Die Lausitz Energie AG hat heute eine umfassende Neuausrichtung angekündigt, um sich auf die Herausforderungen der Energiewende und des Kohleausstiegs vorzubereiten. Wie die LEAG heute mitteilte, wurde die Umsetzung der neuen Unternehmensstruktur beschlossen. Kern der neuen Struktur ist demnach die Gründung der zentralen Holding LEAG GmbH, unter der eigenständige Tochtergesellschaften wie die LEAG Gigawatt GmbH für das Zukunftsgeschäft angesiedelt werden. Dort sollen Bereiche wie grüne Stromerzeugung, Wasserstofflösungen und Batteriespeicher fokussieren. Gleichzeitig bleibt die Braunkohlesparte laut Angaben der LEAG integraler Bestandteil des Unternehmens, um die gesetzlichen Verpflichtungen zur Renaturierung und Vorsorge zu sichern. Eine Zukunftsvereinbarung soll den Mitarbeitern Sicherheit und Perspektiven im Transformationsprozess garantieren. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA kritisiert die neue Struktur der LEAG als Schaffung einer “bad bank”, die Risiken der Tagebaue von neuen Geschäftsfeldern abkoppelt und damit notwendige Rückstellungen für Tagebaufolgekosten untergräbt.
Die LEAG teilte dazu mit:
Die Aufsichtsräte und Hauptversammlungen der Lausitz Energie Bergbau AG (LE-B) und Lausitz Energie Kraftwerke AG (LE-K) haben heute den Transformationskurs der LEAG bestätigt und die gesellschaftsrechtliche Umsetzung der neuen Struktur des Unternehmens beschlossen. Die LEAG als derzeit zweitgrößter deutscher Stromerzeuger stellt sich vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs neu auf, um mit eigenständigen Tochtergesellschaften wettbewerbsfähig an ihren Kern- und Entwicklungsmärkten agieren zu können. „In einer starken LEAG-Gruppe mit einer übergreifenden Holding, die unter dem Namen LEAG GmbH mit Sitz in Cottbus firmieren wird, setzen wir die strategische Neuausrichtung der LEAG hin zu einem führenden Anbieter nachhaltiger Energielösungen konsequent fort. Dabei fokussieren wir uns mit den neuen Gesellschaften auf das, was zur Energieversorgungssicherheit in Deutschland jetzt und künftig dringend gebraucht wird: Großspeicher, neue H2-fähige Kraftwerke, grüne Stromerzeugung im Gigawattmaßstab und biogene Brennstoffe“, sagte der LEAG-Vorstandsvorsitzende Adi Roesch nach der Aufsichtsratssitzung am Montag. „Gleichzeitig flankieren wir mit unserer bestehenden Bergbau- und Kraftwerkssparte bis zum gesetzlich vorgegebenen Kohleausstiegsdatum 2038 den zukunftsfähigen Umbau des deutschen Energiesystems.“
Die Gigawatt GmbH soll das Zukunftsgeschäft bündeln
Unterhalb der neuen Holding LEAG GmbH wird die LEAG Gigawatt GmbH das Neugeschäft bündeln. Zur LEAG Gigawatt GmbH gehören die drei operativen, rechtlich eigenständigen Gesellschaften LEAG Renewables GmbH, LEAG Clean Power GmbH und LEAG Biomass GmbH sowie die LE Finance GmbH, die unter anderem die Finanzierung von Projekten der grünen LEAG-Säule sicherstellen wird. In der LEAG Renewables GmbH werden alle Geschäftsaktivitäten zur Entwicklung, Errichtung und zum Betrieb von Wind- und PV-Anlagen gebündelt. Die LEAG Clean Power GmbH konzentriert ihre Geschäftstätigkeit auf Projekte in den Bereichen Batteriespeicher, innovative Kraftwerke und Wasserstofflösungen. In der LEAG Biomass GmbH werden die Produktion und der Vertrieb von Holz-Pellets der deutschen LEAG Pellets GmbH und der schwedischen Scandbio AB zusammengefasst. Die zukunftsorientierte Organisationsstruktur ermöglicht es der LEAG, flexibler und schneller auf Marktbedürfnisse zu reagieren und ihre Wettbewerbsposition unternehmerisch zu stärken. Durch die Neuaufstellung kann das Unternehmen nachhaltiges Wachstum und langfristige Wertschöpfung sicherstellen.
Braunkohlesparte bleibt integraler Bestandteil der Unternehmensstruktur
Die Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG bleiben als integrale Bestandteile der neuen Unternehmensstruktur – gebündelt durch die Lausitz Energie Verwaltungs GmbH – erhalten. Damit bleiben sowohl die gesetzlich verpflichtenden finanziellen Rückstellungen für die Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften als auch die zusätzliche Vorsorge für die Bergbaufolgekosten in den dafür mit den Länder Brandenburg und Sachsen gebildeten Vorsorgegesellschaften uneingeschränkt gesichert.
Klare Perspektiven für Mitarbeiter
Die Transformation der LEAG erfolgt auf Basis gelebter Sozialpartnerschaft. Deshalb stehen sichere Rahmenbedingungen für die qualifizierten Fachkräfte im auslaufenden Braunkohlegeschäft ebenso im Fokus wie die Schaffung neuer Perspektiven für junge Arbeitnehmer u.a. durch die unternehmenseigene Aus- und Weiterbildung. Diese doppelte Verantwortung unterstrichen auch die Aufsichtsräte der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG – Andreas Lusch als Aufsichtsratsvorsitzender sowie die Stellvertreter der Arbeitnehmerseite, Oliver Heinrich und Stephanie Albrecht-Suliak betonten: „Um für alle Mitarbeiter in diesem Prozess Sicherheit zu gewährleisten, hat die LEAG gemeinsam mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE eine Zukunftsvereinbarung verabschiedet, die die sozialverträgliche Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen klar regelt.“, Mitteilung Ende.
Kritik von der Grünen Liga:
Kritik an der neuen Struktur kommt vom Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA. In einer Reaktion heißt es: „Entgegen verbreiteter Behauptungen wird hier die von vielen befürchtete bad bank geschaffen. Denn in einer Holdingstruktur haften die einzelnen Gesellschaften grundsätzlich nicht füreinander.“ erklärt René Schuster von der GRÜNEN LIGA, langjähriges Mitglied des Brandenburgischen Braunkohlenausschusses. Schuster weiter: „Mit Steuergeldern gepäppelt will Milliardär Křetínský sein Imperium in der Lausitz ausweiten und neue Geschäftsfelder von den Risiken der eigenen Tagebaue unabhängig machen. Im Sinne des Allgemeinwohls ist das Gegenteil erforderlich: Die Erträge der neuen Geschäftsfelder müssen für die Folgekosten der Tagebaue verantwortlich sein. Denn in den mit den Bundesländern Sachsen und Brandenburg vereinbarten Vorsorgegesellschaften ist allenfalls ein Teil des nötigen Geldes gesichert, der Rest der Rückstellungen bleibt eine Wette auf guten Absatz von Kohlestrom und damit eine Wette gegen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.“
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Red. / Presseinformation