Die im August gestohlenen Stolpersteine in Spremberg werden ersetzt. Am Donnerstag, 15. Oktober, sollen um 9.30 Uhr die neuen Steine für Nathan und Ellen Bernfeld vor dem Haus Pfortenstraße 13 verlegt werden. Das teilten Pfarrerin Jette Förster und Regine Branzke von der AG Spurensuche mit.
Stolpersteine in Spremberg nach wenigen Wochen ersetzt
In der Nacht vom 21. zum 22. August hatten Unbekannte die beiden Messingtafeln aus dem Gehweg gerissen. Ein Anwohner bemerkte die Fehlstellen am Samstagmorgen. Die Ermittlungen übernahm damals das Landeskriminalamt, wir berichteten.
Nach Angaben der AG Spurensuche zeigten sich sehr viele Bürgerinnen und Bürger in Spremberg entsetzt über die Tat. Deshalb habe man die Herstellung neuer Steine in relativ kurzer Zeit veranlasst, sodass sie nun verlegt werden können.

Stolpersteine in Spremberg mit Schülern und Grußwort
An der Verlegung nehmen laut den Organisatorinnen auch Schülerinnen und Schüler teil, die die Veranstaltung mit eigenen Beiträgen bereichern. Außerdem wird Bürgermeisterin Christine Herntier ein Grußwort sprechen.
Erinnerung an Nathan und Ellen Bernfeld
Die ursprünglichen Stolpersteine in Spremberg hatte der Künstler Gunter Demnig im Oktober 2023 verlegt, damals für insgesamt fünf Menschen an drei Adressen. Initiiert hatte die Verlegung die AG Spurensuche der Evangelischen Kirchengemeinden in der Region Spremberg. Stolpersteine sind kleine Messingtafeln, die vor den letzten frei gewählten Wohnorten von Menschen in den Gehweg eingelassen werden, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden.
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Nathan und Ellen Bernfeld zogen nach Angaben des Brandenburger Kulturministeriums 1932 nach ihrer Heirat nach Spremberg, wo Nathan Bernfeld Direktor einer Textilfabrik wurde. In der NS-Zeit verlor er als Jude seine Arbeit und seine Staatsangehörigkeit und war zahlreichen Repressalien ausgesetzt. Seine nichtjüdische Ehefrau Ellen lehnte eine Scheidung ab. Kurz vor Kriegsende wurde Nathan Bernfeld in ein Sammellager nach Berlin verschleppt. Er überlebte und baute nach dem Krieg die Textilwerke in Spremberg wieder auf. Nathan Bernfeld starb 1950, seine Frau 1955.
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Red. / Presseinformation


















