Wie greifen Einsatzkräfte, Befehlsstelle und Verwaltung ineinander, wenn plötzlich eine größere Schadenslage eintritt? Genau das hat das Amt Ortrand am gestrigen Dienstag (29. September) bei einer umfangreichen Übung trainiert. Das angenommene Szenario: ein Brand in der Kita Regenbogen, zeitgleich ein Stromausfall im Innenstadtbereich. Im Mittelpunkt stand nicht nur der Einsatz der Feuerwehr vor Ort. Parallel nahm der Verwaltungsstab des Amtes am Bauhof in der alten Feuerwehr seine Arbeit auf. Einsatzleitung, Befehlsstelle und Verwaltungsstab arbeiteten zusammen, tauschten fortlaufend Informationen aus, bewerteten die Lage und stimmten die Maßnahmen ab. Geprobt wurde vor allem, wie Informationen aus der Einsatzstelle schnell und verlässlich weitergegeben und Entscheidungen koordiniert werden.
120 Kinder in eineinhalb Minuten in Sicherheit
Ein zentraler Teil der Übung war die Räumung der Kita unter realistischen Bedingungen: Innerhalb von eineinhalb Minuten verließen rund 120 Kinder und 15 Erzieherinnen und Erzieher das Gebäude. „Die schnelle und geordnete Evakuierung zeigte, dass die vorgesehenen Abläufe im Ernstfall greifen und das Kita-Team auf eine solche Situation vorbereitet ist“, resümierte Kitaleiterin Cornelia Georgi.
Um die Bedingungen einer echten Großschadenslage möglichst realistisch abzubilden, war der Kreis der vorab informierten Personen bewusst klein gehalten worden. Selbst der Amtsdirektor und der Amtsbrandmeister kannten das konkrete Szenario eine halbe Stunde vor Beginn noch nicht – so mussten auch die Führungs- und Verwaltungsstrukturen kurzfristig reagieren.

Vorsorge als Ziel
Das Amt Ortrand hat sich nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Brandschutz und der Vorbereitung auf größere Schadensereignisse befasst und dabei besonders die Zusammenarbeit von Verwaltungsstab, Einsatzleitung und Befehlsstelle weiterentwickelt. Die Übung bot die Gelegenheit, diese Strukturen praktisch zu erproben. Sie endete um 15.30 Uhr.
Amtsdirektor Niko Gebel dankte allen Beteiligten – von der Feuerwehr über die Verwaltung und die Bauhöfe bis zu den Erzieherinnen und Erziehern sowie den Eltern, die in die Abholsituation eingebunden waren. „Eine solche Übung funktioniert nur, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Gebel. „Vorsorge ist wichtig – denn nur wenn wir solche Situationen gemeinsam üben, können wir im Ernstfall schnell und abgestimmt handeln.“
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