Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) kritisiert Pläne der Koalition im Bundestag, ambulante Operationen ab 2027 schlechter zu bezahlen als dieselben Eingriffe mit einer Nacht im Krankenhaus. Vorstandschefin Catrin Steiniger spricht von einer „Prämie fürs Dableiben“.
Änderungsantrag zur Reform der Notfallversorgung
Hintergrund ist ein Änderungsantrag von CDU/CSU und SPD, der an die Reform der Notfallversorgung angehängt werden soll. Bisher gilt für bestimmte Eingriffe die sogenannte Hybrid-DRG, eine einheitliche Vergütung, egal ob in der Praxis oder in der Klinik operiert wird. Sie wurde 2024 eingeführt, weil das Honorar der Praxen nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) den Aufwand vieler Eingriffe nicht abbildet. Damit sollten mehr ambulante Operationen möglich werden.
Ab 2027 sollen Eingriffe ohne Übernachtung wieder nach dem EBM bezahlt werden, Fälle mit mindestens einer Übernachtung behalten das höhere Honorar. Ab 2028 sollen die Hybrid-DRG nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts ganz entfallen und durch Kurzzeitfallpauschalen ersetzt werden.
Praxen haben in OP-Räume und Personal investiert
„Gleicher Eingriff, gleiche Qualität, nur die Nacht im Krankenhausbett kommt dazu. Und genau die soll mehr wert sein als die Behandlung, die ohne sie auskommt“, sagt Steiniger. „Wer so rechnet, bestraft ausgerechnet die, die Patienten schneller wieder auf die Beine bringen.“ Viele Praxen hätten seit 2024 in OP-Räume, Personal und Technik investiert und sich dabei auf die Politik verlassen. „Man kann nicht erst zum Bauen ermuntern und dann das Fundament wegziehen“, so Steiniger.
Eine Nacht im Krankenhaus sei für viele Patienten eine Belastung, die medizinisch oft nicht nötig wäre, und koste mehr, argumentiert die KVBB. Studien zufolge ließen sich bis zu 40 Prozent der Klinikbehandlungen ambulant erbringen. Wer die Übernachtung besser bezahle, sorge dafür, dass ambulante Operationen dieses Potenzial nicht ausschöpfen.
VollzeitBewerbung bis 25.10.Facharzt oder Assistenzarzt (m/w/d) in fortgeschrittener Weiterbildung - NeuroradiologieMedizinische Universität Lausitz – Carl Thiem · CottbusZur Stelle →Alle 404 Stellen in Südbrandenburg →Auch die Landesärztekammer hatte Kritik geäußert
„Wir fordern die Abgeordneten auf: Streichen Sie diesen Antrag“, sagt Steiniger. „Gleiche Leistung, gleiches Geld, egal wo sie erbracht wird.“ Die KVBB vertritt rund 5.000 Ärzte und Psychotherapeuten in Brandenburg. Zuvor hatte bereits die Landesärztekammer Brandenburg vor dem Aus der Hybrid-DRG gewarnt. Sie befürchtet, dass Kapazitäten für ambulante Operationen verloren gehen.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Red. / Presseinformation














