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Finsterwalde Freitag, 28 Mai 2021 von Benjamin Andriske

Kaufmannsmuseum Finsterwalde zeigt Zeitreise in die Waren- & Einkaufswelt

Kaufmannsmuseum Finsterwalde zeigt Zeitreise in die Waren- & Einkaufswelt

Das Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde hat sich und seinen Besuchern zum 40. Museumsgeburtstag ein Geschenk gemacht. Zum Jubiläum erinnert das Haus in der Langen Straße mit der „Die bunte Welt des Einkaufs“ an die Anfänge des Museums, das seit 1981 einen original eingerichteten Kolonialwarenladen zeigt. Die neue Sonderausstellung präsentiert nun bis zum 22. August eine über viele Jahrzehnte von Elfriede Roggors aus Durach zusammengetragene Sammlung von Puppenkaufläden und Marktständen, die heute im Museum ihres Heimatorts im Allgäu verwahrt werden und als Leihgabe nach Finsterwalde gereist sind. Die ältesten Objekte, eine Szenerie aus kleinen Marktständen, entstand um 1850, die jüngsten Kaufläden stammen aus den 1960er-Jahren.

Doppelte Zeitreise

Besucher gehen in der Ausstellung auf eine doppelte Zeitreise. Sie führt in die Kindheit vieler Gäste, als der Puppenkaufladen vielfach nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten hervorgeholt und liebevoll aufgebaut wurde. Was für ein Spaß, die winzig kleinen Verpackungen, den echten Vorbildern exakt nachgebildet, über den Warentisch zu reichen oder das extra für diese Gelegenheit aus Marzipan geformte Obst zu verkaufen. Dass das Spielvergnügen im Miniaturformat stattfand, tat der Freude keinen Abbruch. Außerdem führen die kleinen Puppenkaufläden und Marktstände in die Warenwelt und Verkaufskultur unserer Vorfahren. Ausstattung, Produkte und auch die Kleidung der kleinen Verkäuferfiguren spiegeln nicht nur Zeitgeschichte, sondern regen vielfach zum Nachdenken an über Warenpräsentation, Verpackungswahn und der gewandelten Interaktion zwischen Käufer und Verkäufer.

Der erwachsene Einkaufsalltag, der in vielen verschiedenen Geschäften stattfand, wird in den kindlichen Spielwelten in der Ausstellung nachvollzogen: Auch hier gibt es eine große Vielfalt an Läden. Am häufigsten ist dabei natürlich der Kolonialwarenladen zu finden, in dem man um 1900 alles Lebensnotwendige bekam. Wie die Ausstellung zeigt, spielten die Kinder aber mit einer weitaus breiteren Palette von Puppenläden. Bäckereien und Metzgereien, aber auch exotischere Läden wie Hut- und Stoffläden oder Apotheken sind zu bewundern.

Spielzeug für Generationen

In diesen Miniaturwelten spielten die Mädchen und sicherlich manchmal auch ihre Brüder das Leben eines Handlungsgehilfen oder einer Käuferin nach. Oft wurden die detailreichen und nicht billigen Spielzeuge über Generationen weitergereicht. Besonders die reichhaltige Ausstattung macht die kleinen Geschäfte interessant. Die Kassen, Waagen und Verkaufsvitrinen, zwischen denen der Ladenbesitzer steht, zeigen ein lebendiges Bild der Zeit. Historische Reklamen, kleine Verpackungen, Flaschen, Säckchen und Fässer führen oft Markennamen, die noch heute existieren.

Wer nach dieser Zeitreise Lust und Muße hat, kann mit demselben Ticket die ständige Ausstellung des Museums, darunter eine eigene Sammlung von Puppenkaufläden und der historische Kolonialwarenladen, besuchen. Ein Audioguide gibt Informationen zur Waren- und Einkaufswelt der Vorfahren, während in der kindgerechten Version ein Großvater mit seiner Enkeltochter durchs Museum und natürlich auch durch den historischen Laden spaziert.

Der Museumsbesuch ist derzeit nur nach Voranmeldung möglich, die telefonisch oder per E-Mail im jeweiligen Haus und auch sehr kurzfristig erfolgen kann. Im Museum ist das Tragen medizinischer Masken Pflicht. Es werden Kontaktdaten erhoben.

Kontakt

Di – So 10.00 – 18.00 Uhr

Oktober – März bis 17.00 Uhr

Sänger- und Kaufmannsmuseum

Lange Straße 6/8 in 03238 Finsterwalde
Tel. 03531 / 30783
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Foto: Museumsverbund Elbe-Elster

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