Das Stadtmuseum Cottbus zeigt ab Donnerstag die Wanderausstellung „Die Verleugneten“. Sie erinnert an Menschen, die im Nationalsozialismus als sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher verfolgt wurden. Eröffnet wird sie am Mittwoch um 17 Uhr.
Opfer, die erst 2020 anerkannt wurden
Zehntausende Menschen wurden im Nationalsozialismus mit diesen Etiketten ihrer Freiheit beraubt, viele wurden ermordet. Als Opfer des Nationalsozialismus erkannte der Deutsche Bundestag sie erst im Jahr 2020 an. Im Zuge dieses Beschlusses gab das Parlament die Ausstellung in Auftrag. Erarbeitet haben sie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Nach Stationen unter anderem in Berlin, Leipzig und Köln ist „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933–1945–heute“ nun in Cottbus zu sehen, bis zum 3. Januar 2027.
Die Ausstellung fragt, wer entscheidet, wer zur Gesellschaft dazugehört, und was geschieht, wenn Ausgrenzung zu staatlichem Handeln wird. Zu sehen ist unter anderem das Schicksal von Liddy Bacroff. Zur Eröffnung am 7. Oktober spricht BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande ein Grußwort.
BTU begleitet Die Verleugneten mit drei Abenden
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg ist institutionelle Partnerin der Ausstellung. Zusammen mit dem Stadtmuseum, dem Justus Delbrück Haus in Jamlitz und dem Verein KARUNA hat sie ein öffentliches Begleitprogramm gestaltet. Es verbindet die Geschichte mit heutigen Erfahrungen von Menschen, die wegen Armut, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit ausgegrenzt werden.
„Stigmatisierung und Gewalt gegenüber Menschen mit Armutserfahrung, in Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit haben bis heute eine traurige Kontinuität“, sagt Mitorganisatorin Prof. Stefanie Kiwi Menrath von der BTU. Anett Quint vom Justus Delbrück Haus ergänzt: „Der stigmatisierende Gebrauch von Asozialität war nie weg.“
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Vortrag, Podium und Wandelkonzert im Stadtmuseum
Den Auftakt macht am Mittwoch, 4. November, von 18 bis 20 Uhr der Vortrag „Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“ von Prof. Dr. Rosenow von der Universität Freiburg mit Podium. Er findet im Großen Seminarsaal im 3. Obergeschoss des Stadtmuseums statt.
Am Dienstag, 24. November, kommen von 17 bis 20 Uhr Menschen mit Erfahrung von Wohnungslosigkeit selbst zu Wort. Das Public Listening mit Podiumsdiskussion „Gewalt im Leben von Obdachlosen“ läuft im Studio des Freien Radios sternchen.fm in der Burgstraße 22.
Zum Abschluss gestalten Studierende der Instrumental- und Gesangspädagogik der BTU mit Immanuel de Gilde am Samstag, 12. Dezember, um 18 Uhr das Wandelkonzert „Verurteilte Klänge“ in den Räumen der Ausstellung Die Verleugneten. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Mehr dazu auf der Seite der BTU, die Termine stehen auch in unserer Terminübersicht.
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Red. / Presseinformation













