Mit einer Finissage in der Darre in Lieberose ist am Samstag, 26. September, die SPEKTRALE 12 zu Ende gegangen. Den Kunstpreis SPEKTRA erhielt Hannes Forster aus Jamlitz, zudem wurde Kurator Herbert Schirmer verabschiedet. Das teilte der Landkreis Dahme-Spreewald mit.
SPEKTRALE 12 zeigte Kunst in der Lieberoser Heide
Vom 9. Mai bis 26. September präsentierte sich die SPEKTRALE in Lieberose auf dem Gelände des ehemals größten Truppenübungsplatzes im Osten Deutschlands. Gezeigt wurde zeitgenössische Kunst an verschiedenen Orten, verbunden mit der Landschaft und den kulturellen Besonderheiten der Region.
Unter dem Titel „LAND VON MORGEN“ wollte die Ausstellung nach Angaben des Landkreises die Beziehung zwischen der über 40 Jahre militärisch genutzten Natur und der sich regenerierenden Landschaft aufzeigen. Kunst und Natur sollten verbunden werden. Zugleich sollte die Schau für den Erhalt der Umwelt sensibilisieren und auf die Zukunft der Naturwelt Lieberoser Heide aufmerksam machen.
Ergänzt wurde die SPEKTRALE 12 durch die Begleitausstellung „Hauptsache: RANDERSCHEINUNGEN“ in der Horizontalen Galerie im Landratsamt in Lübben. Dort zeigten 52 Künstlerinnen und Künstler aus dem Landkreis 77 Arbeiten aus Malerei, Zeichnung, Radierung, Druckgrafik, Mixed Media und Fotografie.
Kinder aus Luckau gestalteten ihr Land von morgen
Wie bei den vorherigen Ausgaben gab es auch diesmal ein Kunstprojekt mit der Grundschule „Rosa Luxemburg“ in Luckau. Die beteiligten Elfjährigen beschäftigten sich mit der Frage „Wie willst du auf deinem Land leben“. Sie sollten sich vorstellen, in zehn Jahren ein Stück Land geschenkt zu bekommen, auf dem sie ihr Leben verbringen. Wie würden sie es einrichten? Was ist ihnen wichtig, was macht das Leben schön, wertvoll und nachhaltig? Zum Projekt erschien ein Katalog mit Bildern, Zeichnungen sowie Beschreibungen zu Konzept und Umsetzung.
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Finissage der SPEKTRALE 12 mit Rückblick und Musik
Bei der Finissage blickten der Landkreis Dahme-Spreewald, die Wildnisstiftung und die Naturwelt Lieberoser Heide gemeinsam mit Künstlerinnen, Künstlern und Gästen auf die Ausstellung zurück. Ein Video-Rückblick erinnerte an die künstlerischen Arbeiten und Ausstellungsorte. Musikalisch begleitete der Pianist Hannes Zerbe die Veranstaltung.
Kunstpreis SPEKTRA geht an Hannes Forster aus Jamlitz
Als Höhepunkt der Finissage nennt der Landkreis die Verleihung des Kunstpreises SPEKTRA. Die Jury hatte am Vormittag die ausgestellten Arbeiten im Naturpark Lieberoser Heide besichtigt und danach entschieden. Der Preis 2026 geht an Hannes Forster aus Jamlitz für seine Arbeit „Ein Haus für einen Baum“. Die Jury hob in ihrer Begründung hervor, dass das Werk im direkten Dialog mit der Geschichte des Ortes steht. Es setzt sich mit dem Verhältnis von menschlichem Raumbedarf und Natur auseinander.
Kurator Herbert Schirmer sagte: „Mit ‚Ein Haus für einen Baum‘ gelingt Hannes Forster eine Arbeit, die unsere gewohnte Weltansicht leise, aber nachhaltig korrigiert. Sie führt uns vor Augen, dass wir den Raum, den wir beanspruchen, nicht losgelöst von der Natur denken können.“ Das Werk stelle Fragen, die angesichts des Klimawandels und des Umgangs mit Landschaft und Ressourcen beschäftigen würden: „Wie wollen wir künftig leben, und welchen Raum sind wir bereit, der Natur zu geben?“
Forster erhielt die eigens für die SPEKTRALE geschaffene Glasskulptur „SPEKTRA“. Gefertigt hat sie die Glaskünstlerin Beate Bolender aus Kasel-Golzig.
Abschied von Kurator Herbert Schirmer in Lieberose
Anschließend wurde Herbert Schirmer als langjähriger Kurator der SPEKTRALE verabschiedet. Nach Angaben des Landkreises hat der 81-Jährige die Ausstellung über viele Jahre begleitet und ihre Entwicklung mit seiner kuratorischen Arbeit wesentlich mitgestaltet. Dabei habe er Generationen, Regionen und unterschiedliche kulturelle Perspektiven miteinander verbunden. Sein Abschied markiere einen Einschnitt in der Geschichte der Ausstellung.
Kulturdezernent Stefan Wichary sagte: „Herbert Schirmer hat die SPEKTRALE über viele Jahre mit seiner besonderen Haltung zur Kunst und seinem Gespür für Menschen geprägt. Er hat Künstlerinnen und Künstler zusammengebracht, Grenzen überwunden und immer wieder neue Perspektiven eröffnet.“ Für seinen weiteren Weg wünschte Wichary ihm alles Gute, vor allem Gesundheit und weiterhin viel Zeit für die Kunst.
Wichary gratulierte auch den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern: „Die SPEKTRALE 12 hat eindrucksvoll gezeigt, wie Kunst und Landschaft miteinander in Dialog treten können. Die Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern und ihren Arbeiten haben Lieberose und die Region auf besondere Weise bereichert.“ Zudem dankte er den Partnern der diesjährigen Ausgabe.

Künstlerinnen und Künstler der SPEKTRALE 12 in Lieberose
An der Ausstellung beteiligten sich Alexandre Sladkevich (Berlin) mit „Blick nach vorn zurück“, die Kunstwerkstatt Lieberose-Beeskow mit Heidemarie und Dieter Klaue („Elfen-Reigen“/„Tierische Invasion“), Annett Glöckner (Neuruppin) mit „Wir sind gelandet!“, Hannes Forster (Jamlitz) mit „Ein Haus für einen Baum“ und Detlef Mallwitz (Letschin, Ortsteil Ortwig) mit „Raum-Schiff“.
Außerdem dabei waren Clemens Tremmel (Leipzig) mit „Wo früher einmal Panzer fuhren, wächst jetzt eine Palme“, Hans-Georg Wagner (Cottbus) mit „Zusammenstehen. Tänzer. Aufstehen“, Lothar Seruset (Lentzke) mit „Im Eis“ und „Kleiner Eisbär“, Micha Brendel (Steinreich) mit „… eure Gebeine sollen grünen wie junges Gras.“ (Jesaja 66,14), Gaby Taplick (Berlin) mit „Es war einmal…“ sowie Mauga-Houba Hausherr (Biestrzynnik, Polen) mit „Tische des Lebens“.
Veranstalter der SPEKTRALE 12 waren der Landkreis Dahme-Spreewald, die Stiftung Naturlandschaft Brandenburg – Wildnisstiftung und die Naturwelt Lieberoser Heide GmbH. Gefördert wurde sie vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen von „Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027“. Mehr zur Ausstellung gibt es auf spektrale-dahme-spreewald.de.
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Red. / Presseinformation











