Die Gewerkschaft verdi teilte dazu mit:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Spremberger Krankenhausgesellschaft mbH hatten am vergangenen Freitag, den 12. Dezember 2025 in der dritten Verhandlungsrunde für die rund 300 Krankenhausbeschäftigten und für die Beschäftigten der Krankenhaus-Kita eine Tarifeinigung erzielt. Die Tarifentgelte erhöhen sich ab 1. Januar 2026 in zwei Schritten um insgesamt 9 Prozent. Die Tarifvertragsparteien haben eine Erklärungsfrist vereinbart. Danach kann noch bis zum 15. Januar 2026 die Tarifeinigung widerrufen werden.
Nach der Tarifeinigung werden die Tarifentgelte zum 1. Januar 2026 um 4 Prozent, dabei mindestens um 120 EUR erhöht. In einem zweiten Schritt werden die Tarifentgelte zum 1. Januar 2027 um weitere 5 Prozent erhöht. Gleichzeitig wird mit der Tarifeinigung die Schicht- und Wechselschichtarbeit ab dem 1. Januar 2026 aufgewertet. So wird die monatliche Schichtzulage von 40 EUR auf 100 EUR erhöht. Die monatliche Wechselschichtzulage wird von 155 EUR auf 205 EUR erhöht. Für Beschäftigte, die monatlich mindestens 11 Spätdienste oder Nachtdienste leisten, steigt die monatliche Wechselschichtzulage von 220 EUR auf 270 EUR. Der zusätzlich je Nachtstunde von 21 Uhr bis 6 Uhr zu zahlende Nachtzuschlag wird ab 1. Januar 2026 um 25 Prozent von 4 EUR auf 5 EUR je Nachtstunde erhöht. Die Jahressonderzahlung (umgangssprachlich Weihnachtsgeld) wird ab dem Jahr 2026 um 600 EUR erhöht. Die Praxisanleiter*innen in der praktischen Pflegeausbildung erhalten ab dem 1. Januar 2026 eine monatliche Zulage zwischen 150 EUR bis 300 EUR. Die Höhe dieser Zulage ist abhängig vom Zeitumfang der Praxisanleitung in der Pflegeausbildung.
Mit dieser Tarifeinigung wurde zusätzlich vereinbart, dass Mitglieder der Gewerkschaft ver.di auf Antrag und bei Nachweis der ver.di-Mitgliedschaft im Jahr 2026 zwei bezahlte arbeitsfreie Tage erhalten, wenn sie schon am 1. Dezember 2025 Mitglied in der Gewerkschaft ver.di waren. Im Jahr 2027 gibt es einen weiteren bezahlten arbeitsfreien Tage für die Beschäftigten, die am 1. Dezember 2026 Mitglied in der Gewerkschaft ver.di sind. Zusätzlich wird zum 1. Januar 2027 der jährliche Grundurlaub von 30 Tagen auf 31 Tage erhöht.
Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Spätestens im Januar 2028 sind erneut Tarifverhandlungen möglich. „Mit dieser Tarifeinigung wurde ein weiterer Schritt zur Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst erzielt. Der Abstand zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst konnte mit dieser Tarifeinigung weiter verringert werden“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer aus Cottbus.
Die Spremberger Krankenhausgesellschaft mbH ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit 216 Betten gemäß Landeskrankenhausplan 2021, davon 165 vollstationär und 51 Tagesklinik. (Psychiatrie mit 71 Betten, Geriatrie mit 62 Betten, Chirurgie mit 26 Betten und Notaufnahme). Das Krankenhaus betreibt zusätzlich eine Betriebs-Kita mit 60 Kita-Plätzen.
Die Spremberger Krankenhausgesellschaft mbH hatte sich im 2. Halbjahr 2022 in einem Schutzschirmverfahren wegen Überschuldung zur Abwendung einer Insolvenz befunden. Die Stadt Spremberg hatte daraufhin im Januar 2023 durch eine Kapitalerhöhung ihren Anteil am Krankenhaus von 49 Prozent auf 80 Prozent aufgestockt und dem Krankenhaus zusätzlich ein Darlehn in Höhe von 3,75 Millionen EUR gewährt. Dieses wurde zum Teil schon wieder zurückgezahlt. Die Insolvenz wurde somit abgewendet. Seit Januar 2023 hält der gemeinnützige Förderverein Krankenhaus Spremberg e. V. (FKS) 20 Prozent der Anteile am Krankenhaus. Das Krankenhaus ist seitdem mehrheitlich in städtischem Besitz.
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Red. / Presseinformation
Bild: Krankenhaus Spremberg






