Ein neuer Potenzialatlas zeigt, wo in der Lausitz Wind- und Solaranlagen gebaut werden könnten. Das PtX Lab Lausitz aus Cottbus hat ihn mit der Hochschule Nordhausen entwickelt und am 29. September veröffentlicht. In Südbrandenburg liegt Dahme-Spreewald vorn, danach folgen Elbe-Elster, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz.
Was der Potenzialatlas für die Lausitz zeigt
Das Online-Werkzeug untersucht nicht nur klassische Solarparks auf freien Flächen. Einbezogen sind auch Solaranlagen auf Gebäuden und an Lärmschutzwänden, Agri-Photovoltaik über Äckern, schwimmende Anlagen auf Seen und Windräder. Berücksichtigt wurden nach Angaben des PtX Lab die Ausbauziele von Brandenburg und Sachsen, Mindestabstände, Lärm- und Umweltbelastungen sowie konkurrierende Nutzungen wie den Naturschutz. Biomasse und Geothermie fehlen.
„Die Lausitz birgt beste Voraussetzungen für erneuerbare Energien und PtX“, sagt Dr. Stefan Günthner, Fachgebietsleiter PtX Technologie. Dazu zählten das Know-how der Energiebranche, verfügbare Industrieflächen und frühere Tagebaue.
So schneiden die Landkreise in Südbrandenburg ab
Niederlausitz aktuell hat die Werte aus dem Atlas für die Landkreise abgefragt. Angegeben ist das rechnerische Potenzial an erzeugbarem Strom in Terawattstunden:
- Dahme-Spreewald: 9,9, davon 5,5 aus Windkraft
- Elbe-Elster: 7,9, mit dem größten Potenzial für Solarparks auf freien Flächen (1,7)
- Spree-Neiße: 7,0
- Oberspreewald-Lausitz: 6,0
- Cottbus: 1,7
Zum Vergleich: In der sächsischen Lausitz kommt der Landkreis Görlitz auf 10,7 und Bautzen auf 7,3 Terawattstunden. Insgesamt weist der Atlas Brandenburg größere Potenziale zu als der sächsischen Lausitz.
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Windkraft und Dächer machen den größten Anteil aus
Vergleicht man die Energiearten, liegt die Windkraft vorn. Von zusammen 32,5 Terawattstunden in den vier Landkreisen und Cottbus entfallen rund 15,5 auf Windräder, knapp die Hälfte. Solaranlagen auf Gebäuden kommen auf 11,4 Terawattstunden, gut ein Drittel. Solarparks auf freien Flächen erreichen 3,7, Agri-Photovoltaik 1,2 und schwimmende Anlagen auf Seen 0,7 Terawattstunden.
Zwischen den Kreisen gibt es deutliche Unterschiede. In Dahme-Spreewald stammen 56 Prozent des Potenzials aus Windkraft, in Oberspreewald-Lausitz 52 und in Spree-Neiße 47 Prozent. Elbe-Elster hat mit 22 Prozent den größten Anteil an Solarparks auf freien Flächen. Schwimmende Anlagen spielen am ehesten in Oberspreewald-Lausitz eine Rolle, dort machen sie fünf Prozent aus. In Cottbus entfallen fast zwei Drittel auf Solaranlagen an Dächern und Fassaden.
Cottbus, Spremberg und Luckau mit den höchsten Werten
Unter den 235 Gemeinden im Potenzialatlas liegt Cottbus mit 1,69 Terawattstunden vorn. Bezogen auf die Stadtfläche weist das PtX Lab Cottbus ein mittleres Potenzial zu. Knapp dahinter folgt Spremberg mit 1,66 Terawattstunden, vor allem durch Windkraft. Danach kommen Luckau (1,41), Forst (1,05), Schipkau (1,01), Calau (0,84), Doberlug-Kirchhain (0,77) und Drebkau (0,74).
Nächster Schritt ist der grüne Wasserstoff
Der Potenzialatlas soll nach Angaben des PtX Lab Landwirten, Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen dienen. Auf Basis der Daten will das Team nun Energiesysteme modellieren. „Wir nehmen dafür verschiedene Ausbaustufen erneuerbarer Energien an, erstellen Szenarien und berechnen, wie viel grüner Wasserstoff sowie synthetische Kraft- und Grundstoffe sich daraus in der Lausitz erzeugen lassen“, sagt Günthner. Der Atlas ist frei online, die Mitteilung des PtX Lab erklärt die Methodik.
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Red. / Presseinformation




















