Die AG Regionalliga-Reform hat am gestrigen Mittwoch ihre Arbeit abgeschlossen und der DFB-Präsidentenkonferenz zwei Modelle zur weiteren Entscheidungsfindung vorgelegt. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, spricht sich die 13-köpfige Arbeitsgruppe einstimmig für eine viergleisige Regionalliga aus, damit künftig alle Staffelmeister direkt in die 3. Liga aufsteigen können.
Zwei Modelle für die Zukunft der Regionalliga
In ihrer fünften und abschließenden Sitzung erörterte die Arbeitsgruppe alle vorliegenden Vorschläge vertiefend, traf eine Auswahl und nahm eine abschließende Einschätzung vor. Die leitenden Stellen der Regionalliga-Träger wurden über das Ergebnis informiert. Die Gruppe präsentierte am Ende zwei konkrete Modelle, die nun der Präsidentenkonferenz zur weiteren Entscheidungsfindung vorgelegt werden sollen.
Das erste Modell trägt die Bezeichnung Kompassmodell: Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison im Wesentlichen anhand der geografischen Entfernungen der beteiligten Klubs gebildet. Die Zuordnung der Vereine könnte sich damit von Spielzeit zu Spielzeit verändern – je nach aktueller Zusammensetzung der Ligen.
Das zweite Modell ist das Regionenmodell: Dabei würden aus den Regionalligen Nord Nordost und Bayern zwei neue Staffeln gebildet. Die Regionalligen West und Südwest blieben hingegen in ihrer bisherigen Form erhalten und würden nicht neu strukturiert.
Meinungsbild unter den Klubs als empfohlener nächster Schritt
Die AG Regionalliga-Reform empfiehlt den Regionalliga-Trägern ausdrücklich, im nächsten Schritt ein Meinungsbild unter den betroffenen Vereinen einzuholen – und zwar zu beiden Modellen. Auf Grundlage dieser Rückmeldungen sollen anschließend die weiteren Entscheidungsprozesse eingeleitet werden.
Dr. Michael Vesper, Vorsitzender der AG Regionalliga-Reform, zeigte sich laut DFB-Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis der Beratungen: „Die Diskussionen waren intensiv und nicht einfach, aber immer konstruktiv.“ Die Gruppe habe konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten wollen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen könnten. „Ich freue mich, dass uns das gelungen ist. Jetzt geht es in die weitere Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der betroffenen Vereine“, so Vesper.
Die Arbeitsgruppe selbst war laut DFB kein Beschlussgremium. Ihr Auftrag bestand darin, Optionen zu erarbeiten und zur Entscheidung vorzulegen. Der AG gehörten Vereins- und Verbandsvertreter aus allen fünf Regionalligen an. Jede Staffel hatte eigenverantwortlich ihre Vertreter benannt. Weitere Mitglieder waren Manuel Hartmann als Geschäftsführer Spielbetrieb für den DFB sowie Ansgar Schwenken als Direktor Spielbetrieb und Fans für die DFL.
Umsetzung frühestens zur Saison 2028/2029 möglich
Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss frühestens ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Als Qualifikationssaison wäre in diesem Fall die Spielzeit 2027/2028 vorgesehen. Bis dahin stehen die Beratungen in den zuständigen Verbandsgremien und die Einbindung der Klubs an.
Was die Regionalliga-Reform für den Nordosten bedeutet
Für Vereine der Regionalliga Nordost ist die Reform von direktem Interesse. Beim Regionenmodell würden die Staffeln Nord, Nordost und Bayern neu strukturiert und in zwei Gruppen aufgeteilt. Welche konkreten Konsequenzen das für die einzelnen Klubs hätte, ist laut DFB-Mitteilung noch nicht festgelegt – das Meinungsbild der Vereine soll zunächst eingeholt werden.
Zentrales Ziel beider Modelle ist die Einführung einer viergleisigen Regionalliga, in der alle vier Staffelmeister direkt in die 3. Liga aufsteigen können. Aktuell sind stattdessen in den drei Regionalligen Nord, Nordost und Bayern abwechselnd Aufstiegsrunden notwendig, da die Zahl der Aufsteiger aus fünf Staffeln auf vier begrenzt ist, nur Südwest und West haben feste Aufstiegsplätze. Die Regionalliga-Reform soll dieses System ablösen und einen direkten, ligaübergreifend gleichwertigen Aufstiegsweg schaffen.
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