Vollzeitbeschäftigte im Osten verdienen im Schnitt 12.415 Euro brutto im Jahr weniger als im Westen. Darauf weist der DGB Berlin-Brandenburg vor dem Tag der Deutschen Einheit hin. Die Lohnlücke liegt damit bei fast 20 Prozent.
Lohnlücke zwischen Ost und West bei fast 20 Prozent
Statistisch betrachtet arbeiten Beschäftigte in Ostdeutschland nach Rechnung des DGB im Vergleich zum Westen fast 72 Tage im Jahr umsonst. Einen wichtigen Grund für die Lohnlücke sieht der Gewerkschaftsbund in der Tarifbindung: Im Osten arbeiten 45 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben, im Westen 50 Prozent. Weil Urlaubs- und Weihnachtsgeld meist tariflich geregelt sind, bekommen Beschäftigte im Osten solche Sonderzahlungen seltener oder in geringerem Umfang.
In Brandenburg verdienen Beschäftigte mit Tarifvertrag nach Angaben des DGB im Schnitt 13.049 Euro im Jahr mehr als Beschäftigte ohne Tarifvertrag.
DGB kritisiert die Landesregierung in Potsdam
„Dass auch 36 Jahre nach dem Mauerfall die Lohnmauer zwischen Ost und West in Deutschland weiter besteht, ist ein Skandal“, sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg. Die Landesregierung setze immer noch auf Niedriglöhne als Standortvorteil und tue zu wenig für eine höhere Tarifbindung.
Um die Lohnlücke zu verkleinern, müsse das Land mehr tun. Karger wirft der Koalition aus SPD und CDU vor, den Vergabemindestlohn bereits entschärft zu haben und das Vergabegesetz ganz abschaffen zu wollen. Der DGB fordert stattdessen eine Tariftreueregelung bei öffentlichen Aufträgen und Fördergeld des Landes nur für Unternehmen, die nach Tarif bezahlen. Außerdem sollen Tarifverträge leichter für ganze Branchen allgemeinverbindlich erklärt werden können, auch auf Landesebene.
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Red. / Presseinformation

























