Die Stadtwerke Cottbus haben im Geschäftsjahr 2025 als Konzern 16,7 Millionen Euro nach Steuern verdient, bei 234,6 Millionen Euro Umsatz. Das geht aus dem Bericht von Geschäftsführer Vlatko Knezevic am Mittwoch in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung hervor. Für 2027 erwartet er deutlich steigende Gaspreise im Einkauf.
Jahresabschluss 2025 der Stadtwerke Cottbus
Der Jahresabschluss 2025 ist nach Knezevics Worten festgestellt. Laut seiner Präsentation beliefen sich die Umsatzerlöse abzüglich Energiesteuer auf 234,6 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 16,7 Millionen Euro, nach 20,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Bilanzsumme betrug 288,2 Millionen Euro. Zum Jahresende beschäftigte der Konzern 228 Mitarbeiter, dazu kamen sechs Auszubildende und Studierende einer Berufsakademie.
Als Sondereffekte nennt die Präsentation unter anderem die neue Anlage aus Blockheizkraftwerken und Wärmespeichern. Sie erlaube es, auf stark schwankende Preise im Intraday-Handel (kurzfristiger Stromhandel für denselben Tag) zu reagieren. Hinzu kamen hohe Margen und Absatzmengen im bundesweiten Vertrieb an Geschäftskunden, eine hohe Vergütung für vermiedene Netzentgelte sowie periodenfremde Erträge. Die Vorgaben aus dem Kreditvertrag mit einem Bankenkonsortium hat der Konzern demnach jederzeit eingehalten.
Größter Treiber der Ergebnisse war in den vergangenen drei, vier Jahren der Vertrieb, erklärte Knezevic. Fast 63.000 Kunden sitzen in Brandenburg, weitere verteilen sich bundesweit, etwa rund 1.400 in Berlin und gut 600 in Sachsen. Außerhalb des eigenen Netzgebiets verkaufte das Unternehmen 2025 rund 251.400 Megawattstunden Strom, gut doppelt so viel wie im eigenen Netz. Auswärts habe man fast ausschließlich große Kunden über Ausschreibungen gewonnen, darunter Kommunen, Landesämter und Krankenhäuser.
Nettoverschuldungsgrad der Stadtwerke Cottbus bei 0,51
Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des eigenen Kapitals an der Bilanzsumme, lag 2025 bei 38,5 Prozent. Der Cashflow (Geldzufluss) aus dem laufenden Geschäft erreichte 35,8 Millionen Euro. Aus der Investitionstätigkeit flossen im selben Jahr unter dem Strich 27,5 Millionen Euro ab.
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Der Nettoverschuldungsgrad lag bei 0,51. Die Kennzahl setzt die Nettoschulden ins Verhältnis zum EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Vereinfacht heiße das, das Unternehmen müsse ein halbes Jahr arbeiten, um alle aktuellen Schulden zu bezahlen, erklärte Knezevic. Werte unter eins gälten bei Banken als exzellent. Auch mit den hohen Investitionen der Mittelfristplanung werde der Wert nicht über 2,5 steigen.
Zum Vergleich zeigte er die Konzernergebnisse seit 2004. Damals lag das Ergebnis bei minus 57,8 Millionen Euro, 2005 bei minus 37,8 Millionen Euro. Die Stadtwerke seien zu dieser Zeit überschuldet gewesen, sagte Knezevic. Seit 2009 weist die Grafik bis auf das Jahr 2018 durchgehend Gewinne aus.
Stadtwerke Cottbus erwarten 2027 deutlich höhere Gaspreise
Beim Erdgas verwies Knezevic auf die Terminpreise am deutschen Handelspunkt Trading Hub Europe (THE). Für Lieferungen im Jahr 2027 lag der Preis zuletzt bei rund 54,7 Euro je Megawattstunde, für 2028 bei rund 36,3 Euro. Einen Preis zwischen 24 und 27 Euro hält er aus Erfahrung für normal. Kurzfristig erwarte er deutliche Preissteigerungen: „Die rote Linie ist etwas, was uns jetzt trifft und was jetzt unser Einkaufspreis ist.“ Den Einkauf sicherten die Stadtwerke selbst ab, gingen dabei aber nur Risiken ein, die mit eigenem Geld tragbar seien.
Beim Strom zeigte er die Zahl der Stunden mit negativen Preisen. Laut Präsentation gab es davon 2025 in Deutschland 573 im Day-Ahead-Handel (Handel für den Folgetag), 2026 bis zum 15. September bereits 448. Negativ wird der Preis, wenn zu viel Strom im Netz ist. Wer dann Strom abnimmt, bekommt Geld dafür. Speicher seien zwar eine technische Lösung, fraglich sei aber, ob sie in ausreichendem Umfang gebaut werden könnten.
Netzkarten und Seewasserwärmepumpe in Cottbus
Die Stadtwerke betreiben in Cottbus mehr als 1.700 Kilometer Rohre und Leitungen für Strom, Gas und Fernwärme. Karten- und Geomaterial dazu veröffentlicht das Unternehmen nicht, ebenso wenig Angaben zu einzelnen technischen Anlagen. Knezevic begründete das mit dem Schutz kritischer Infrastruktur. Selbst die Veröffentlichungspflichten gegenüber der Bundesnetzagentur erfülle man nur so weit, wie es rechtlich nötig sei. Laut Präsentation gilt das seit 17. März geltende KRITIS-Dachgesetz für Betreiber, die mehr als 500.000 Menschen versorgen. Sie müssen bis 17. Mai 2027 Schutzkonzepte vorlegen. Knezevic kritisierte diese Schwelle. Seine Anlagen sichere das Unternehmen seit Jahren selbst, wie genau, wolle er nicht öffentlich sagen.
Zur geplanten Seewasserwärmepumpe am Cottbuser Ostsee (wir berichteten) gibt es nach Knezevics Worten keine gesicherten neuen Informationen. Die Stadtwerke warteten weiter auf die Einzelfallnotifizierung aus Brüssel, also die Genehmigung durch die EU-Kommission. Wie viel Fremdkapital das Projekt braucht, hänge von der Höhe der Fördermittel ab. Ändere sich etwas, wolle er die Fraktionen und die Stadtverordneten auch außerhalb des üblichen Rhythmus informieren. Auf eine Nachfrage zur Fernwärme sagte er: „Es wird nicht kalt.“ Ein Defizit gebe es beim gesetzlich vorgeschriebenen Anteil grüner Energie im Fernwärmenetz.
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