Landkreis
Niederlausitz Dienstag, 03 März 2009 von Helmut Fleischhauer

Gedanken zur Abbaggerung der Lausitz

Gedanken zur Abbaggerung der Lausitz

Gedicht von Christiane Rösler aus Guben
Mein geliebtes Lausitzland
Geliebte Lausitz, du mein schönes Heimatland,
mit deinen Tälern, Höhn und Seen,
wie lange werden wir dich noch seh´n?
Zu jeder Jahreszeit ist es schön,
im Frühling wenn die Bäume blüh´n,
dann sprießt das wunderbare Grün,
die Vögel stimmen ihr Lied´l an,
Rehe und Hirsche haben viel zu äsen dann.
Wir radeln durch die Wälder und erklimmen kleine Höhn,
oh mein geliebtes Land, bald werden wir dich nicht mehr seh´n.
Drei Dörfer sollen bald verschwinden, die Menschen sollen fort,
sie müssen gehen an einen anderen Ort.
Uns bleibt die öde, wüste Landschaft, voller Staub und Dreck.
Es werden keine Vögel mehr singen, dann sie sind weg.
Kein Reh, kein Has´
springt mehr durchs Gras.
Auch Investoren und Touristen bleiben weg,
wer erfreut sich noch an der Landschaft und am Dreck?
Der Bürgermeister von Guben hat einen neuen Stadtkern geschaffen,
worüber wir uns alle freuen.
Wir sind Europastadt vom feinsten, hoffentlich müssen wir es nicht noch bereuen!
Denn 1945 wurde uns die Heimat genommen,
wieviel Leid ist damals über uns gekommen.
Viele siedelten sich auf den Dörfern an,
bauten sich ein Haus und klotzten ran.
Wunderschöne Häuser mit Gärten sind entstanden,
Gaststätten luden ein zum Tanz,
Gertrud lernte kennen ihren Franz.
Viele Jahre lebten wir in Frieden und im Glück,
ist nun alles vorbei, gibt es vom unsinnigen Tagebau kein zurück?
Oh meine geliebte Lausitz, mein liebes Heimatland,
wir werden um dich kämpfen mit Sinn und Verstand!

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