Die Lausitz verliert bis zum Jahr 2040 mehr Einwohner als jede andere Region Brandenburgs, während das Berliner Umland weiter wächst. Das geht aus der neuen Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.
Bevölkerungsprognose Brandenburg offenbart eine tiefe Kluft
Für Brandenburg insgesamt fällt die Bevölkerungsprognose noch verhalten optimistisch aus: Bis 2040 dürfte die Einwohnerzahl den Berechnungen zufolge leicht auf rund 2,57 Millionen steigen, etwa 17.000 mehr als 2023. Die Bevölkerungsprognose Brandenburg ist dabei die mittlere von drei berechneten Varianten. Doch hinter der Landeszahl verbirgt sich eine tiefe Kluft: Während das Berliner Umland um 7,8 Prozent zulegt, schrumpft der sogenannte Weitere Metropolenraum um 4,2 Prozent. Die Schere zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen öffnet sich damit weiter.
So stark schrumpft die Lausitz bis 2040
Am deutlichsten trifft der Rückgang die Lausitz. Oberspreewald-Lausitz verliert der Vorausberechnung zufolge 12,9 Prozent seiner Einwohner, Elbe-Elster 12,8 Prozent und Spree-Neiße 12,2 Prozent. Damit stehen die drei südbrandenburgischen Kreise für die stärksten Verluste im ganzen Land. Für die betroffenen Kommunen bedeutet ein solcher Rückgang mittelfristig weniger Steuerkraft sowie einen höheren Aufwand, Schulen, Ärzte und Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Etwas glimpflicher kommt die kreisfreie Stadt Cottbus davon: Für das Oberzentrum weisen die Statistiker ein Minus von 2,5 Prozent aus, deutlich moderater als das Umland und auch besser als Frankfurt (Oder) mit minus 4,3 Prozent.
Dahme-Spreewald wächst dagegen am kräftigsten
Ganz anders sieht es im Norden der Region aus. Dahme-Spreewald legt mit 8,8 Prozent zu und verzeichnet damit sogar den stärksten Zuwachs aller brandenburgischen Landkreise. Das Amt für Statistik spricht von einem doppelten Speckgürtel: Neben dem direkten Berliner Umland wächst inzwischen auch ein zweiter Ring ähnlich stark, dazu zählen etwa Teltow-Fläming mit plus 8,4 Prozent und Barnim mit plus 6,5 Prozent. Weil Dahme-Spreewald zum Verbreitungsgebiet der Region gehört, reicht der Berliner Wachstumssog bis an die nördliche Niederlausitz heran. Damit driftet die demografische Entwicklung der Region immer weiter auseinander: hier der wachsende, Berlin-nahe Norden, dort der schrumpfende Süden.
Brandenburg altert – und die Lausitz besonders
Neben der Zahl verändert sich auch das Alter der Bevölkerung. Das Durchschnittsalter steigt laut Prognose von 47,4 Jahren im Jahr 2023 auf 48,4 Jahre im Jahr 2040. Der Anteil der über 65-Jährigen wächst von 26 auf knapp 30 Prozent, während der Anteil der unter 18-Jährigen von 16,2 auf 15,0 Prozent sinkt. Zudem geht das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial langfristig zurück. Eine ältere Bevölkerung erhöht zugleich den Bedarf an Pflege, Gesundheitsversorgung und altersgerechtem Wohnraum. Für die ohnehin schrumpfenden Lausitz-Kreise dürfte das den Wettbewerb um Fachkräfte weiter verschärfen.
Was die Bevölkerungsprognose für die Region bedeutet
Die Bevölkerungsprognose für Brandenburg beruht auf Annahmen zu Geburten, Sterbefällen und Wanderung; das leichte Landeswachstum wird vor allem von Zuwanderung getragen, weil zugleich mehr Menschen sterben als geboren werden. Für die Niederlausitz zeichnet die Vorausberechnung ein zweigeteiltes Bild: Cottbus bleibt als Anker vergleichsweise stabil, das Berlin-nahe Dahme-Spreewald profitiert, doch die ländlich geprägten Kreise im Süden stehen unter wachsendem Druck. Damit bestätigt die Bevölkerungsprognose Brandenburg einen Trend, der sich in der Lausitz seit Jahren abzeichnet. Vorgestellt wurde sie vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.
Symbolbild: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg / NL aktuell
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