Niederlausitz Sonntag, 23 Juni 2019 von Redaktion

Gefühlte 42 Grad! Hitzewelle rollt auf die Lausitz zu

Gefühlte 42 Grad! Hitzewelle rollt auf die Lausitz zu

Die Lausitz wartet auf die Hitzewelle. Am Mittwoch sind bis zu 39 Grad in der Niederlausitz möglich, laut Wetterdienst fühlen sie sich aber nach 42 Grad Celsius an. Es könnten Hitzerekorde für Juni an diesem Tag fallen, die Aussicht, dass der 26.06.2019 der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird, besteht laut den aktuellen Vorhersagen zumindest. Bis zu 15 Sonnenstunden werden erwartet. In Cottbus und Spree-Neiße werden für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die höchsten Temperaturen erwartet. Aber auch In Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz Dahme-Spreewald und Oder-Spree werden ähnliche Temperaturen erwartet. Während am Sonntag noch Temperaturen um die 29 Grad Celsius herrschten, werden für Montag etwa 30 Grad erwartet, Dienstag um die 32 Grad und Mittwoch bis zu 39 Grad. Am Donnerstag gibt es eine leichte Abkühlung auf 32 Grad, am Freitag sollen es Stand jetzt (23.06.2019) 29 Grad sein. Mit Regen ist in der ganzen Woche nicht zu rechnen. 

In der Niederlausitz ist es von morgens bis zum Nachmittag wolkenlos und die Temperaturen liegen zwischen 23 und 39 Grad Celsius. Am Abend stören in der Region nur einzelne Wolken den sonst blauen Himmel und die Temperaturen liegen zwischen 35 und 37 Grad. In der Nacht ist es wolkenlos und das Thermometer fällt auf 22°C.

Laut Wetter.de wackelt am Mittwoch auch der deutsche Allzeit-Hitze-Rekord von 40,3 Grad. Gemessen wurde er am 5.7.2015 und 7.8.2015 in Kitzingen (Bayern). Es spielt besonders der zu erwartende Saharastaub in der Atmosphäre eine Rolle, der die Einstrahlung ein bisschen dämpfen dürfte. Aber wenn es irgendwo mit der Rekordjagd klappt, dann am ehesten an der Saar und im Rhein-Main-Gebiet mit 40+X Grad. Ziemlich sicher ist hingegen, dass der Mittwoch der wärmste Juni-Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnung werden dürfte. Der bisherige Rekordwert stammt laut der Archive des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 1947 mit 38,2 Grad (in Frankfurt/Main).

Mit dieser Hitzewelle ist der gesamte Juni auf Rekordkurs seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Eine Erhöhung der aktuellen Stufe 3 - 4 bei der Waldbrandgefahrenstufe wird ebenfalls erwartet.

Die DLRG gibt Tipps zum Verhalten bei großer Hitze:

  • Vermeide übermäßige Anstrengung und gib deinem Körper die Möglichkeit, sich zu erholen. Kühle dich zwischenzeitlich ab, gehe baden oder benetze deine Haut mit Wasser.
  • Gehe beim Baden langsam ins Wasser, ein zu schneller Temperaturwechsel ist gefährlich, gewöhne deinen Körper ans kalte Wasser.
  • Erkenne die ersten Anzeichen eines Sonnenstichs (Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen). Suche dann umgehend einen schattigen und kühlen Raum auf.
  • Sprich dich mit deinem Arzt ab, wenn du Medikamente nimmst, ob du bei Hitze etwas Besonderes beachten musst.
  • Achte auf deine Mitmenschen. Kinder und ältere Menschen haben schneller Probleme mit Hitze und sollten dann den Aufenthalt im Freien besser ganz vermeiden.
  • Bei Schwindel und rotem, heißem Kopf, lagere den Oberkörper hoch.
  • Bei Blässe und Kreislaufproblemen Beine hochlegen.
  • Lasse keine Kinder oder Tiere alleine im Auto zurück, auch nicht für wenige Minuten.
  • Achte auf deine Flüssigkeitszufuhr und trinke mindestens 2 Liter, z.B. Wasser, Saftschorle (1:3) oder Tee am Tag. Bei Anstrengung müssen neben Wasser auch die ausgeschwitzten Mineralien ersetzt werden, hier sind isotonische Getränke zu empfehlen und die Tagestrinkmenge zu erhöhen.

