Schwester Silvia Wunderlich betreut seit 2011 am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) engagiert die Stoma-Therapie, die vor vier Jahren im Zuge der Zertifizierung des Darmzentrums realisiert wurde. Weit über 100.000 Menschen in Deutschland leben – vorübergehend oder dauerhaft – mit einem durch die Bauchdecke geführten Darm- oder Blasenausgang, einem Stoma (griechisch für Mund, Öffnung). Die Gründe dafür sind vielfältig. Wichtig ist, dass der Start ins Leben als Stoma-Träger möglichst gut gelingt. Denn die Anlage eines Stoma ist für jeden ein bedeutsamer Einschnitt, der von Seiten der Pflege viel Einfühlungsvermögen und besondere Sorgfalt, gerade im Hinblick auf die psychische Betreuung, erfordert.
Seit 1984 am CTK in der Chirurgie und Darmchirurgie tätig, ließ sich Schwester Silvia zur Pflegeexpertin für Kontinenz, Stoma und Wunde weiterbilden. Etwa 200 Patienten mit einer Stoma-Neuanlage betreut sie im Jahr. „Ich stehe den Patienten zur Seite, um ihnen schrittweise die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln und so eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Ziel ist es, dass die Patienten wieder selbstständig werden und Lebensqualität zurück erlangen“, sagt sie. Besonders wichtig bei der präoperativen Stoma-Beratung ist es, Zugang zum Patienten zu finden, erklärt die Pflegeexpertin. Vor der Operation wird gemeinsam die ideale Stelle ermittelt, an der das Stoma angelegt werden soll. Dabei wird die Stelle am Bauch so gewählt, dass das Stoma selbständig versorgt werden kann und gut einsehbar ist. Auch Gewohnheiten bei der Kleidungswahl werden dabei berücksichtigt.
„Nach der Operation beginnt dann die Anleitung und das Training zur Selbstversorgung, das bis zur Entlassung täglich wiederholt wird. Schritt für Schritt wird der Umgang mit dem Stoma geübt, ganz individuell. Wichtig ist mir vor allem, dass sich der Patient wohl fühlt“, so Schwester Silvia.
Neben dem Training erklärt sie den Patienten Besonderheiten bei der Ernährung, hilft, das passende Versorgungsmaterial zu finden und gibt Beratung in psychosozialen Fragen. Auch Angehörige werden von ihr beraten und bei Bedarf zum Training eingeladen. Neuen Mut und Kraft finden Betroffene in Gesprächen mit Mitarbeitern der Selbsthilfegruppe ILCO (Ileo- und Colostomieträger). Seit 2014 gibt es auch am CTK regelmäßige Treffen, die Schwester Silvia ins Leben gerufen hat. Hier tauschen sich Betroffene vierteljährlich über das Leben und den Alltag mit dem Stoma aus. Interessierte können sich unter Tel. 0355 46-2136 dazu informieren.

Schwester Sylvia Wunderlich kümmert sich mit viel Einfühlungsvermögen um Stoma-Patienten.
Quelle & Fotos: Carl-Thiem-Klinikum (CTK)




