Das Start-up quantum grade materials mit Labor auf dem Senftenberger BTU-Campus hat den Brandenburger Innovationspreis 2026 gewonnen. Wirtschaftsministerin Martina Klement zeichnete das Team am Freitag in Potsdam-Babelsberg in der Kategorie NEUES.SCHAFFEN aus, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Brandenburger Innovationspreis geht in die Lausitz
Die Verleihung fand im fx.center in Potsdam-Babelsberg statt. Sie war Teil der Veranstaltung „Digitale Schlüsseltechnologien | Innovationen aus Brandenburg“. In diesem Jahr vergab das Land den Preis erstmals in drei Kategorien. Über die Sieger entschied eine Jury unter Vorsitz von Staatssekretär Hendrik Fischer. Außerdem floss ein öffentliches Online-Voting in die Wertung ein. Auch die Preisfigur entstand in diesem Jahr „Made in Brandenburg“: Gestaltet und gefertigt hat sie ein Künstler der Firma Mates – Robotic Manufacturing and Design (Roboterfertigung und Design). Laut den Teilnahmebedingungen ist der Wettbewerb insgesamt mit 40.000 Euro dotiert.
In der Kategorie NEUES.SCHAFFEN setzte sich quantum grade materials [qgm] gegen zwei weitere Nominierte durch. Dazu gehörten die All About Accuracy GmbH aus Potsdam mit einem Echtzeit-Tracking für Industrieroboter sowie die Füllner & Partner GmbH aus Stahnsdorf mit einem System, das Luft- und Gasemissionen fortlaufend misst.
Sitz des Unternehmens ist das Gründungszentrum Startblock B2 in Cottbus. Hervorgegangen ist die Firma aus einem EXIST-Forschungstransferprojekt an der BTU Cottbus-Senftenberg. Der Standort Senftenberg bleibe für Forschung und Entwicklung erhalten, dort solle auch eine Betriebsstätte angemeldet werden, teilte [qgm] auf Nachfrage von Niederlausitz aktuell mit.
Preisgeld fließt in neues Personal und eine Produktion
„Die Auszeichnung mit dem Brandenburger Innovationspreis ist für uns eine große Ehre“, sagte Mitgründerin und Gesellschafterin Anne Handschick-Ernst auf Nachfrage von Niederlausitz aktuell. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Technologie in Brandenburg weiterzuentwickeln und groß zu machen. Der Gewinn ist eine tolle, weitere Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Als Nächstes will [qgm] Personal einstellen, zunächst Verwaltungsmitarbeitende sowie Chemiefachkräfte für Produktion und Labor. Eine der Stellen sei konkret durch das Geld aus dem Innovationspreis möglich geworden, teilte das Unternehmen auf eine weitere Nachfrage von Niederlausitz aktuell mit. Langfristig strebt [qgm] ein organisches Wachstum auf insgesamt 20 Beschäftigte an. Bewerbungen gebe es bereits zahlreiche.
Außerdem plant das Unternehmen, einen Produktionsstandort aufzubauen. Wo er entstehen soll, sei noch offen, weil die Verhandlungen laufen. Nur so viel verrät Handschick-Ernst: „Es bleibt die Brandenburger Lausitz.“
Sternenstaub aus Senftenberg für Quantencomputer
Ausgezeichnet wurde ein Verfahren zur Herstellung hochreiner Silizium-Isotope. Halbleiter-Quantencomputer benötigen dafür Silizium-28 in sehr reiner Form. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums kommt dieser Stoff natürlich jedoch nur im Weltall vor. Das Unternehmen hat deshalb ein Verfahren patentiert, mit dem es Silizium-28 aus einem frei verfügbaren Ausgangsstoff gewinnt. Das Material soll hochrein, in industriellem Maßstab und ohne giftige Abfälle entstehen.
VollzeitElektroniker / Elektriker (m/w/d)Binderholz Oberrot | Baruth GmbH · Baruth/MarkZur Stelle →Alle 354 Stellen in Südbrandenburg →Laut Wirtschaftsministerium ist [qgm] damit weltweit Vorreiter auf diesem Gebiet und zugleich der erste kommerzielle Anbieter. Halbleiter-Quantencomputer versprechen laut Ministerium, 1.000 Jahre Rechenzeit in nur einer Minute zu schaffen. Sie sollen künftig unter anderem die Entwicklung von Medikamenten und die Anpassung an den Klimawandel beschleunigen.
„Wir brauchen Innovation für die Zukunft unseres Landes“, sagte Ministerin Klement bei der Verleihung. Innovation bedeute, sich weiterzuentwickeln, Veränderungen bewusst anzugehen, Mut zu beweisen und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. „Die Preisträgerinnen und Preisträger des Brandenburger Innovationspreises 2026 stehen genau dafür und sind herausragende Beispiele für das, was unser Land leisten kann.“
Vom Gründerpreis zum Brandenburger Innovationspreis
Die GmbH wurde erst im Januar 2026 gegründet. Hinter ihr stehen Dr. Owen C. Ernst, Anne Handschick-Ernst und Dr. David Uebel. Das Gründungsprojekt ist seit 2024 an der BTU angesiedelt. Damals startete am Fachgebiet Physikalische Chemie das Forschungsprojekt „HoCHQuant“ zu isotopenreinen Materialien, wie die Universität mitteilte.

Bereits 2023 hatte das Team den Lausitzer Existenzgründungs-Wettbewerb LEX gewonnen und dafür 5.000 Euro erhalten, wie Niederlausitz aktuell berichtete.
Ende August besuchte zudem der Lausitzbeauftragte des Ministerpräsidenten, Dr.-Ing. Klaus Freytag, das Labor in Senftenberg. Dabei nannte das Unternehmen sein Ziel, künftig 80 bis 100 Prozent des europäischen Marktes abzudecken. Erste Umsätze erwartet es für 2026/2027. „Hier trifft extremer Bedarf auf extreme Knappheit“, sagte Ernst damals. Mehr dazu steht in unserem Beitrag „Sternenstaub aus Senftenberg für Quantencomputer“.
Weitere Preisträger aus Potsdam und Neuenhagen
In der Kategorie FOKUS.SETZEN, die in diesem Jahr auf Digitalisierung ausgerichtet war, gewann die Aury Care GmbH aus Potsdam. Ihre KI-Plattform für mentale Gesundheit reicht von der Prävention bis zur Therapie und wurde laut Preisausrichter in Potsdam und Wildau entwickelt. Mehr dazu steht in unserem Beitrag „KI-Plattform aus Potsdam und Wildau gewinnt Innovationspreis“.
Den Preis in der Kategorie KRAFT.ENTFALTEN erhielt die Nehlsen Berlin-Brandenburg GmbH & Co. KG aus Neuenhagen. Ihre Anlage MineralCycle gewinnt Sand und Kies aus wässrig-mineralischen Bauabfällen zurück. Das Verfahren arbeitet rein mechanisch und kommt ohne Frischwasser aus. So sollen weniger Abfälle auf Deponien landen.
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Die vollständige Mitteilung mit allen Preisträgern steht auf der Seite des Brandenburger Innovationspreises.
Red. / Presseinformation
© Fotos: Brandenburger Innovationspreis, Andrea Budich/Stadt Senftenberg














