Die Stadt Uebigau-Wahrenbrück will die beiden Servicestellen in der Brikettfabrik „Louise“ auch 2027 erhalten – notfalls ohne Geld vom Land. Rund 76.000 Euro im Jahr stehen dafür in der Vorlage. Darüber entscheiden die Stadtverordneten am Mittwoch, 7. Oktober, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht.
Brikettfabrik Louise braucht zwei Servicekräfte
Neben der Museumsleiterin sind laut Vorlage zwei Stellen mit jeweils 75 Prozent der regulären Arbeitszeit nötig, um Öffnungszeiten, Führungen und Veranstaltungen in der Brikettfabrik, einem technischen Denkmal, abzusichern. Der Freundeskreis könne nicht mehr regelmäßig ehrenamtlich unterstützen. Seit 2020 hat das Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Forschung und Kultur die Stellen jährlich anteilig aus der Kulturprojektförderung gefördert. Einen Anspruch darauf gibt es nicht, die Förderung hängt von der Haushaltslage des Landes ab.
Die Stadtverordneten sollen deshalb beschließen, die befristeten Stellen 2027 fortzuführen und die Personalkosten vollständig zu übernehmen, falls keine Fördermittel fließen. Als finanzielle Auswirkung nennt die Vorlage 76.000 Euro. Wie hoch der Landesanteil bisher war, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Der Hauptausschuss hat am 23. September empfohlen, dem Vorschlag zu folgen. Außerdem sollen in der Sitzung drei Bauleistungen für die Brikettfabrik vergeben werden.
Frühere Neuapostolische Kirche soll Treffpunkt werden
Die ehemalige Neuapostolische Kirche in Uebigau soll als öffentliche Einrichtung genutzt werden. Geplant sind ein multifunktionaler Raum für Veranstaltungen, Toiletten sowie Angebote für Kinder und Jugendliche, auch für Gäste der Schlossherberge, und für Vereine. Ideen dafür hatten Studierende der Berliner Hochschule für Technik in Bachelorarbeiten entwickelt. Bei einer Vorstellung im Mai wurden zwei Arbeiten favorisiert, bei einer Bürgerinformation im Juni fand der Entwurf laut Vorlage grundsätzliche Zustimmung. Die Verwaltung soll nun Fördermittel suchen und die Vorplanung für die ausgewählte Variante veranlassen. Kosten nennt die Vorlage nicht.
Mehr Geld für den Winterdienst, neue Ortsvorsteherin
Für den Winterdienst 2026 sollen die Stadtverordneten eine überplanmäßige Ausgabe von 65.000 Euro bewilligen. Geplant waren 150.000 Euro, der Ansatz war laut Vorlage schon mit den Rechnungen vom März überschritten. Als Gründe nennt die Verwaltung den Winter 2025/26, die Abrechnung nach Aufwand und teureres Streugut. Für die Jahre 2026 bis 2028 wird der Winterdienst zudem neu vergeben.
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Kredit verlängert, Mediation geplant
Bestätigen sollen die Stadtverordneten eine Eilentscheidung vom 25. September: Für ein Darlehen mit einer Restschuld von rund 414.000 Euro, dessen Zinsbindung Ende September auslief, wurden neue Konditionen vereinbart. Es bleibt bei der Sparkasse Elbe-Elster, nun zu 3,86 Prozent für zehn Jahre. Angefragt hatte die Stadt drei Banken, das Angebot der Volksbank war teurer. Über die zehn Jahre fallen laut Unterlagen rund 111.000 Euro Zinsen an. Außerdem stellt Martin Ehring, Geschäftsführer von HGB und IGB Bad Liebenwerda, eine Bestandsaufnahme und Einschätzung der städtischen Wohn- und Geschäftseinheiten in Wahrenbrück vor.
Weitere Punkte sind eine externe Mediation in der Verbandsgemeinde Liebenwerda, der Umsetzungsplan Stadtsanierung 2027 bis 2029 für die Altstadt Uebigau, der Kauf eines Kommunaltraktors, der Spielplatz Domsdorf, die Nutzung von Teilen des alten Uebigauer Stadtwappens durch eine Stiftung und ein Antrag des Winklischen Carnevalclubs, ihm die Gebühren für den Saal im Graunzentrum zu erlassen. Die Verwaltung sieht dafür keine Grundlage.
Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Graunzentrum, Markt 10, in Wahrenbrück. Die Unterlagen sind im Ratsinformationssystem der Verbandsgemeinde abrufbar.
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