Nachbarn Mittwoch, 31 August 2011 von Benjamin Andriske

Kreative Köpfe machen auf funktionalen Analphabetismus aufmerksam

Kreative Köpfe machen auf funktionalen Analphabetismus aufmerksam

Mehr als sieben Millionen Erwachsene in Deutschland verfügen über so geringe Lese- und Schreibkenntnisse, dass sie als funktionale Analphabeten gelten. 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch kurze Texte. Passend zum UNESCO-Weltalphabetisierungstag am 8. September haben der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung und Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Münster einen Werbespot produziert, um in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit für das Thema herzustellen.
Ein Semester lang haben sich die angehenden Designer der Fachhochschule Münster mit funktionalem Analphabetismus beschäftigt. Professor Norbert Nowotsch, Dozent für Mediengestaltung an der Fachhochschule Münster, hat die Studierenden während dieser Zeit betreut:
„Das Thema sollte für eine Kampagne visualisiert werden. Wir waren davon sofort begeistert. Die Studierenden können sich in einem realen Setting ausprobieren und eventuell werden ihre Arbeiten auch noch in der Praxis eingesetzt. Ebenso wichtig war für alle der soziale Aspekt der Kampagne und damit verbunden der Anspruch, ein schwieriges gesellschaftliches Thema anschaulich, anregend und nicht belehrend zu vermitteln.“
Aus einer großen Anzahl unterschiedlicher Arbeiten und Konzepte wurde vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung schließlich ein Videospot für die Kampagne ausgewählt. An der Produktion des neuen Spots „Chefetage“ haben sich Münsteraner Schauspieler wie Christoph Tiemann, Andreas Ladwig und Ulrich Bärenfänger beteiligt. Für weiterführende Informationen wird im Abspann das Alfa-Telefon genannt. Unter der Telefonnummer 0800 - 53 33 44 55 bietet der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung Information und Beratung über Kursangebote in ganz Deutschland.
Die Herausforderung für die Studierenden bestand darin, gestalterische Formen, Mittel und Medien zu entwickeln, die größtenteils auf Schrift verzichten. Inhaltlich wurden die Studierenden vom Projekt iCHANCE begleitet, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. „Mit Kampagnen informieren wir die Öffentlichkeit über funktionalen Analphabetismus und machen auf Hilfsangebote zum Lesen- und Schreibenlernen aufmerksam. Auch nach der Schule kann man das Lesen und Schreiben noch verbessern. Mit der aktuellen Kampagne iCHANCE sprechen wir speziell junge Erwachsene an und werden dabei von vielen Prominenten unterstützt.“, erläutert Projektleiter Timm Helten vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung.
Zum UNESCO-Weltalphabetisierungstag am 8. September wird „Chefetage“ auf dem YouTube-Partnerkanal der Kampagne iCHANCE veröffentlicht. Mit über einer halben Million Zugriffen ist der YouTube-Kanal zur Alphabetisierung einer der erfolgreichsten im gemeinnützigen Bereich. In Sozialen Netzwerken und auf dem Jugendportal www.iCHANCE.de veröffentlicht der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung Videobeiträge, um mehr Menschen auf funktionalen Analphabetismus hinzuweisen. Unterstützt wird die Kampagne von Prominenten wie Jan Delay, Kaya Yanar oder Collien Fernandes, die Betroffene zum Lesen- und Schreibenlernen motivieren.
KONTAKT
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Timm Helten, Projektleiter iCHANCE
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Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-0
INFO
Beratung und Kurse zum Lesen- und Schreibenlernen: Alfa-Telefon 0800 – 53 33 44 55,
Internetportal für junge Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten: www.iCHANCE.de
Hintergrundinformationen auf www.profi.ichance.de

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