Pünktlich zu den Osterferien bekommen Fahrgäste auf dem RE7 Senftenberg–Berlin–Dessau deutlich mehr Platz. Ab dem 28. März kommen laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) achteilige Züge mit bis zu 420 Sitzplätzen zum Einsatz – bislang waren es 270.
Mehr Platz im RE7 zwischen Berlin und Senftenberg
Die bisherigen fünfteiligen Züge werden laut VBB um einen dreiteiligen Triebwagen ergänzt. Das erhöht die Kapazität pro Zug um 150 Sitzplätze – von 270 auf 420. Damit reagieren die zuständigen Aufgabenträger auf die hohe Nachfrage der vielen durchgehenden Fahrgäste von und nach Berlin. Die Maßnahme gilt vom 28. März bis zum Ende der Herbstferien am 1. November 2026. Verantwortlich für die Linie RE7 sind die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA).
Züge fahren mit 420 Sitzplätzen
Die Erweiterung greift sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden und Feiertagen – jeweils außerhalb der Pendler-Hauptverkehrszeiten. Montags bis freitags betrifft das alle Züge, die tagsüber zwischen den Abfahrten zur Stunde 5 und 17 Uhr in Dessau starten. Ab Senftenberg gilt das für Abfahrten zwischen 5 und 16 Uhr – freitags bis 17 Uhr.
An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen kommen die achteiligen Züge für Abfahrten zwischen 9 und 19 Uhr ab Dessau zum Einsatz. Ab Senftenberg sind es samstags die Züge zwischen 7 und 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen gilt das für Abfahrten zwischen 8 und 18 Uhr ab Senftenberg.
Nicht betroffen von der Erweiterung ist der Abschnitt zwischen Bad Belzig und Berlin-Wannsee. Dort bleiben die Züge montags bis freitags weiterhin fünfteilig – die bestehende Kapazität sei auf dieser Teilstrecke nach wie vor ausreichend, teilt der VBB mit.
Diese Südbrandenburger Halte profitieren
Die achteiligen Züge bedienen auf ihrem Weg von Dessau nach Senftenberg auch mehrere Stationen in Südbrandenburg. Im Landkreis Dahme-Spreewald hält der RE7 in Königs Wusterhausen und Lübben (Spreewald). Anschließend durchquert die Linie den Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit den Halten Lübbenau (Spreewald), Calau (NL) und schließlich Senftenberg als Endstation. Gerade für Pendler und Reisende aus diesen Landkreisen bedeutet die Kapazitätserweiterung spürbar mehr Komfort – insbesondere an Wochenenden und in Ferienzeiten, wenn die Züge bislang besonders voll waren.
Fahrgastverband kritisiert späte Reaktion
Für den Fahrgastverband PRO BAHN kommt die Verlängerung zu spät. In einer Pressemitteilung vom 3. März 2026 erinnert der Landesverband Berlin-Brandenburg daran, dass er bereits im Herbst 2025 auf die notwendige Kapazitätsverstärkung hingewiesen habe. Dennoch sei die bis dahin eingesetzte Zugverlängerung mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt worden. Die Überfüllung des RE7 sei damit absehbar gewesen – und trotzdem erst eingetreten, bevor reagiert wurde, so der Verband.
Weshalb es so lange bis zur erneuten Verlängerung gedauert hat und wo genau Verzögerungen entstanden sind, sei bislang unklar, schreibt PRO BAHN.
PRO BAHN fordert dauerhafte Kapazitätsstrategie
Auch nach den Herbstferien werde die Nachfrage nicht verschwinden, betont PRO BAHN. Deshalb fordert der Verband konkrete und dauerhafte Maßnahmen. Erstens soll der Verkehrsvertrag Netz Elbe-Spree – er läuft noch bis zum 9. Dezember 2034 – mit verbindlichen Kapazitätsvorgaben für nachfragestarke Verbindungen überarbeitet werden. Zweitens sollen kapazitätsstärkere Fahrzeuge wie Doppelstockzüge geprüft und eingesetzt werden. Drittens verlangt PRO BAHN eine transparente Umsetzung der angekündigten Maßnahmen sowie eine Wirksamkeitskontrolle binnen weniger Wochen.
Solange Bahnsteigverlängerungen nicht kurzfristig flächendeckend realisierbar seien, brauche es laut PRO BAHN betriebliche Lösungen, die schnell wirksam sind: mehr Sitzplätze je Wagen und eine robuste Fahrzeugdisposition. Nur so lasse sich dauerhaft verhindern, dass der RE7 Senftenberg–Berlin–Dessau regelmäßig an seine Belastungsgrenze gerate – zulasten der Fahrgäste.
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