Man merkt die Anspannung die herrscht, seitdem gestern die Nachricht bekannt wurde, dass in Cottbus eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt entstehen soll. Es liegt aber nicht an der Tatsache ansich, sondern daran, dass innerhalb von 72 Stunden Einsatzbereitschaft hergestellt sein muss. „Wir mussten nun die Notfallpläne aktivieren, die wir eigentlich vermeiden wollten.“ sagt Jan Gloßmann, Pressesprecher der Stadt. In der Kürze der Zeit ist keine andere Lösung möglich, das Land ist zuständig für die Unterbringung.
Von dort aus wurde zunächst auch ein Teil der Cottbuser Messehallen in Betracht gezogen, was aber aufgrund fehlender Sanitäranlagen und beginnender Bauarbeiten nicht möglich ist. In den beiden Turnhallen Poznaner Straße werden nun Feldbetten aus dem Bestand des Katastrophenschutzes der Berufsfeuerwehr aufgebaut und Mitarbeiter der Firma Sternbau errichten provisorische Trennwände aus Bauzäunen und Planen. „Insgesamt können hier 250 Menschen unterkommen, wir wissen derzeit aber weder wann noch wieviele überhaupt kommen. Da werden wir im Laufe des Tages mehr erfahren, es gibt eine Telefonkonferenz zwischen Innenministerium und Oberbürgermeister Holger Kelch.“ so Gloßmann.
Hilfe für Cottbus kommt von der Partnerstadt Zielona Gora in Polen. „Von dort haben sich Kollegen mit 180 Feldbetten, 350 Decken und 300 Schlafsäcken auf den Weg gemacht und werden am Nachmittag in Cottbus sein“ sagt der Chef der Berufsfeuerwehr Cottbus, Jörg Specht. Weiterhin werden noch Lampen und Tische aufgestellt. Bisher haben die Berufsfeuerwehr, die freiwillige Feuerwehr Cottbus sowie die Sondereinheit Sanität des DRK und der Johanniter Hilfe beim Aufbau geleistet. Betreut wird die Turnhalle vorerst durch das Sozialamt der Stadt, bevor klar ist wer von Landesseite zuständig ist.
Tobias Schick, Geschäftsführer des Sportstättenbetriebs der Stadt, sowie Mirko Wohlfahrt, Bereichsleiter des Olympiastützpunkts Brandenburg in Cottbus, zeigten Verständnis für die Maßnahmen, wiesen aber zugleich auf weitere Probleme hin: “ Die Sportfamilie versteht die besondere Situation und Herausforderung für die Stadt Cottbus nun zusätzlich bis zu 1.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Für die Unterbringung der Flüchtlinge den Sporthallenkomplex Poznaner Straße zu nutzen, wird den Cottbuser Vereinssport und besonders den Schulsport der Lausitzer Sportschule vor große Herausforderungen stellen. Diese verständlichen Einschnitte werden die Cottbuser Sportvereine und die Lausitzer Sportschule versuchen solidarisch zu kompensieren und dieseSituationbestmöglich zu meistern.
Wir können nicht hinnehmen, dass auch die Lausitz- Arena im Fokus der Überlegungen steht. Dies würde nicht nur zu unvertretbarem Ausfall von pflichtigem Schulsport an der Eliteschule des Sports führen sondern auch zum Kollaps im Trainings- und Veranstaltungsbetrieb der Stützpunkt tragenden Vereine. Auf Grund unabsehbarer Folgen für die Eliteschule des Sports und die Sportstadt Cottbus empfehlen wir, von einer Nutzung der Lausitz-Arena für die Unterbringung von Flüchtlingen abzusehen. Hier muss es noch andere Möglichkeiten in Cottbus geben. Auch die angestrebte Integration von Flüchtlingen wird dadurch nicht leichter.“










