhält für sein Beteiligungsprojekt „Meetup@Campus“ rund 50.000 Euro aus dem Teilhabefonds Brandenburg, nachdem sich das Vorhaben im landesweiten Auswahlverfahren durchgesetzt hat. Wie der FamilienCampus mitteilte, nahm Geschäftsführer Tom Lehnert die Förderzusage bei einer Prämierungsveranstaltung im Theater Neue Bühne entgegen, die unter anderem von Grußworten der brandenburgischen Staatskanzleichefin Kathrin Schneider begleitet wurde. Mit dem Projekt sollen Kinder und Jugendliche im Alter von etwa 8 bis 16 Jahren bis Ende 2026 in wöchentlichen Treffen am FamilienCampus Lausitz aktiv an der Gestaltung des Strukturwandels in ihrer Gemeinde beteiligt werden. Geplant ist die gemeinsame Entwicklung von Ideen zu Themen wie Infrastruktur, Freizeitangeboten und nachhaltiger Energie, die kreativ als Modelle umgesetzt und anschließend mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern diskutiert werden. ->> Hier weiterlesen
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