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Cottbus Mittwoch, 18 November 2020 von Redaktion

Klimabeständige Gehölze entwickeln. Cottbuser Baumuniversität wird erweitert

Klimabeständige Gehölze entwickeln. Cottbuser Baumuniversität wird erweitert

Heute hat nach Informationen der Lausitzer Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD) und Klaus-Peter Schulze (CDU) der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Förderung der „Branitzer Baumuniversität“ beschlossen. Deren Ausbau wird im Rahmen des Programms „Modellprojekte zu Klimaanpassung in urbanen Räumen“ mit fünf Millionen Euro vom Bund gefördert. Damit kann ab 2021 in der Stiftung in Branitz ein Zentrum für die Vermehrung wertvoller historischer Gehölze geschaffen werden, das neben der Dokumentation und Vermehrung heimischer und gartenhistorisch bedeutsamer Parkgehölze innovative Wege erproben soll, um mit klimaresilienten Arten auf die veränderten Witterungsbedingungen und den gestiegenen Schädlingsbefall in unseren historischen Gärten und Parks zu reagieren.

Zukunft in Branitz entwickeln

Hierfür arbeitet die Stiftung intensiv mit dem Helmholtz GeoForschungsZentrum Potsdam und dem „Initiativbündnis Historische Gärten im Klimawandel“ von Schlösser und Gärten in Deutschland e.V., der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) und dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz zusammen.

Die Vorsitzende des Stiftungsrates der SFPM, Ministerin Manja Schüle, erklärt: „Brandenburg ist ein Land der Nachhaltigkeit. Wer sich hier mit dem Klimawandel beschäftigt, entwickelt Zukunft. Deshalb freue ich mich besonders über die zusätzlichen Fördermittel des Bundes für die Branitzer Baumuniversität. Die Zusage belohnt unsere Bemühungen und die des Stiftungsvorstandes Stefan Körner. Überdies unterstreicht sie die Bedeutung der großartigen Lausitzer Park- und Kulturlandschaft. Die heutige Entscheidung zeigt: Strukturentwicklung gelingt am besten gemeinsam.“

Geplant ist, die Baumuniversität Branitz ab 2021 zu erweitern und zu einem „Kompetenzzentrum für historische Gärten im Klimawandel“ auszubauen. Hier soll zum einen Pflanzmaterial für die historischen Parks der Zukunft gezüchtet und herangezogen werden und zum anderen praktisch der zukünftige Umgang mit Pflanzen, Boden und Wasserhaushalt in Zeiten des dramatisch bemerkbaren Klimawandels erforscht werden. Zugleich soll von der Baumuniversität ausgehend die Wasserversorgung für die Gehölze des Parks verbessert und die Biodiversität gesteigert werden, wofür im Rahmen dieses Projekts Investitionen in das Gewässer- und Wegesystem des Innen- und Außenparks geplant sind.

Die Branitzer Baumuniversität hatte Fürst Pückler bereits 1853 auf dem Gelände der Schlossgärtnerei in Branitz gegründet. Seit 2011 werden hier wieder genetisch identische Nachkommen der bedeutenden Parkgehölze nachgezogen und aufgeschult, um so die heimischen Parkgehölze sowie die gartendenkmalpflegerisch bedeutenden Baum- und Straucharten zu erhalten, die das Bild der Branitzer Parklandschaft prägen und herausragend machen.

Reaktionen

Stefan Körner, Vorstand der SFPM: „Für die Branitzer Baumuniversität eröffnet diese Bundesförderung eine neue Ära. Vor über 160 Jahren vom Fürsten Pückler begründet und vor zehn Jahren durch die Parkverwaltung von Branitz wiederbelebt, kann hier an der Zukunft der historischen Gärten in Deutschland wissenschaftlich und praktisch gearbeitet werden.“

Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Schulze (CDU): „Mit dieser Bundesförderung für den Branitzer Park wird ein kultureller Leuchtturm unserer Region gestärkt. Die Baumuniversität ist dabei ein sehr spannendes und wichtiges Projekt. Schließlich ist die Anpassung an die sich schnell verändernden klimatischen Bedingungen eine große Herausforderung, vor der wir nicht nur bei den Gehölzen in den Parks- und Landschaftsgärten stehen, sondern der wir auch bei den Nutzpflanzen in der Landwirtschaft begegnen“

Bundestagsabgeordneter Ulrich Freese (SPD): “Dieses Projekt, welches wir jetzt durch Bundesfördermittel aus dem Programm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel in Höhe von 5 Millionen Euro in seiner Forschung und aktiven Zucht von Bäumen – die wichtig für die C02 Reduktion sind - unterstützen werden, ist gerade in Zeiten des Klimawandels ein geradezu elementares Förderprojekt mit einer tollen Idee. Der Branitzer Park eignet sich durch seine künstlich angelegte Parklandschaft mit verschiedenen Höhenlagen sowie feuchten und trockenen Regionen ideal für eine solche Forschung. Das Thema „Klimaresistente Wälder“ treibe ich seit rund drei Jahren mit dem zuständigen Ministerium in den Haushaltsberatungen thematisch voran und bin froh, dass daraus vielfältige Programme aufgelegt wurden und Projekte zur Wahrung historischer Kulturlandschaften und Waldbestände in ganz Europa - und jetzt auch in meinem Wahlkreis - gefördert werden können.”

Foto: SFPM

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