Die BTU Cottbus-Senftenberg treibt den Technologietransfer in der Lausitz weiter voran: Für das Nachfolgeprojekt „Transfer agiler Fertigungsverfahren” (taf II) fließen bis Mitte 2030 weitere 16,1 Millionen Euro aus dem STARK-Bundesprogramm. Das Geld geht in Technologietransfer, Weiterbildung und Vernetzung für die Region – und begleitet den Neubau der chesco-Forschungsfabrik im Lausitz Science Park.
Drei Schwerpunkte für die regionale Wirtschaft
Getragen wird taf II – wie das abgeschlossene Vorgängerprojekt taf I – vom Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (chesco) der BTU. Die Idee dahinter: Forschungswissen aus mehr als 30 Fachgebieten der Universität direkt zu kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region zu tragen und sie beim Einsatz moderner, nachhaltiger Fertigungsmethoden zu unterstützen. Gefördert wird das Vorhaben über das STARK-Bundesprogramm, das nicht-investive Projekte zur nachhaltigen Transformation der Kohleregionen unterstützt.
taf II baut unmittelbar auf den Ergebnissen von taf I auf und konzentriert sich auf drei Bereiche: mehr Sichtbarkeit und Vermittlung, den Ausbau der Vernetzung mit Industriepartnern sowie die Qualifizierung von Unternehmen. Im Fokus stehen der Transfer von Fachwissen zu additiver und subtraktiver Fertigung, Messtechnik und digitalen Technologien, die Befähigung von Betrieben zu ressourceneffizienten und kreislauffähigen Produktionsweisen sowie der Ausbau eines modularen beruflichen Weiterbildungsprogramms mit Micro Credentials und zertifizierten Weiterbildungspfaden an der BTU.
„Mit taf II bauen wir das aus, was die BTU im Kern ausmacht: exzellente Forschung, die in die Praxis wirkt”, sagt BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande. „Über 30 Fachgebiete unserer Universität bringen ihr Know-how direkt zu den Unternehmen der Region – das ist gelebter Technologietransfer.” Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle betont: „Die Lausitz hat sich auf den Weg gemacht, ihren Wandel selbst zu gestalten – und die Forschungsfabrik chesco zeigt, wie: mit Forschung und neuen Technologien, starken Partnerschaften und konkreten Perspektiven für Unternehmen und Fachkräfte.”
chesco-Neubau im Lausitz Science Park
Ein eigenes Arbeitspaket begleitet in taf II die Überführung der bestehenden Forschungsfabrik in den chesco-Neubau, der auf einer rund fünf Hektar großen Fläche im Lausitz Science Park (LSP) in Cottbus entsteht. Der LSP soll künftig als zentrale Innovationsplattform Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups zusammenbringen und Strukturwandelprojekte der Universität – etwa chesco, das Energie-Innovationszentrum, SpreeTec neXt oder den iCampus – bündeln. Bis zum Umzug bleibt die bestehende Infrastruktur am Standort Cottbus-Dissenchen mit Entwicklungs-, Fertigungs- und Testkapazitäten voll funktionsfähig.
Was taf I erreicht hat
Das erste Projekt hatte regionalen Unternehmen – vor allem metallverarbeitenden Betrieben – den Zugang zu modernen Fertigungsmethoden eröffnet. Herzstück ist die am 24. Mai 2024 eröffnete chesco-Forschungsfabrik in Cottbus-Dissenchen. Nach knapp vier Jahren Laufzeit fällt die Bilanz deutlich aus: 65 Prozent der insgesamt 150 geplanten Maschinen sind installiert, mit über 30 Unternehmen und Institutionen kam eine weiterführende Zusammenarbeit zustande, 28 Absichtserklärungen wurden unterzeichnet und 21 Weiterbildungsworkshops durchgeführt. Aus der Praxis sind bereits verwertbare Ergebnisse entstanden – darunter eine neuartige 3D-Druck-Struktur für individuelle Orthesen, die sich derzeit im Patentverfahren befindet.
„Mit taf I haben wir gezeigt, dass in der Region großes Interesse und konkreter Bedarf an innovativen Fertigungstechnologien besteht”, sagt Prof. Dr.-Ing. Klaus Höschler, der die Zentrale wissenschaftliche Einrichtung im chesco gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Georg Möhlenkamp leitet. „Mit taf II setzen wir genau hier an.”
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