Tipps zum richtigen Sonnenschutz

  • Vermeide direkte Sonneneinstrahlung, vor allem auf dem Kopf und trage eine Kopfbedeckung, die auch Gesicht und Nacken Schatten spendet.
  • Halte dich meist im Schatten und nicht zu lange ungeschützt in der Sonne auf.
  • Meide insbesondere die Zeiten intensiver Sonneneinstrahlung (z.B. Mittagszeit oder über UV-Index in den Wettervorhersagen informieren). Faustregel: Wenn der Schatten kürzer ist als die schattenwerfende Person, dann Sonne meiden.
  • Schütze deine Haut durch Kleidung und creme dich regelmäßig mit Sonnencreme ein. Je jünger Kinder sind, desto wichtiger ist der Sonnenschutz durch Kleidung bzw. Schatten, da sehr junge Haut die Sonnenschutzprodukte oft nicht gut verträgt und selbst keinen Sonnenschutz aufweist.
  • Schütze deine Haut durch Kleidung und creme dich regelmäßig mit Sonnencreme ein. Sonnencreme mindestens 15 Minuten vorher auftragen, je nach Hauttyp ist ein Lichtschutzfaktor von 15 oder auch deutlich höher zu empfehlen.
  • Trage nach dem Baden die Sonnencreme erneut auf, auch wenn diese laut Produktbeschreibung „wasserfest“ ist.
  • Eltern haben eine wichtige Vorbildfunktion und sollten sich daher auch an diese Regeln halten.

Sich richtig vor der Hitze und Sonne schützen

Wer länger draussen ist, für den ist die richtige Sonnencreme derzeit das A und O. Besonders anfällig in diesen Tagen sind Kinder, Personen mit lichtem Haar und Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen. Wie uns die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Cottbus sagte, kommt es an Stränden besonders oft  zu Fällen mit Sonnenstich durch eine zu lange Sonneneinstrahlung. Speziell Kinder sollten deshalb unbedingt eine Kopfbedeckung tragen. Den Sonnenstich erkennt man unter anderem an einem hochroten und heißen Kopf, Unruhe und Kopfschmerzen, Übelkeit, einem steifen Nacken bis zur Bewusstlosigkeit. Dann gilt, Ruhe bewahren bis die Rettungskräfte eintreffen. Ebenfalls kann es helfen, den Kopf zum Beispiel mit einem feuchten Tuch zu kühlen, ein schattiges Plätzchen aufzusuchen und den Oberkörper erhöht zu lagern.

Wer lange am Strand liegt und prompt den Sprung ins kühle Nass wagen will, sollte ebenfalls vorsichtig sein. Dabei kann es schnell zu Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System kommen. Die DLRG empiehlt deshalb, sich vor dem Sprung zum Beispiel mit nassen Händen die Brust abzukühlen. Das gilt auch für Sonnendurstige auf Booten. Stundenlang an Deck liegen und plötzlich ins Wasser springen, kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Auch ist darauf zu achten, ob Badestellen bewacht werden. An den Seen und Flussabschnitten in Cottbus zum Beispiel gibt es keine bewachte Stelle. Wer dort badet, sollte aufmerksam sein. Besonders Kinder sollten niemals aus den Augen gelassen werden. Die DLRG bitte zudem darum, den Müll selbstständig wegzuräumen. Immer wieder lassen Badegäste, Strandbesucher und auch Angler ihren Müll einfach liegen.

Haustiere

Besitzer von Haustieren sollten stets auf einen gefüllten Wassernapf achten. Auch rät der Tierschutzverein Cottbus Hundebesitzern, nicht in der prallen Mittagshitze Gassi zu gehen. Ebenfalls sollten auch keine nassen Handtücher auf die Tiere gelegt und Hunde nicht der Klimaanlage im Auto ausgesetzt werden. Auf gar keinen Fall sind Hunde allein im Auto zu lassen.

Pflanzen

Nicht nur der Mensch, auch Tiere unf Pflanzen haben in diesen Tagen verstärkt Durst. Einige Gemeinden rufen deshalb auf, Bäume vor der eignenen Haustür zu gießen. In Cottbus sind dazu auch Wassersäcke an bestimmten Bäumen verteilt, die ganz einfach mit Wasser befüllt werden können.

Im Elbe-Elster Kreis führen bereits viele Gewässer nur noch Niedrigwasser, so dass die Entnahme oder Ableitung von Wasser aus oberirdischen Gewässern, wie Gräben, Flüssen oder Teichen nicht mehr zulässig ist.

 

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