Neu am CTK und einzigartig in Brandenburg
Die neurochirurgische Klinik des Carl-Thiem-Klinikums (CTK) hat als neues Verfahren jetzt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie des CTK das sogenannte Fibertracking eingeführt. Hierbei handelt es sich um die bildliche Darstellung von Nervenbahnen im Gehirn (engl.: fibers) im Kernspintomogramm (MRT). Bei hirnchirurgischen Eingriffen, beispielweise aufgrund eines Hirntumors, sollen diese Bahnen optimal geschont werden. Insbesondere wichtige Bahnen, die in Bündeln verlaufen, müssen bei der Operation funktionserhaltend umgangen werden. Dafür müssen die Nervenbündel nicht nur im MRT, sondern auch im OP sichtbar gemacht werden: Dies geschieht durch die Neuronavigation (Bahnverfolgung, engl.: tracking).
Das hochkomplizierte Berechnungsverfahren benötigt eine spezielle Software und wird in Deutschland nur an bestimmten Zentren durchgeführt – in Brandenburg nur am CTK. Das Know-how und die Bearbeitung der Daten wurden nach einer Hospitation des Chefarztes Dr. Carsten Schoof an der Uniklinik Wien nun auch am CTK eingeführt. Erste Erfahrungen konnten bereits bei 15 Patienten gesammelt werden.
Zunächst muss vom Institut für Radiologie ein MRT-Datensatz des Patienten erstellt werden. Dabei werden sowohl die anatomische Struktur des Gehirns und des Tumors erfasst als auch der Rohdatensatz der Nervenfasern.
Dr. Carsten Schoof, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie des CTK, erklärt: „Der Neurochirurg berechnet aus diesen Datensätzen die für die Operation benötigten Nervenbündel, die dann in die Software für die Neuronavigation im OP eingespeist werden. Dies geschieht per Datenleitung vom Computerarbeitsplatz im neurochirurgischen Konferenzraum, wo die OP-Planung stattfindet, bis zum OP-Saal, wo sich der Patient befindet.“
Mittels eines infrarotgesteuerten Abgleichs der Bilddaten mit dem Kopf des Patienten, der im OP fest eingespannt ist, können nun auf einem Bildschirm im OP beide Datensätze zusammengefügt werden. Zusätzlich neben dem Tumor lassen sich jetzt auch die Nervenbahnen, die durch diese Sichtbarmachung geschont werden können, erkennen. Das Verfahren bietet neben der im CTK bei jedem Hirntumor ohnehin schon üblichen Neuronavigation zusätzlich eine optimale Sicherheit, um das Auftreten postoperativer, neurologischer Störungen möglichst zu verhindern.
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Virtuelle Darstellungen der Nervenbahnen auf dem MRT-Bild
Quelle & Fotos: Carl-Thiem-Klinikum




