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Cottbus Mittwoch, 30 Dezember 2020 von Redaktion

Alte Rechner für Schüler*innen in der Region. Initiative startet in Cottbus

Alte Rechner für Schüler*innen in der Region. Initiative startet in Cottbus

Es muss schnell gehen! Am 04.01.2021 startet in Brandenburg die Schule als Fernunterricht. Corona und die damit verbundenen Auflagen prägen unseren Alltag. E-Learning wird unausweichliche Pflicht für viele Schüler in Deutschland, so auch in unserer Region. Aber: Nicht wenige Schüler haben keinen Rechner und die Familien keine finanziellen Mittel für eine Anschaffung. Die Initiative Hey, Alter! will das Ändern und sammelt gebrauchte, aber funktionsfähige Rechner von Unternehmen und Privatpersonen, um Schüler*innen zu mehr Chancengleichheit zu verhelfen. Nun auch in Cottbus und Südbrandenburg!

Chancengleichheit für Kinder

Während der Corona bedingten Schulschließungen wurde deutlich, wie wichtig eine digitale Infrastruktur für Kinder ist, um nicht abgehängt zu werden. Doch viele Kids und deren Familien haben nicht die Möglichkeit, sich einen eigenen Rechner anzuschaffen. Seit April 2020 gibt es die Initiative in Braunschweig, mittlerweile in mehreren Regionen im ganzen Bundesgebiet und nun auch in Cottbus und Südbrandenburg. Benjamin Andriske, der auf die Initiative durch eine Bekannte aus Braunschweig aufmerksam geworden ist, hat sich die Unterstützung des FabLab Cottbus gesichert, damit sie fertig an Schüler*innen verteilt werden können. Christian Hanisch, ehrenamtlich bei der Mitmachwerkstatt FabLab tätig, war sofort begeistert, als ihm Andriske das Projekt vorstellte und bot die Räumlichkeiten des FabLab für die Lagerung und Aufbereitung an. Das alles passiert ehrenamtlich und weitere Unterstützer in allen Bereichen sind willkommen, denn die Aufbereitung, Abholen und Verteilen der Rechner kann durchaus aufwendig werden. „Digitale Teilhabe ist für Schüler enorm wichtig, nur wie sollen sie am Schulunterricht teilnehmen, wenn kein ordentlicher Rechner zuhause zur Verfügung steht? – Ein Kauf ist für einige Familien nicht möglich, da wollen wir helfen.“ sagt Benjamin Andriske, Digitalunternehmer in Cottbus. „Ich habe selbst eine Tochter, die in ein paar Jahren eingeschult wird, da werden PCs zuhause ein Muss sein. Es geht um Chancengleichheit, Digitalisierung. Um unsere Kinder!“

Computer- und Geldspenden für Ersatzteile

„Vermutlich hat fast jeder einen Laptop oder Desktoprechner rumstehen, der nicht mehr gebraucht wird. Insbesondere in den Unternehmen existiert ein hoher Bestand von funktionierenden Geräten, die nicht mehr genutzt werden oder gar noch nie genutzt wurden. Genau die Geräte benötigen wir. Weiterhin sind Geldspenden wichtig, um eventuell Ersatzteile wie W-Lan-Karten, Tastaturen, Mäuse oder eine Webcam zu kaufen, damit die Rechner voll einsatzfähig sind.“ ergänzt Andriske.

„Wir benötigen Rechner, die mindestens über einen Dual-Core-Prozessor mit 2 Ghz und 4 GB Ram verfügen, Laptops und Tablets am liebsten mit Kamera.“ umreißt Christian Hanisch, ebenfalls Vater eines schulpflichtigen Kindes, die Anforderungen. Auf den Rechnern installiert die Initiative ein Ubuntu-Linux mit allen nötigen Komponenten, so dass Schüler damit bereit für Digitalunterricht sind.

Computer gehen direkt an Kinder. Lehrer als Vermittler

Weiterhin sind Lehrkräfte und Schulen gefragt, sich zu melden, denn sie wissen am besten, wo in den Klassen die Rechner zuhause fehlen. Wichtig: Die Rechner werden nicht an die Schulen übergeben, sondern an die Schüler direkt, die Schulen haben keinen Aufwand, sind aber der perfekte Mittler, um Bedarfe zu ermitteln und die Rechner zu verteilen.

Die lokale Webseite www.heyalter.com/Cottbus gibt weitere Informationen zum Projekt. Telefonisch ist die Initiative unter 0151 729 16884 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.

Die ersten Rechner stammen aus dem Unternehmen und der "Privatsammlung" von Benjamin Andriske, es sollen schnell mehr werden!

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