Die Gemeinde Schönefeld prüft ein innovatives Verkehrskonzept: Eine schienenlose Straßenbahn könnte künftig die Region entlasten. Im September traf sich Bürgermeister Hentschel mit Vertretern eines chinesischen Herstellers, wie der Gemeindeanzeiger berichtet.
Bürgermeister fordert ÖPNV-Rückgrat für wachsende Region
Vielleicht rollt in Schönefeld schon bald die erste schienenlose Straßenbahn Europas. Dies geht aus Informationen der Gemeinde Schönefeld hervor. Im September fand demnach ein Treffen im Rathaus statt, an dem Gemeindepolitiker sowie Vertreter des chinesischen Schienenfahrzeugherstellers China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) teilnahmen.
Bürgermeister Christian Hentschel betonte bei dem Termin die Dringlichkeit neuer Verkehrslösungen. „Wir brauchen ein ÖPNV-Rückgrat“, sagte er laut Gemeindeanzeiger. Angesichts des rasanten Wachstums der Region rund um den Flughafen BER drohe ein Verkehrskollaps. Nach Angaben der Gemeinde sollen Schönefeld, Wildau und Königs Wusterhausen in den kommenden Jahren mit über 100.000 Einwohnern zur zweitgrößten Stadt Brandenburgs zusammenwachsen. Die Verkehrsinfrastruktur halte damit bislang kaum Schritt.
Chinesischer Hersteller stellt Konzept vor
Das chinesische Unternehmen CRRC stellte bei dem Termin die schienenlose Straßenbahn vor. Während das neuartige Verkehrssystem in China und Pakistan bereits im Einsatz ist, soll Schönefeld als erste europäische Kommune zur Testregion werden. Ein bereits vorliegendes Konzept sieht laut Gemeindeanzeiger eine sogenannte Stadtbahntrasse vor. Diese soll vom Königs Wusterhausener Hafen über den Funkerberg und das A10-Center bis nach Waßmannsdorf führen.
Denkbar sei ein Halbstundentakt zwischen Königs Wusterhausen und Schönefeld, so Hentschel. Auch eine Anbindung in Richtung Großziethen und Berlin wäre möglich. Das Ziel besteht darin, mehr Pendler zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen und so die Straßen zu entlasten.
Fahrzeug benötigt weder Gleise noch Oberleitung
Die Bahn der neuen Generation rollt auf gummibereiften Rädern statt auf Schienen. Sie benötigt weder Gleise noch Oberleitung und wird je nach Modell von Batterien oder Brennstoffzellen angetrieben. Das aktuellste Fahrzeug kann laut Hersteller sogar komplett autonom fahren. Das System verbinde die Vorteile zweier Welten, heißt es im Gemeindeanzeiger. Es sei so flexibel wie ein Bus, aber ebenso geräumig wie eine klassische Straßenbahn.
Die größte Variante misst 32 Meter und bietet Platz für bis zu 370 Fahrgäste. Bei dem Treffen wurden auch rechtliche und bürokratische Fragen diskutiert. Ein wesentlicher Vorteil: Langjährige und kostspielige Planungen für Schienentrassen entfallen. Die schienenlose Straßenbahn kann praktisch sofort auf die Straße. Wie es weitergeht, ist noch offen. Doch das Interesse auf beiden Seiten ist laut Gemeinde groß. „Mit dem chinesischen Hersteller wird es weitere Gespräche geben“, kündigte Bürgermeister Hentschel an.
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Red. / Presseinformation
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