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Niederlausitz Donnerstag, 20 Februar 2020 von Redaktion

Feierliche Übergabe der Verdienstmedaille an Tafelchef Kai Noack

Feierliche Übergabe der Verdienstmedaille an Tafelchef Kai Noack

„Erst durch mein Engagement bei der Tafel habe ich begriffen, wieviel Armut in einem reichen Land wie Deutschland herrscht und was trotzdem jeden Tag an Lebensmitteln weggeschmissen wird. Ich möchte einen Ausgleich zwischen Mangel und Überfluss schaffen“, sagt Kai Noack (48), der am Mittwoch, 19. Februar, auf Anregung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke im Kreistag in Forst (Lausitz) feierlich die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen bekam. Kai Noack, der seit 1993 für das Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg als Träger von sieben Tafel-Projekten tätig ist und 2019 die Geschäftsführung übernahm, wurde für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich ausgezeichnet.

Seit 2011 leitet Noack sieben Tafel-Projekte im Süden von Brandenburg, die für viele Menschen eine wichtige Unterstützung darstellen. Zu seinen Aufgaben gehört es, Kontakte zu Kooperationspartnern wie Lebensmittel- und Geldspendern zu pflegen und neue Unterstützer*innen zu gewinnen. In seiner Freizeit fährt er dafür mehrfach im Monat durch ganz Deutschland zu verschiedenen Firmen und Fachmessen, um neue Spender*innen zu gewinnen. Als zentral sieht er auch die Betreuung der Helfer*innen an: „Auch Ehrenamtliche haben ihre Sorgen und Nöte, man muss als Ansprechpartner da sein“, sagt Noack, der versucht, so oft wie möglich vor Ort präsent zu sein.

Auf die Frage, warum er sich seit vielen Jahren für Kinder, Jugendliche und Familien engagiere, erklärt Noack, das sei in seiner Sozialisation begründet: „Ich wurde dazu erzogen, mich nicht nur um mich selbst zu kümmern, sondern auch auf andere zu schauen.“ Es seien aber auch persönliche Erfahrungen, die ihn geprägt hätten: „Wenn man mehrfach gesehen hat, wie schnell das Leben vorbei sein kann, ist es umso wichtiger, dass man anpackt, wenn man helfen kann.“

Noack, der sich als Mitglied des Jugendhilfeausschusses des Landkreises und Mitglied des Kreistags für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt, möchte den Preis weitergeben. „Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend an für ganz viele Menschen, die in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit in der zweiten Reihe stehen“, sagte er bei der Preisverleihung am Mittwoch.

„Ich bin stolz, seit beinahe 30 Jahren einen Kollegen wie Kai Noack in unseren Reihen zu haben. Trotz zahlreicher Ämter und Verpflichtungen findet er die Zeit, mit Jugendlichen auf Freizeit zu fahren. Das macht ihn aus. Er ist unglaublich nah dran“, sagte Margitta Behnke, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke.

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