Zum Abschluss der Freiluftsaison lädt das slawische Freilichtmuseum „Stary lud“ in Dissen am ersten Oktoberwochenende zum traditionellen Herbstfest ein. Am Samstag, 3., und Sonntag, 4. Oktober, jeweils von 11 bis 17 Uhr, verwandelt sich das Museumsgelände in ein lebendiges slawisches Dorf, wie es in der Lausitz vor rund 1.000 Jahren existiert haben könnte. Für die Darstellung sorgen mehr als 70 sogenannte Living-History-Darsteller aus Deutschland, Polen, Tschechien, Litauen und in diesem Jahr erstmals auch aus Schweden. Sie erwecken das frühe Mittelalter mit Einblicken in Alltag, Handwerk und Kultur zum Leben.
Historisches Handwerk hautnah
Im Mittelpunkt steht das alte Handwerk: Bei Vorführungen zu Weberei, Töpferei, Geweihschnitzerei, Silberschmiede, Holzhandwerk oder der Herstellung von Specksteingefäßen erhalten die Gäste Einblicke in fast vergessene Techniken – und können das eine oder andere Stück auch erwerben. Ein besonderes Highlight ist in diesem Jahr die historische Blaufärberei mit Indigo: Der Stoff erscheint beim Herausnehmen aus dem Färbebad zunächst grün und nimmt erst an der Luft sein leuchtendes Blau an.
Dazu kommen eindrucksvolle Schaukämpfe, die zeigen, wie Auseinandersetzungen im frühen Mittelalter ausgesehen haben könnten, sowie Präsentationen zur Waffenkunde und Modenschauen durch die Epochen. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich beim Kinderbogenschießen, beim Weben von Wollborten oder beim Feuermachen ausprobieren. Ein Museumsquiz lädt zusätzlich zum spielerischen Erkunden ein. Für das leibliche Wohl gibt es Kaffee, frische Hefeplinzen und einen warmen Mittagsimbiss.
Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Online-Abstimmung für eine neue Schmiede
Über das Fest hinaus bittet das Museum um Unterstützung: „Stary lud“ hat sich um Fördermittel aus dem Zukunftspreis der BBBank beworben – für die Einrichtung einer frühmittelalterlichen Schmiede samt authentischem Werkzeug. Noch bis zum 14. Oktober kann online für das Projekt abgestimmt werden, unter www.bbbank-zukunftspreis.de. Insgesamt haben sich über 250 Projekte beworben.
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Red.









