Lieberose Dienstag, 02 April 2019 von Redaktion

Rätsel um Kampfmittelfund in Lieberoser Heide

Rätsel um Kampfmittelfund in Lieberoser Heide

Seit einer Woche ist dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberoser Heide erneut der Brandenburger Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) im Einsatz, um einen Fund zu identifizieren und womöglich zu bergen. Um die Fundstelle gilt ein etwa 1.000 Meter Sperrkreis. Das Amt Peitz hat entsprechende Hinweisschilder angebracht. Laut Innenministerium gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Fundes. Erstmals hatte die MOZ über den Fund berichtet. Demnach hatte ein Forstmitarbeiter die Kampfmittelreste entdeckt. Dabei wurde vermutet, dass es sich um „größeres Material“ handelt.

Auf Anfrage sagte uns das Innenministerium, dass der Einsatz derzeit noch andauert. Sobald abschließende und gesicherte Erkenntnisse über den Fund vorliegen, will das Ministerium die konkreten Informationen veröffentlichen. Bis dahin bleibt vorerst unklar, um welche Art und Größe von Kampfmitteln es sich handelt und warum die Experten bereits seit rund einer Woche vor Ort sind.

In einem Internetforum über Standorte alter Militär- und Raketenstationen wird das Gebiet Lieberose/ Drachhausen auch als mutmaßlicher Stationierungsort für ballistische Kurzstreckenraketen der Sowjetunion während des Kalten Krieges aufgeführt. Diese Raketen konnten mit unterschiedlichen Sprengköpfen (auch nuklear) bestückt werden. Zu DDR-Zeiten war die 164. Raketenbrigade (mit SS-1c Raketen) auf dem Truppenübungsübungsplatz stationiert.

Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Brandenburger Kampfmittelexperten an Tageslicht befördern. Dafür kommt es laut Innenministerium nun darauf an, dass die Experten in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können.

In den letzten Wochen wurden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bereits breite Brandschutzschneisen geschaffen und von alter Munition befreit.  Im letzten Sommer kam es auf dem Gelände zu mehreren Flächenbränden, die hunderte Einsatzkräfte aus der gesamten Region tagelang in Atem hielten. Weil das Gebiet munitionsbelastet war, kamen ebenfalls Löschhubschrauber zum Einsatz.

red

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