Rock Tech Lithium hat mit Siemens Canada Vereinbarungen für den geplanten Konverter in Ontario unterschrieben, der nach dem Muster der Gubener Anlage entstehen soll. Neues zum Gubener Konverter selbst enthält die Mitteilung nicht. Zuvor hatte Rock Tech 5,31 Millionen kanadische Dollar und einen strategischen Investor gewonnen.
Update, 23. September, 21:57 Uhr: Rock Tech Lithium und Siemens Canada haben Vereinbarungen zum geplanten Konverter Red Rock in Ontario unterschrieben, wie das Unternehmen am 22. September mitteilte. Siemens soll einen digitalen Zwilling der Anlage entwickeln, ein virtuelles Modell von Prozessen, Energie- und Stoffströmen. Damit will Rock Tech Planung, Effizienz, Emissionen und Betriebssicherheit prüfen, bevor größere Investitionen fließen. Auf LinkedIn schreibt das Unternehmen, der digitale Zwilling baue auf den Plänen des genehmigten Gubener Konverters auf.
Außerdem unterstützt Siemens die Machbarkeitsstudie für Red Rock bei Prozesssteuerung, Messtechnik und Automatisierung. Die Studie läuft seit Ende Juni und soll bis Mitte Dezember 2026 abgeschlossen sein. Die Vereinbarungen sind der erste Umsetzungsschritt einer Absichtserklärung vom März. Beide Unternehmen wollen zudem prüfen, ob sich die Zusammenarbeit auf Projekte in anderen G7-Staaten übertragen lässt.
Originalmeldung vom 22. September:
Rock Tech Lithium hat 5,31 Millionen kanadische Dollar eingesammelt und dabei einen neuen strategischen Investor gewonnen. Der will sich am Gubener Konverter beteiligen, das Geld selbst geht aber zunächst in die kanadischen Projekte.
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Ein Investor will sich am Gubener Konverter beteiligen
Mit dem neuen Investor will Rock Tech eine Beteiligung auf Projektebene am Gubener Konverter eingehen. Den Namen nennt das Unternehmen nicht, Einzelheiten zur Transaktion in Guben sollen erst nach deren Abschluss folgen.
Das eingesammelte Geld ist laut beiden Mitteilungen für die Machbarkeitsstudie der Georgia Lake Mine, die Entwicklung des Red Rock Converter in Ontario und allgemeine Unternehmens- und Betriebsmittelzwecke vorgesehen.
Den Gubener Standort beschreibt Rock Tech als vollständig genehmigt und baureif. Er dient nach Angaben des Unternehmens als technische Vorlage für die Anlagen in Kanada.
Zwei Mitteilungen, eine aufgestockte Runde
Am 21. August meldete das deutsch-kanadische Unternehmen den Abschluss der ersten Tranche einer Privatplatzierung über 5,2 Millionen kanadische Dollar. Am 15. September folgte die Aufstockung auf bis zu 6,0 Millionen. Ausgegeben werden Einheiten zu je 0,65 kanadischen Dollar; jede besteht aus einer Aktie und einem halben Optionsschein, der drei Jahre lang zu 0,90 Dollar eingelöst werden kann.
Bis zur zweiten Tranche kamen 5,31 Millionen Dollar zusammen, 3,25 Millionen davon von dem einen neuen Investor. Die Endgenehmigung der TSX Venture Exchange steht aus, für die Papiere gilt eine viermonatige Haltefrist. Die Investition in Guben bezifferte Rock Tech im Oktober 2025 nach einer Kostensenkung von 730 auf 680 Millionen Euro, auf unsere Anfrage im Sommer nannte das Unternehmen 750 Millionen.
Ankerinvestor und Abnahmevertrag für Rock Tech in Kanada
Im April sicherte sich Rock Tech mit der kanadischen BMI Group einen Ankerinvestor, der 200 Millionen kanadische Dollar für Red Rock zusagte. Ende Juli folgte ein bindender Abnahmevertrag mit dem Genfer Rohstoffhändler Transamine, der eine Vorauszahlungsfinanzierung von bis zu 80 Millionen US-Dollar für Georgia Lake umfasst; ab 2028 sollen jährlich bis zu 100.000 Tonnen Spodumenkonzentrat geliefert werden.
Als Grund nennt das Unternehmen die günstigeren Rahmenbedingungen, vor allem niedrige Energiepreise in Ontario. „Dabei haben wir uns in keiner Weise von Guben oder Europa abgewendet, sondern uns pragmatisch für das Umfeld entschieden, in dem sich mit unserer Prozess-Blaupause die Marktnachfrage am schnellsten in wettbewerbsfähige Produktion überführen lässt“, teilte Rock Tech unserer Redaktion mit.
Im Aktionärsbrief vom 14. Juli heißt es, Guben bleibe vollständig genehmigt, baureif und strategisch wertvoll, die Gespräche mit strategischen Investoren kämen voran.
Die Landesförderung liegt nicht mehr bereit
Die einst in Aussicht gestellte Förderung von bis zu 90 Millionen Euro war befristet und Ende 2024 ausgelaufen; den Antrag hat Rock Tech zurückgenommen. „Die seinerzeit in Aussicht gestellte Förderung von bis zu 90 Millionen Euro war an einen bestimmten zeitlichen Rahmen gebunden, der Ende 2024 ausgelaufen ist“, erklärte Christine Stiller vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa auf unsere Anfrage.
Das Land stehe dem Vorhaben weiter offen gegenüber, betonte Stiller. Nötig wäre allerdings ein neuer Antrag auf Grundlage einer gesicherten Gesamtfinanzierung, nachzuweisen wäre insbesondere die private Kofinanzierung.
Was der Konverter in Guben leisten soll
Geplant ist nach Angaben von Rock Tech der größte Lithium-Konverter Europas. 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr soll die Anlage produzieren, genug für rund 30 Gigawattstunden Batteriekapazität oder etwa 500.000 Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen rechnet mit rund 200 direkten Arbeitsplätzen, dazu Effekte für Zulieferer und Dienstleister in der Region.
Der Standort ist vollständig genehmigt und von der Europäischen Kommission als strategisches Projekt nach dem Critical Raw Materials Act eingestuft. Ursprünglich sollte die Produktion 2027 anlaufen; nach dem jüngsten Quartalsbericht gilt frühestens 2029 als realistisch, die Bauzeit veranschlagt das Unternehmen mit zweieinhalb Jahren.
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Red. / Presseinformation

























