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Dahme Spreewald Dienstag, 26 Juni 2018 von Redaktion

Unternehmensnachfolge: Jungunternehmer führen Kfz-Werkstatt des Vaters weiter

Unternehmensnachfolge: Jungunternehmer führen Kfz-Werkstatt des Vaters weiter

Rund 25 Prozent der Handwerksbetriebe in Südbrandenburg stehen in den kommenden fünf Jahren vor der Herausforderung, die Nachfolge für ihr Unternehmen zu regeln. Gesucht werden Macher, die den Mut haben, einen Betrieb zu übernehmen. So wie die Brüder Rick (33) und Dustin Draebert (26) aus Motzen (Dahme-Spreewald).

Anfang des Jahres übernahmen sie die Kfz-Werkstatt ihres Vaters. Insgesamt dauerte der Nachfolge-Prozess rund fünf Jahre. Die Werkstatt wurde von Beratern der Handwerkskammer bewertet, Gespräche mit Steuerberater und Rechtsanwalt klärten die Rahmenbedingungen. Darüber hinaus wurden natürlich auch die Kunden auf die beiden neuen "Chefs" vorbereitet.

Von Anfang an wuchsen die beiden Brüder in den Betrieb hinein. "Wann immer wir wollten, durften wir in die Werkstatt", erzählt Rick Draebert, der wie sein Bruder Kraftfahrzeugtechniker- sowie Karosserie- und Fahrzeugbauermeister ist. Er selbst hat mit sieben Jahren bereits die erste Naht geschweißt, mit neun fuhr er das erste Mal selbst mit einem Auto. Schon früh stand deshalb für die beiden fest, dass sie die Werkstatt eines Tages übernehmen werden. Unterstützung und starken Rückhalt dafür gaben ihnen ihre Eltern Herta und Detlef Draebert.

19 Mitarbeiter sind im Handwerksunternehmen beschäftigt, drei Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. Der 1991 von Detlef Draebert gegründete Betrieb bietet ein breites Leistungsspektrum: Neben Inspektionen und Reparaturen werden die Karosserien instand gesetzt und lackiert. Eine Nische ist die Aufbereitung von Young- und Oldtimern. Mit einem Abschleppservice für alle großen Versicherungen kam unlängst ein neues, großes Geschäftsfeld hinzu.

Hintergrund:

Zum 31. Dezember 2017 haben 2.505 Betriebsinhaber, Geschäftsführer oder Betriebsleiter aus dem Gebiet der Handwerkskammer Cottbus das 60. Lebensjahr vollendet. Der Bedarf an Beratung zur Nachfolge steigt stetig an, er umfasst mittlerweile knapp zwei Drittel der Kapazitäten. Mehr als die Hälfte der beratenen Unternehmen hatten zum Zeitpunkt des Erstgespräches keinen potenziellen Nachfolger.

Bild: Rick Draebert (li.) und Dustin Draebert vor ihrer Werkstatt. - Foto: HWK Cottbus

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