Für die Bahnverbindungen zwischen der Lausitz und Dresden ist die Zukunft geregelt: Der Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen hat gemeinsam mit dem Land Brandenburg und dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig den Verkehrsvertrag für das Elektronetz Oberelbe (ENOE) unterzeichnet. Betreiber bleibt die DB Regio AG, der Vertrag läuft über 14 Jahre – von Dezember 2026 bis Dezember 2040. Für die Fahrgäste in Südbrandenburg bringt er vor allem zwei Dinge: mehr Komfort und langfristige Stabilität.
Stabilität statt Sparzwang
Zum Netz gehören neben der sächsischen Hauptachse Dresden–Leipzig auch zwei Linien mit direktem Bezug zur Region: der RE 18 Dresden–Cottbus sowie der RE 15 Dresden–Hoyerswerda. Beide verlaufen über südbrandenburgische Halte wie Ruhland und – im Fall des RE 18 – Senftenberg. Brandenburg ist entsprechend Vertragspartner und finanziert rund 0,5 der insgesamt 3,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr mit.
Für die Fahrgäste Richtung Dresden ändert sich am dichten Fahrplan zunächst nichts – und das ist die eigentliche Botschaft. „Für die Strecken nach Südbrandenburg bedeutet der Vertrag vor allem Stabilität in Zeiten knapper Kassen, kann doch der aktuell dichte Fahrplan erhalten bleiben“, sagt Volker-Gerd Westphal, Staatssekretär im brandenburgischen Infrastrukturministerium. In Zeiten, in denen andernorts über Kürzungen im Nahverkehr diskutiert wird, ist der Erhalt des Bestandsangebots keine Selbstverständlichkeit.
Elsterwerda bekommt die S-Bahn nach Dresden
Die größte Verbesserung für die Region kommt allerdings erst später – und betrifft den Landkreis Elbe-Elster. Ab Dezember 2035 wird die neue S-Bahn-Linie S 6 zwischen Dresden und Elsterwerda in das Netz integriert. Für Elsterwerda bedeutet das laut Westphal eine stündliche Anbindung an Dresden und damit „eine Verdoppelung des jetzigen Angebotes“. Die S 6 tritt an die Stelle der heutigen Regionalbahn und bindet Elsterwerda deutlich enger an die sächsische Landeshauptstadt an.
Neue Fahrzeuge mit mehr Komfort
Spürbar wird der Wechsel für die Fahrgäste vor allem beim Komfort. Auf allen Linien sollen modernisierte Fahrzeuge zum Einsatz kommen. „Klimaanlage, Barrierefreiheit, kostenfreies WLAN und Steckdosen gehören bald zum Standard“, kündigt Christa Singer an, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Südost. Auf der S 6 werden bis 2035 zusätzlich Triebwagen vom Typ Mireo eingesetzt, wie sie bereits im Netz Lausitz fahren.
Das Netz wird in zwei Stufen ausgebaut: Zunächst umfasst es die Linien RE 15, RE 18 und den sächsischen RE 50 (Dresden–Leipzig) mit rund 3,1 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Mit der Integration der S 6 ab Dezember 2035 steigt das Volumen auf 3,9 Millionen Zugkilometer.
Ein Wermutstropfen bleibt: Vertreter der beteiligten Zweckverbände verwiesen darauf, dass die Finanzierung nur gesichert sei, wenn der Bund die sogenannten Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr weiter aufstocke. Andernfalls, so die Warnung, drohe „eine Verkehrswende im Rückwärtsgang“.
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Red. / Presseinformation




