Überall ist Energie Cottbus derzeit präsent, für Toleranz, für Braunkohle, nur nicht auf dem Fußballplatz. Ob mit oder ohne Kohle – Es ist kein Dampf auf dem Kessel. Ein Tor in der neunten und eins in der 90. Minute reichten Kiel für einen verdienten Auswärtssieg.
Nach der schwachen Vorstellung in Erfurt versprach Krämer, das wieder eine Einheit auf dem Platz stehen würde. Er entschied sich für Perdedaj, Makarenko und Holz in der Startformation, dafür mussten Elsner, Pospech und Ledgerwood auf der Bank Platz nehmen.
Das Spiel begann ausgeglichen, man sah Energie das Engagement an es besser machen zu wollen. Doch die erste Standardsituation brachte den Rückstand. Links foulte Mimbala Breitkreuz und der folgende Freistoß flog durch die Energieabwehr auf einen völlig frei heran rauschenden Kieler der Müller überlupfte. Der Ball prallte an den Pfosten, wo ihn Wahl in die Maschen drischt, 0:1 nach neun Minuten. Die Gäste übernahmen danach die Initiative, standen hoch und warteten auf Cottbuser Ideen. Die blieben Mangelware, hohe Bälle gingen direkt in der Gästehälfte verloren, Standards strahlten keine Gefahr aus. Erst nach 35 Minuten weckte Mattuschka die eigenen Fans mit einem Schuss, den Kronholm aber abwehren konnte. Bis zur Halbzeit flatterten noch ein paar Flanken von links rein und bezeichnend für die Cottbuser Offensive hatte Verteidiger Mimbala die größte Chance bis zur Pause, als er im Sturm auftauchte und abzog, wieder war Kronholm zur Stelle.
Die Fans verabschiedeten ihr Team mit „Wir wollen euch kämpfen sehen“ in die Kabine, das angekündigte blaue Wunder blieb bisher aus. Den Willen konnte man dem Team nicht absprechen, Perdedaj und Holz waren sehr präsent, nur es kam nach vorn nichts zustande.
Nach Wiederanpfiff hätte Kiel die Hausherren direkt schocken können, Schäffler rannte allein auf Müller zu, schoss aber drüber. Cottbus wirkte aber wacher und versuchte sich in der Vorwärtsbewegung, Kronholm im Kieler Kasten war aber nicht zu überwinden. Ob im Spiel oder aus dem Stand, Energie war nun agiler. Nach 57 Minuten streifte ein Tusche-Freistoß haarscharf links am Kieler Gehäuse vorbei. Die Offensivbemühungen versandeten nach einer guten Viertelstunde wieder ein wenig, Krämer brachte Pospech für Garbuschewski. Energie kam zu weiteren Chancen, Kleindiensts Schuss landete am Außenpfosten, Mimbala köpfte in der 72. Minute wenige Meter vorm Kasten weit vorbei. Mattuschkas Freistöße waren heute besser als seine Ecken, in der 80. donnerte einer knapp übers Tor. Unterm Strich stand vorn dennoch die Null, wie es gehen kann zeigte Kiel mit dem Schlusspfiff. Heider setzte an und traf toll zum 0:2 Endstand.
Die Gäste taten das nötigste um Cottbus in Schach zu halten und nehmen nicht unverdient die drei Punkte mit. Ein Spiel wie kalter Kaffee – einfach nicht zum genießen. Es wird Zeit, dass jemand Energie aus dem Winterschlaf weckt.
Stimmen zum Spiel:
Holstein Kiel, Karsten Neitzel: „Ich spiele gern gegen Mannschaften die eine Woche vorher gewonnen haben, das war nun nicht der Fall, daher haben wir uns auf einen großen Kampf eingestellt. Wir haben das gut gemacht und den Spielaufbau der Cottbuser früh gestört. In der zweiten Halbzeit mussten wir viele Momente überstehen, gerade wenn hohe Bälle in den Strafraum kamen. Es war ein Kampfspiel und man hat gesehen, dass wir ein richtig guter Haufen sind. Ich glaube das dieser Umstand in den nächsten Wochen ein richtiger Faustpfand sein kann und wir so noch den einen oder anderen großen ärgern können.“
FC Energie Cottbus, Stefan Krämer: „Man hat der Mannschaft nach dem frühen 0:1 angesehen das eine gewisse Verunsicherung drin ist. Wir haben uns danach schwer getan ins Spiel zu kommen, was sich bis zur 45. Minute hingezogen hat. Wir wussten, wir müssen Geduld haben gegen solch einen Gegner. Zwischen der 45. und 65. haben wir richtig Druck gemacht und hätten wir da ein Tor gemacht, hätte das Spiel noch kippen können. Danach wurde es wieder weniger, obwohl wir noch Chancen hatten. Fußballerisch ist noch eine Menge Luft nach oben, aber von der Einstellung hat das Team gezeigt das es eine Mannschaft ist und das bis zur letzten Minute. Wir haben den Start jetzt vergeigt und werden uns auf Wiesbaden vorbereiten, damit wir da in die Spur kommen.“
Statistiken:
Zuschauer: 5.884 Zuschauer
Tore:
9. Minute: 0:1 Wahl
Auswechslungen:
64. Minute: Holstein Kiel: Marc Heider für Manuel Schäffler
66. Minute: Energie Cottbus: Zbynek Pospech für Ronny Garbuschewski
70. Minute: Holstein Kiel: Manuel Hartmann für Rafael Kazior
82. Minute: Holstein Kiel: Saliou Sané für Maik Kegler
Aufstellung:
FC Energie Cottbus: Müller – Kaufmann, Mimbala, Möhrle, Szarka – Perdedaj, Mattuschka – Holz, Garbuschewski, Makarenko – Kleindienst
Holstein Kiel: Kronholm – Krause, Kohlmann, Herrmann, Wahl – Kegel, Breitkreuz, Siedschlag, Vendelbo – Kazior, Schäffler






























